Essen & Trinken Wirtshäuser & Beisl

Salzburgs urigste Wirtshäuser

Wo noch nach Oma's Rezepten gekocht wird.

In regelmäßigen Abständen packt uns das ur-österreichische Verlangen nach Kasnockn, Schweinsbraten und Bier. Zum Glück gibt es in Salzburg ein paar Wirtshäuser, in denen das Schnitzel immer noch so schmeckt wie seinerzeit bei Oma und Opa. Wir habens getestet.

Gasthof zum wilden Mann

Die Getreidegasse gilt ja nicht unbedingt als der Ort in Salzburg, an dem sich authentische Wirtshäuser mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis besonders leicht tun. Gut, dass es den Wilden Mann gibt: Der hat sich nämlich allen Mozart-Quietsche-Entchen zum Trotz bis heute seinen urigen Charme erhalten. Im Sommer sitzt man im Durchhaus zur Griesgasse und im Winter rückt man in der Wirtsstube zusammen. Besonders nett: Touristen beobachten, die sich ins Lokal verirrt haben und dann auf Tuchfühlung mit regionaler Wirtshauskultur gehen. Der Name des Wirtshauses stammt übrigens von der grimmigen Brunnenfigur, die heute gegenüber vom Festspielhaus vor dem Furtwänglerpark zu bewundern ist – sie stand früher in der Griesgasse, in unmittelbarer Nähe zum Wirtshaus.

Getreidegasse 20
+43 662 84 17 87
Mo-Sa 11.00-21.00 Uhr

Gasthof Hinterbrühl

In der Schanzlgasse, direkt gegenüber vom alten Gefängnis, steht seit Urzeiten der Gasthof Hinterbrühl. Er war schon da, als Innereien (wäh!) noch von Menschen unter 70 bestellt wurden und Hotelzimmer noch Fremdenzimmer hießen. In der Gaststube des Salzburger Traditions-Wirtshauses dominiert Eichenholz und an den Wänden hängen Landschaftsmalereien, die wir aus Omis altem Wohnzimmer kennen. Dazu gibts Bratwurst, Gröstl oder Braumeisterschnitzel. Kurz: Die volle Dröhnung Wirtshauskultur.

Schanzlgasse 12
+43 662 84 43 27
Mo-Fr 11.30-22.00 Uhr  

Bärenwirt

Wenn man über 50-Jährige Salzburger nach dem Bärenwirt fragt, dann erzählen sie in 100 Prozent der Fälle die Geschichte von der alten Wirtin, die mit der Pfanne durch die Gaststube patrollierte, um Bratlfettn und Schnitzel an junge, hungrige Männer zu verteilen. Die Wirtin gibt es schon lange nicht mehr und mit ihr ist ein Teil des Bärenwirten gestorben. Die gute Nachricht: urig ist das Wirtshaus immer noch. Die Speisekarte wurde von den jetztigen Besitzern eher sanft adaptiert und die Wirtsstube ist noch immer so schön und gemütlich, wie eh und je. Großes Plus vom Bärenwirt: Es gibt Müllner Bier, das man als größere Runde sogar im Fassl ordern kann. Fun Fact am Rande: Der Bärenwirt und die dazugehörige Bärengasse heißen so, weil dort 1562 mal ein toter Bär angeschwemmt wurde … zumindest erzählt man sich das.

Müllner Hauptstraße 8
+43 662 42 24 04
tgl. 11.00-23.00 Uhr


Der Fräulein Flora-Spezialtipp

Vor einigen Wochen haben wir es das erste Mal ausprobiert und noch immer sind wir ganz begeistert vom Gasthaus Schlössl. Das ist allerdings nicht in der Stadt, sondern in Nußdorf am Haunsberg. Der Ausflug lohnt sich aber, denn es erwartet euch eines der nettesten Gasthäuser überhaupt und das ist einer Traumlage. Wenn ihr schon mal dort seid, spaziert auch gleich zum ehemaligen Steinbruch rüber.


Gasthof Weiserhof

Wie viele philosophische Gedanken kann man einem Beuschl widmen? Offenbar ganz schön viele, zumindest wenn man der ehemalige Inhaber des Weiserhofs ist und sich voll und ganz der Erhaltung klassischer Wirtshausküche verschrieben hat. Warum schreiben wir in der Vergangenheitsform? Weil der ehemalige Pächter Roland Essl in den Ruhestand ging. Übernommen wurde der Weiserwirt von Julian Grössinger, den ihr vielleicht vom Meat & Eat in der Franz-Josef-Straße kennt. Gemütlich und urig lässt sichs nach wie vor im Weiserhof speisen – und im Sommer ist der Gastgarten ein besonders nettes Plätzchen.

