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Poltern in Salzburg: 10 Tipps für bessere Junggesellenabschiede

Der ultimative Junggesellenguide.

Weil wir ziemlich viele Anfragen nach Poltertipps in Salzburg bekommen, haben wir all unsere Erfahrungen und (verloren geglaubte) Erinnerungen an diverse Junggesell*innenabschiede gesammelt und einen Polterguide für Salzburg erstellt. Damit ihr nächstes Mal einen Plan habt, wenn ihr für die Organisation des besagten Tages verantwortlich seid.

Zum Zeit vertreiben

Die Zeit bis zum Abend kann lang sein. Zum Glück gibt es in Salzburg jede Menge Aktivitäten zum Zeit vertreiben, um einen möglichen Stimmungseinbruch vorzubeugen.

Selbstgemachte Polterleiberl gestalten
Ihr habt noch kein einheitliches Polter-Outfit und wollt nicht ruchlose Online-Druckereien unterstützen? Kein Problem – etwa zwei Mal im Monat öffnet die Siebdruckwerkstatt im MARK ihre Pforten. Als Gruppe kann man aber einfach mal einen individuellen Termin anfragen. Für 30 Euro pro Teilnehmer wird ein Motiv nach Wahl auf Stoff, aber auch auf Holz, Papier und sonst noch was gedruckt. Damit auch philosophische Meisterwerke, wie „Er/Sie heiratet, wir sind nur zum Saufen hier” oder „Lebensende mit drei Buchstaben? EHE.” einen Platz finden.

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Wandern
Ja richtig, gelesen: Wandern. Es soll ja Leute geben, deren Lebensinhalt nicht im besoffenen Herumwanken durch die Stadt besteht. Warum nicht einen Tag lang als Team über Salzburgs Stadtberge streifen, versteckte Orte erkunden, eine kleine Kletterpartie einbauen, am Kapuzinerberg nach Gämsen suchen und dann am Mönchsberg den Sonnenuntergang anschauen? Wenn ihr Hilfe bei der Planung und Durchführung eurer Stadtwanderung braucht, dann haltet euch an die Leute von Nature Awakes. Die sind echte Outdoor-Menschen und kennen Salzburg wie ihre Westentasche.

stupa_buddhismus_salzburg_moenchsberg

Einen Escape Room spielen
Wer sagt, dass man zum Escape Room spielen nüchtern sein muss? Mit höherem Pegel steigt angeblich auch die Kreativität. Die perfekten Voraussetzungen für eine Runde Fluchtspiel! Hier gilt es, innerhalb einer Stunde so viele Rätsel wie möglich zu lösen, um am Ende aus einem Raum zu entkommen, in den man zuvor eingeschlossen wurde. Tipp: Zumindest eine*r von euch sollte einen kühlen Kopf bewahren, um ein kleines Erfolgserlebnis zu garantieren. Aber andererseits wird sich am nächsten Tag ohnehin niemand mehr daran erinnern.
Tipp, um eine Luftwatschn vorzubeugen – einfach draußen spielen: Bei Scavenger Escape gibt es seit kurzem eine Salzburger Schnitzeljagd. Bei dieser Schatzsuche müsst ihr nach Hinweisen suchen, die in der Salzburger Innenstadt versteckt sind.

Bubble Soccer spielen
Bubble Soccer – das sind die riesigen Bälle, in die man sich zwängt, um dann gegeneinander Fußball zu spielen. Fußballprofi braucht man übrigens keiner zu sein. Wer sich nicht um den Ball battlen möchte, kann auch einfach nebenbei herlaufen und abwarten, bis man mit einem Mitspieler zusammenstößt – oder selbst ein Bouncing anzetteln. In der Paintballhalle in Bergheim wartet ein Spieleparadies auf alle Polterer. Neben Bubble Soccer gibt es noch Painball, Lasertag und mehr.

Bubble-Soccer-Bergheim

Jodeln lernen
Jodeln kann jede*r. Das sagt zumindest Anita Biebl. Die Musikerin bietet Jodelkurse in Salzburg an und freut sich immer über eine Gruppe motivierter Singspatzen. Hier lernt ihr viele verschiedene Jodler, mal mit Tanz, mal mit Rhythmusbegleitung. Damit das Holladriiooo in Zukunft leichter von der Zunge geht.

