Leute kennenlernen Salzburg
Aus dem Magazin

Life Hack: Wie man im Alltag neue Leute kennenlernt

Forever alone? Nicht mit unseren Tipps.

So könnt ihr Leute in Salzburg kennenlernen

Ganz schön tricky: Hat man einmal die Schule fertig, die Uni abgeschlossen und einige Jahre in der Arbeitswelt verbracht, schleicht sich der Alltag ein. Der sieht in viel zu vielen Fällen so aus: Müde aufstehen, Kaffee, arbeiten. Jeden Tag mit denselben Menschen reden. Nachhause gehen, wieder müde sein. Versuchen, sich zum Ausgehen zu motivieren. Scheitern, Netflix schauen und einschlafen.

Irgendwie war es früher einfacher, neue Freund*innen kennen zu lernen. In der Schulzeit geschah das eher beiläufig, der Staat und seine Klasseneinteilung übernahm die Auswahl für uns. Befreundet war man mit denen, die man am liebsten hatte – aus dem Haufen, der eben verfügbar war. Geerdet hat die Freundschaft der Fakt, dass man sich jeden Tag sah, und das über Jahre hinweg. Ein ähnliches Spiel gab’s auf der Uni: Wer das Gleiche studierte oder zufällig auf denselben Partys unterwegs war, hatte Freund*innen-Potenzial. Nur jetzt, seit sich dank Arbeit und fixem Einkommen Routine eingeschlichen hat, ist man aufgeschmissen. Plus: Corona, ihr wisst schon.

Die Krux: Neue Freund*innen finden ist anstrengend

Warum tun wir uns aber so schwer damit, neue Freund*innen zu finden? Eine mögliche Antwort liegt nahe: Es ist verdammt anstrengend. Waren wir früher sowieso mit unseren Besten in der Klasse „eingesperrt”, sind wir heute viel zu busy, um einfach mit anderen rumzuhängen. Neben Job, Haushalt und ständig wiederkehrenden Familienverantwortlichkeiten ist es ein Kunststück, freie Slots im Terminkalender zu finden. Die Krux: Freundschaften, die wachsen sollen, brauchen jede Menge Zeit. Und genau die fehlt Erwachsenen am meisten.

Neue Leute kennenlernen in Salzburg

Wie überall nützt aber es aber auch hier nichts, Zeit mit Sudern zu verplempern. Wenn es stimmt, dass Freundschaften vor allem Zeit brauchen, um zu wachsen, solltet ihr besser sofort mit der Suche beginnen. In Salzburg gibt es jede Menge Möglichkeiten, sich ein soziales Netzwerk aufzubauen, zu dem man gerne gehört. Vielleicht helfen die folgenden Tipps dabei:

#1 Workshops besuchen

Workshops haben zwei Vorteile: Zum einen lernt man etwas, zum anderen findet man potenzielle Freund*innen nach Interessensgebieten. Wer Textildesign gut findet, wird im Siebdruck-Workshop im MARK ähnlich Denkende finden. In der Rockhouse Academy findet ihr gute Angebote für alle Musiker*innen. Im Happylab in der Science City Itzling bastelt ihr mit anderen an euren Ideen. Bei wild.knots wird Makramee geknüpft. And so on.

#2 Sich (politisch) engagieren

Wenn ihr euch schon mal überlegt habt, eine bestimmte Partei zu unterstützen, tretet ihr doch bei. Studis sollten unbedingt nachschauen, was in der ÖH los ist: Hier kümmern sich Studierendenvertreter*innen um ein umfassendes Angebot an Workshops, Clubs, Film-Abenden und vielem mehr. Ehrenamtliche Arbeit ist außerdem immer eine Option, die nicht nur sinnvoll, sondern auch erfüllend sein kann. Ehrenamtliche Arbeit ist außerdem immer eine Option, die nicht nur sinnvoll, sondern auch erfüllend sein kann. Das Freiwilligen Zentrum Salzburg hat praktisch zusammengefasst, wo Hilfe gebraucht wird. Die Aktivist*innen von fridays for future freuen sich außerdem immer über Unterstützung.

#3 Die eigenen Interessen verfolgen

… und dabei Gleichgesinnte finden. Wer schon immer besser im freien Reden werden wollte, sollte sich die Toastmasters Salzburg anschauen und mit den anderen Mitgliedern des Rhetorikclubs an den eigenen Sprachskills arbeiten. Im Literaturhaus finden immer wieder Schreibwerkstätten statt. Und in der Radiofabrik oder bei FS1 lernt ihr Radio oder Fernsehen zu machen.

#4 Fräulein Flora-Events besuchen

Bisschen Eigenwerbung ist an dieser Stelle angebracht. Bei der Fräulein Flora-Stadtflucht treffen sich zehn Personen und fahren irgendwo gemeinsam hin. Und bei den Fräulein Flora-Afterworks versammeln sich viele junge Salzburger*innen, um gemeinsam Musik zu hören und Bier oder AF zu trinken. Die Events finden halbwegs regelmäßig statt und werden immer auf fraeuleinflora.at angekündigt. Bis jetzt waren immer voi die coolen Leute dabei. Und: Nach Omikron werden wir wieder was anreißen.