Weiserhofstraße 4
+43 662 87 22 67
Mo-Fr 11.00–23.00 Uhr

Kastner’s Schenke

In der Schallmooser Hauptstraße hat es sich die unscheinbare Kastner’s Schenke gemütlich gemacht. Das Lokal war bis 1997 ein echter Heuriger und wird seitdem als „kleinstes Brauhaus Salzburgs“ geführt. Auch hier lockt ein gemütlicher Gastgarten und eine ziemlich beeindruckende Auswahl an Speisen. Außerdem sind die Kellner sehr freundliche Leute, bei denen man gerne länger sitzen bleibt.

Schallmooser Hauptstrasse 27
+43 662 87 11 54
Mo-Fr 17.00-24.00 Uhr

Fuxn

Hätte Schallmoos heute noch einen Dorfwirt, wäre das die Fuxn. Man kommt hierher, weil man sich durch die riesengroße Bierkarte probieren und gleichzeitig richtig gut schnabulieren will. Wir haben in der Fuxn übrigens mal unsere empirische Hendlverkostung durchgeführt – und waren begeistert. Aber auch sonst gibt’s traditionelle Hausmannskost, über Exoten bis hin zur Fuxn-Currywurst.

Vogelweiderstraße 28
+43 662 26 55 14
Di-Do 10.00-24.00 Uhr, Fr-Sa 10.00-01.00 Uhr 

Pauli Stubm

Paul Stubm Salzburg

Gut versteckt in einer romantischen Gasse am Festungsberg liegt die urige Pauli Stubm. Dort ist noch alles wie früher. Und weil die Pauli Stubm von außen so unscheinbar wirkt, drehen die meisten Touristen vor der Türschwelle auch wieder um. Der absolute Höhepunkt ist der Gastgarten, der mit Wärmepilzen, bunten Lichtern und gemütlicher Stimmung zum Verweilen einlädt.

Herrengasse 16
+43 662 84 32 20
Mo-Do 17.00-24.00 Uhr, Fr-Sa 17.00-02.00 Uhr

Urbankeller

Bio kann inzwischen (fast) jeder. Der Urbankeller schreibt sich jedoch das erste bio-zertifizierte Wirtshaus der Stadt auf den Buckel. Demnach beinhaltet die Karte jede Menge österreichische Schmankerl, die von regionalen Lieferanten bezogen werden. Von Bier bis Wein gibt es auch getränketechnisch Bio-Optionen. Und ziemlich gemütlich ist es auch dort. Zum Essen unbedingt ein Salzburger Steinbier bestellen!

Schallmooser Hauptstraße 50
+43 662 87 08 94
tgl. 11.30-24.00 Uhr

Johanneskeller

Wie nennt man ein Wirtshaus, in dem nicht der Wirt das Sagen hat, sondern die Angestellten? Richtig: Johanneskeller! In der Mitarbeiter AG hat nämlich vom Kellner bis zum Chefkoch jeder die gleichen Rechte. Vielleicht ziert das Wappen des Kellers deshalb ein roter Stern. Bei so viel gelebter Kapitalismuskritik geht es hier aber allen in erster Linie um eines: verdammt gute Wirtshausküche! Im Keller-Ambiente vergisst man ganz schnell, ob es draußen noch hell oder schon dunkel ist, was nach dem vierten Bier aber sowieso keine Rolle mehr spielt.

Richard-Mayr-Gasse 1
+43 662 26 55 36
Di-Sa 16.00-24.00 Uhr

Krimpelstätter

Der Krimpelstätter ist der Inbegriff einer traditionellen Gaststätte und ein kulinarisches Kleinod. Seit ungefähr dreitausend Jahren wird dort alles mögliche aufgetischt, was Österreichs Küche an Schätzen verspricht. In Wirklichkeit gibt es den Braugasthof seit 1548. Was völlig egal ist. Die Atmosphäre ist dort genau so, wie man es sich von einem urigen Wirtshaus erwartet.

Müllner Hauptstraße 31
+43 662 43 22 74
Di-Sa 11.00-23.00 Uhr

Matthias Gruber

Matthias Gruber ist ein Ur-Salzburger, der auszog, um Italien und Wien zu erobern. Gern ist er wieder zurückgekommen und macht für das Fräulein Flora wunderschöne Fotos der “Nicht-Nur-Mozartstadt”, die von witzigen Texten begleitet werden.