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Ausflugstipps Rausgehen

Salzburgs unheimlichste Orte

Nix für Angsthasen und Hasenpfoten.

Salzburg ist einer der sichersten Orte der Welt – und meistens ist das auch gut so! Andererseits ist ein bisschen Gänsehaut im Alltag ab und zu auch nicht schlecht. Wo ihr euch in der sichersten aller Städte ein bisschen fürchten dürft, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Das alte Wasserreservoire am Rainberg

Auch wenn das Betreten des Rainbergs streng verboten ist (seriously, nicht raufgehen!), wagen sich immer wieder Jugendliche und Obdachlose hinauf: Die einen zum Kiffen und Biertrinken, die anderen zum Übernachten. Als wir Jugendliche waren, haben wir beides ab und zu oben am Berg gemacht. Was uns damals aber am meisten fasziniert hat, war das alte Maxglaner Wasserreservoire. Eigentlich ist es verschlossen, doch immer wieder wird die schwere Metallplatte aufgebrochen. Dahinter verbirgt sich eine ca. 5 Meter lange Leiter, die in die Dunkelheit abwärts führt. Was sich unten befindet, ist ein riesengroßer, stockdunkler Hohlraum, in dem das Böse lebt. Das ganze ist so furchteinflößend, dass sich sogar erwachsene Männer scheuen, in dieses dunkle, grauenhafte Nichts hinabzusteigen. Wir haben es uns jedenfalls noch nie getraut. Wer weiß schon, was einen da unten erwartet, bis auf den sicheren Tod natürlich!

Der alte Soldatenfriedhof im Donnenbergpark

Der Donnenbergpark ist ein verdammt schönes Stück Welt! Hier kann man bei Schönwetter Kicken, Slacklinen oder einfach nur im Gras liegen. Doch der Park hat eine gruselige Ecke, die kaum jemand kennt: Versteckt hinter einer Baumgruppe befindet sich nämlich ein alter, etwas verfallener Soldatenfriedhof. Kreisförmig sind die alten Grabsteine angeordnet, die zum Teil aus dem 19. Jahrhundert stammen. Nüchtern betrachtet handelt es sich zwar nur um den ehemaligen Garnisonsfriedhof des Rainerregiments, in Wahrheit wissen wir alle: Hier liegen jede Menge unerlöster Seelen, die nur darauf warten, euch in eure Träume zu verfolgen!

Die Kuenburgbastei

Sicher kennt ihr die große, steile Steinmauer der Festung mit dem Wappen in der Mitte. Ihr wisst schon: jene, die man sieht, wenn man vom Kapitelplatz auf die Festung hinauf schaut. Was die wenigsten wissen: Zwischen dieser 30 Meter hohen Wand und dem Felsen verbrigt sich ein Hohlraum, die sogenannten Kasematten der Kuenburgbastei. Errichtet wurde diese Fluchtstätte vom gleichnamigen Erzbischof im 17. Jahrhundert aus Furcht vor einer Türkenbelagerung. Im Rahmen von Spezialführungen kann man die Kasematten besichtigen. In dem engen Schlurf zwischen Felsen und Wand herrscht bedrückende Düsternis. Ein Albtraum: Hier bei einer Führung vergessen zu werden und in der Dunkelheit langsam und unbemerkt zu verenden.

Die Mönchsberggarage

Parkgaragen gehören ja grundsätzlich nicht so zu unseren Favourite Happy Places! Besonders spooky wird es aber in der Nacht in der Mönchsberggarage. Einfach mal nach dem Fortgehen im Mönchsbergtunnel abbiegen und die leeren Parkdecks besuchen. Wer es sich alleine traut, ist ein harter Hund!

Das alte Henkerhaus

Bis heute glauben viele Salzburger, dass das Henkerhaus auf dem Krauthügl steht. Tatsächlich befindet sich der ehemalige Richtplatz jedoch in Gneis, ganz in der Nähe des Kommunalfriedhofs in der heutigen Neukommgasse. Weit über 500 Menschen mussten hier om Laufe der Jahrhunderte ihr Leben lassen. Deshalb hieß der benachbarte Gasthof Hölle früher auch Gasthof zum Galgen. Im Jahr 1817 fand die letzte Hinrichtung durch den Henker Franz Joseph Wohlmuth statt, der penibel Tagebuch über sein schauriges Tagwerk führte. Sein Haus in der Neukommgasse 26 gibt es bis heute und es verfällt langsam vor sich hin. Wer Lust auf einen historisch-gruseligen Nachmittag hat, kann einen kleinen Ausflug nach Gneis machen. Die Umrisse vom Galgen sind immer noch im Gras sichtbar.

Das Gut Guggenthal

Eines unserer Lieblings-Gruselszenarien ist jenes: Durch irgendeine Seuche wird die ganze Welt ausgerottet. Häuser, Geschäfte, ganze Dörfer bleiben menschenleer zurück und werden langsam von der Natur verschlungen. Wer sich kurzzeitig in diese posthumane Welt versetzen möchte, der besucht einfach das Gut Guggenthal. Hier kann man dabei zuschauen, wie ein ehemaliges Dorfzentrum langsam aber sicher verfällt: Die Brauerei, das Wirtshaus, das Schloss, alles geht langsam aber sicher zugrunde und wird von der Natur verschlungen. Für die einen ist es ein traumhafter Abenteuerspielplatz, für die anderen eine Schande, dass dieser wunderschöne Ort einfach still verfällt. ACHTUNG: Auch hier ist das Betreten des Privatgrundstücks streng verboten! Also nicht reingehen!

Matthias Gruber

Matthias Gruber ist ein Ur-Salzburger, der auszog, um Italien und Wien zu erobern. Gern ist er wieder zurückgekommen und macht für das Fräulein Flora wunderschöne Fotos der “Nicht-Nur-Mozartstadt”, die von witzigen Texten begleitet werden.