#5 Ausflüge mit Fremden

together.social ist eine App bzw. eine Onlineplattform. Ziel ist es, sich in Salzburg zu gemeinsamen Unternehmungen zu treffen. Egal, ob alleine oder in der Gruppe: Bei den geplanten Freizeitaktivitäten ist jede*r willkommen. Die Programme sind ziemlich abwechslungsreich und je nach Jahreszeit verabredet man sich an unterschiedlichen Orten. Dann gibt’s noch die Anbandlerei. Da geht’s um die Lieeeeebe. Bei gemeinsamen Aktivitäten lernt man sich entspannt kennen.

#6 Selbst etwas organisieren

Ihr habt etwas im Kopf, das ihr schon lange einmal umsetzen möchtet? Bitte tut es. In Salzburg gibt es einige Locations, die offen für kreative Veranstaltungen sind. Die Jigger Bar eignet sich super, außerdem das Shakespeare oder die academy Bar. Fragen kann man aber so gut wie überall, trauen muss man sich halt.

So haben andere Leute mal jemanden kennengelernt:

Marlene
„Ich hab in meinen 20ern in einem Büro in den USA gearbeitet. An einem Abend gab’s eine Party und einer der Gäste hat eine Begleitung mitgebracht. Wir haben uns gut verstanden und durch einen Zufall – und eigentlich ziemlich unerwartet – konnte die Begleitung sofort in meinem Büro ein Praktikum machen und für ein paar Monate in den USA bleiben. Seitdem simma Freunde – egal wo auf der Welt es uns hintreibt.”

Veronika
„Ich hab einen blonden Kerl im Ikea für einen Verkäufer gehalten (ich war damals jung und ganz neu in Salzburg) und ihn um Beratung gefragt. Er hat gleich mitgespielt und erst an der Kassa das Spiel aufgelöst, dass er auch nur ein Kunde ist. Dann hab ich ihn gefragt, ob er meinen Einkauf vom Europark in die Stadt fahren kann (sehr riskant, ich kannte ihn ja nicht mal). Er hat’s gemacht und dann hab ich ihm ein Dankeschön-Bier ausgegeben und seitdem sind wir Freunde. Ende.”

Ari
„Ich hab vor ziemlich genau zehn Jahren eine Person gefragt, ob ich ein Feuer für meine Zigarette haben kann. Es war ein BZÖ-Feuerzeug, ich hab gesagt ‘sowas hat ma net’ und hab’s weggeschmissen. Mehr oder weniger seitdem sind wir beste Freund*innen.”

#7 Whatsapp-Gruppen im Studium nutzen

Haben wir von Leona gehört. Sie hat uns ihre WG gezeigt und auch erzählt, dass sie ausschließlich Online-Uni hat. Kennenlernen tut man die Kommiliton*innen in diesen Zeiten nicht in der LV, sondern via Whatsapp-Gruppen. Fanden wir einen Eintrag wert. Wie man sich dann gegenseitig zum Kennenlernen einlädt? In dem man einfach fragt. Das ist oft ein guter Anfang.

#8 Für Eltern: Der Spielplatz

Ja, es ist so. Eltern lernt man am Spielplatz kennen. Letztens hat uns jemand gefragt, wie man solche Eltern denn anspricht – und das ist echt leicht. Andere Eltern sind oft genau so gelangweilt wie ihr und genau so dringend auf der Suche nach Gleichgesinnten wie ihr. Ein einfaches „Und, schläft euer Kind auch nicht?“ oder „Schreit euer Kind auch immer?“ tut es schon und man ist im Spiel.

#9 Single Podcast von Salz im Herz hören

Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Sie kommt und geht vom einen zum anderen. Alle einsamen Herzen landen schließlich auf Hendriks Couch. Und werden vorgestellt. Sein Podcast „Salz im Herz“ hat schon 43 Personen interviewt. Alle Single, alle auf der Suche. Und vielleicht ist ja der eine oder die andere auch für euch dabei. Reinhören, schauen, ob die Stimme passt und ganz wichtig, sich dann melden.

#10 Nicht geizen: Sich gegenseitig jemanden vorstellen

Kann man probieren: Ihr habt unterschiedliche Bekannte und denkt euch: Mhm, der und die könnten sich gut verstehen. Stellt sie vor. Arrangiert ein Treffen, bringt sie zusammen und macht eine Freundschaft möglich. Manchmal reicht das schon und a good thing gets going. Deswegen: Seid nicht geizig mit euren Freund*innen und Bekannten.

Ganz zum Schluss: Bitte auch loslassen können

Bei Freundschaften ist es wie beim Daten. Manchmal passt es und manchmal eben nicht. Weil wir oft sehr wenig Zeit haben (Job, Familie, blablabla) und Freundschaften sehr zeitintensiv sein können (und das auch schön ist), muss man potenzielle Freund*innen auch wieder gehen lassen können, wenn es nix ist. Das darf man dann nicht böse nehmen, manchmal soll’s halt nicht sein. Ende.


Titelbild: Photo by Gemma Chua-Tran on Unsplash

Eva ist eine richtige Ex-Exil-Salzburgerin. Frankreich, USA, Schweiz - aber nirgends ist es wie zuhause. Journalismus, Marketing (Kosmetik und dann Bier) und eigentlich redet sie auch ganz gern.