Lustige Fotos machen
Normalerweise laufen Polterabende frei nach dem Motto „Wer sich erinnern kann, war nicht dabei” ab. Weil ein gewisses Maß an Erinnerung aber trotzdem nett ist, braucht es jemanden, der Fotos macht. Wenn diese gut und außergewöhnlich werden sollen, checkt euch einen Termin bei „Press The Button“. Mithilfe von drei Kameras, verschiedenen Hintergründen und lustigen Requisiten habt ihr am Ende echt coole Bilder – zu einem Zeitpunkt, an dem ihr alle noch halbwegs gut ausschaut.

Press-the-button-salzburg

Eine Etagere basteln
Wer den Polternachmittag etwas gediegener angehen und etwas für sich selbst herausschlagen möchte, kann beim Etagere-Workshop von den Hochstaplern mitmachen. Unter professioneller Anleitung wird zuckersüßes Vintage-Porzellan zu einer Etagere zusammengebaut. Die Workshops finden etwa einmal im Monat statt – schreibt einfach eine Mail an die Hochstapler, dann gibt es sicher auch Ausnahmen für Gruppen.

Hochstapler

Ins Private Spa gehen
Das Hotel Gerl am Walserberg hat einen sehr edlen Spabereich, der von Gruppen privat gemietet werden kann. Dafür müsst ihr im Hotel nicht einmal Gast sein. Perfekt für alle, die es gerne ruhiger angehen!

Zum Essen

Wer an diesem Tag den Fehler macht, sich ausschließlich flüssig zu ernähren, wird nicht lange durchhalten. Deshalb: Tuat’s euch den Gefallen und esst’s was! 

Fuxn
Die Fuxn bietet ausreichend Platz für eure Gruppe und dank der vielen Räumlichkeiten könnt ihr anderen Gästen nicht so leicht auf die Nerven gehen. Im oberen Stockwerk gibt es zum Beispiel einen Raum, den man theoretisch ganz für sich alleine reservieren kann. Die Speisekarte gibt eine Menge Hausmannskost her – die ideale Unterlage für den weiteren Tag. 

Escobar [Update: Das Escobar heißt inzwischen SZENE Lokal, hat ein anderes Interior und bietet eine andere Speisekarte an]
Wenn es etwas ausgefallener sein darf, empfehlen wir mexikanische bzw. kalifornische Kost im Escobar. Beim Interior werdet ihr mit euren bunten Leiberln und komischen Brillen gar nicht mal so auffallen. Außerdem ist das Escobar dank seiner Lage in der Nähe der Gstättengasse der ideale Ausgangspunkt für spätere Vorhaben.

Escobar Salzburg

Kastners Schenke
Wer keinen Schnick Schnack und 5 Gänge-Gourmetmenüs braucht, um am Poltertag gut essen zu gehen, sollte in Kastners Schenke einkehren. Von Schweinsbraten bis Schnitzel und Steaksandwich gibt es alles, was der Poltermagen braucht. Dazu ganz viel urige Gemütlichkeit und selbst gebrautes Bier. Die Schenke ist nämlich die kleinste Brauerei in Salzburg.

Zum Vorglühen

Der Tag ist bereits lang und vorgeglüht wird eigentlich schon die ganze Zeit. Der offizielle Akt, bevor es endlich ins Nachtleben geht, darf aber ruhig zelebriert werden. Zum Beispiel hier:

Herbert’s Bar
Gleich neben der Pferdetränke befindet sich die Herbert’s Bar. Ihr habt zwar auch schon ordentlich Flüssiges getankt, ein Aperitif geht aber immer. In der Herbert’s Bar gibt es in jedem Winkel eine kleine Besonderheit: bunte Teekannen, leuchtende Riesenhüte und Katzenbilder. Hier fallt ihr garantiert nicht auf. Richtig interessant wird es im Kellergewölbe. Im „Rabbit Hole” gibt’s bunte Teekannen, Süßigkeiten und am Ende der Tafel ein großes Gemälde von Johnny Depp als Verrückter Hutmacher aus „Alice im Wunderland”. Und das beste? Dort unten seid ihr ungestört.

Herberts-Bar-Salzburg

The Jigger Bar
Wer in der Nähe der Linzergasse unterwegs ist, sollte den Einkehrschwung in die Jigger Bar verlegen. Dort dreht sich alles ums Anderssein. Das beginnt beim Bier, geht weiter bei den Säften (die braucht aber am Poltertag keiner) und zieht sich weiter bis zu den Cocktails (jetzt kommen wir dem Ganzen schon näher). Die gibt’s zum Beispiel in den Geschmacksrichtungen Marillenknödel, Popcorn oder Balsamicoessig. Ohne Scheiß!

Darwin’s
Etwas gehobener geht’s im Darwin’s am Platzl zu. Hier erhält jeder Cocktail ein gewisses Extra. Manchmal ist das so etwas wie Fenchel-Espuma, manchmal wird der Cocktail in einer ausgehöhlten Paprika serviert. So oder so. Man kann sich hier gut und gerne länger aufhalten und sich vom Gin Tonic zum Moscow Mule hochevolutionieren.

Andi Hofer Weinstube
Wein auf Bier, das rat’ ich dir! Soll heißen: Egal, was man vorher zu sich genommen hat – mit Wein kannst nix falsch machen. Die Andreas Hofer Weinstube liegt etwas versteckt in der Steingasse und empfängt ihre Gäste in einer gemütlichen Wirtsstube. Und es gibt – na no na net – Wein en masse. Der ist gut (top!) und günstig (top!) und in der Jukebox liegen jede Menge Oldies zum Mitsingen und melancholisch werden.

Zum Abstürzen

Sind die üblichen Aufgaben erledigt, geht es ENDLICH ans Eingemachte. Ab jetzt spaltet sich die Gruppe meist in zwei Fraktionen: Die einen ziehen weiter mit dir um die Häuser, die anderen sind irgendwann vorher ausgefallen. Für erstere geht’s in Salzburg zum Beispiel hier weiter:

Rudolfskai
Irgendjemand hat mal über das Rudolfskai gesagt: „An fast keinem anderen Ort in Salzburg liegen Freude, Fremdscham und Frustration so eng beieinander.” Dieser jemand ist allwissend. Falls ihr es bis zu den SEGABARs, Irish Pubs und Clubs am Kai schafft, seid ihr wahrscheinlich nicht die einzige Poltergruppe. Wer dem Konkurrenzdruck nicht standhält, sollte sich ein anderes Partyviertel suchen – alle anderen müssen sich umso mehr ins Zeug legen, um Kondome, Penisbrote und Schnuller zu verkaufen. Ihr habt die Wahl!

Gstättengasse
Etwa 10-25 Minuten Fußweg (je nach Pegel) vom Rudolfskai entfernt liegt die Gstättengasse. Hier ist das Publikum etwas älter, als am Kai und es warten einige legendäre, kulinarische Highlights auf euch. Im Flip lohnt sich beispielsweise ein Schwermatrose oder der allseits gefürchtete Long Island Ice Tea. Wir wissen bis heute nicht, was da drin ist – dem Drink verdanken wir aber so einige Blackouts. Gleich nebenan, in der Pizzeria Il Sole, werden euch zu später Stunde seit gefühlten Jahrzehnten Pizzaschnitten mit einer ominösen roten Sauce ausgehändigt. Muss man probieren!

Bergstraße
Etwas ruhiger geht’s in der Bergstraße zu. Hier gibt es ein paar gemütliche Lokale, in denen man entspannt ein, zwei, zehn Biere trinken kann. Da wäre zum Beispiel das good old Schnaitl oder der Alchimiste Belge, eine belgische Bierbar. Gleich gegenüber befindet sich die Beffa Bar, die ebenfalls sehr lässig ist oder – wenns irisch sein darf – ist das Celtic Spirit auch gleich ums Eck.

Karaoke singen
Am Höhepunkt des Abends empfiehlt sich IMMER, ja wirklich immer eine Runde Karaoke. Wo und wann das in Salzburg geht, haben wir letztens mal zusammengeschrieben.

In diesem Sinne: Übertreibt’s es net und viel Spaß!


Titelbild: Photo by Zoriana Stakhniv on Unsplash

Miriam Kreiseder

Miriam hat ihre Zelte in Wien, Kufstein und Porto aufgeschlagen, bevor es sie wieder nach Salzburg gezogen hat. Am liebsten schreibt sie über Musik und Alltagsgeschichten.