Die besten Museen in Salzburg
Kultur

Salzburgs spannendste Museen und Galerien

Warum die Salzburger Kulturlandschaft nicht nur für Touristen geschaffen ist.

Galerie Fotohof: Der Zeit bei der Arbeit zusehen

Modern und jung geht es im Fotohof in Lehen zu. Seit 1981 – dem Gründungsjahr der Galerie – bemühen sich Fotografen, Kuratoren und interessierte Laien hier ein Zentrum zu Schaffen, das die Begegnung mit Fotografie ermöglicht: durch Workshops und wechselnde Ausstellungen zum Beispiel. Weil die Fotografie aber nicht nur ein Medium des künstlerischen Ausdrucks ist, sondern auch ein Mittel zur Dokumentation historischer und gesellschaftlicher Umstände, ist es dem Fotohof ein zentrales Anliegen, Bilddokumente und Literatur zu bewahren. Daraus entstand in den letzten Jahren eine der umfangreichsten Bibliotheken zur Fotografie seit 1945. Sie ist frei zugänglich, die Benutzung ist gratis und stundenlanges Schmökern garantiert! Gleich schräg gegenüber vom Fotohof findet sich die Stadtgalerie. Diese bemüht sich in Kooperation mit der Stadt, besonders jungen Künstlern eine unkomplizierte Möglichkeit zu bieten, ihre Werke auszustellen. Ebenso sehenswert: Die Präsenzbibliothek der Galerie 5020 am Residenzplatz. Dort liegt der Fokus allerdings auf Kunst- und Kulturtheorie, Gender Studies und Wissenschaftstheorie.

Haus der Natur: Nur noch schnell das Mondgewicht checken

Netflix statt Naturgeschichte? Das ist ein Fehler. Drum: Raus mit euch! Zum Beispiel ins Haus der Natur. Auch wenn es die gruselig-faszinierenden missgebildeten Tiere mit den Wasserschädeln nicht mehr gibt: ein Besuch lohnt sich immer noch. Der Reptilienzoo mit seinem Achtzigerjahre-Charme lädt zum Lustwandeln ein (was gibt es entspannenderes, als Tieren beim Relaxen und Fressen zuzusehen), vor den Perchtenmasken und dem  brüllenden Dinosaurier im Erdgeschoß kann man sich als Erwachsener auch noch fürchten und das Angebot an Exponaten ist so vielfältig, dass für jedes Interesse etwas dabei ist. Außerdem: Wer schon immer wissen wollte, ob er auch auf allen anderen Planeten unseres Sonnensystems mit seinem Gewicht zufrieden wäre, kann das auf den Waagen in der Dauerausstellung über den Weltraum herausfinden.

Spielzeugmuseum: Blödeln und blaue Flecken

Wir bleiben beim Thema “Für Kinder und Kindische” und spazieren ein paar Meter weiter ins Spielzeugmuseum. Jede*r Junggebliebene kann man dort problemlos die Straßenschuhe gegen quietschbunte Crocs tauschen und sich historisches Spielzeug anschauen, mit der Murmelbahn spielen oder ein Bobby-Car Rennen veranstalten. Bloß die Rutsche sollte man dem Hinweistaferl entsprechend meiden wenn man mehr als 45 Kilo hat. Man wird einfach zu schnell und das kann aus eigener Erfahrung nur in einem blauen Steißbein enden. Und dann ist da natürlich der gelegentliche Nostalgiemoment, beim Anbilck der alten Spielsachen: „ Kennt ihr das? Ich hatte das auch!“ Unbezahlbar.


>> Tipp: Museumstour für lau mit der Salzburg Card <<

Schlaue Museumsfans sparen Geld. Das geht am besten mit der Salzburg Card. Mit dieser könnt ihr nämlich einmalig gratis in ALLE Sehenswürdigkeiten und Museen. Wie geil ist das denn? Außerdem ist die Karte ein Freifahrtschein für die Öffis und es gibt jede Menge weitere Vergünstigungen bei kulturellen Veranstaltungen und bei vielen Ausflugszielen – z.B. für den Kletterpark Waldbad Anif, die Salzwelten Hallein oder den Soccerpark Salzburg. Für einmalig 28 Euro.

Do überlegst nu?


Salzburg Museum: Klugscheißerwissen sammeln

Das Spielzeugmuseum ist übrigens eine Filiale des Salzburg Museums. Im Haupthaus am Residenzplatz dreht sich alles um die Geschichte der Stadt. Aber keine Sorge: Von einem langweiligen Heimatmuseum sind wir hier weit entfernt. Das Salzburg Museum hat sich mit der Dauerausstellung “Erzähl mir Salzburg” große Mühe gegeben, die Geschichte unserer Stadt spannend aufzubereiten. So erfährt man hier etwa, warum ein Vulkanausbruch in Indonesien die Salzburger dazu brachte, mehr Kartoffeln zu essen und warum das Festspielhaus eigentlich in Hellbrunn hätte stehen sollen.

Hellbrunn: Vor Spaß die Hosen nassmachen

Apropos Hellbrunn: Wer auf Kunstgeschichte steht, muss unbedingt die Reise in den Salzburger Vorort antreten: Architektonisch orientiert sich das Lustschluss an italienischen Landvillen, welche in der Renaissance einen großen Aufschwung erfuhren. Außerdem ist die Parkanlage unglaublich schön und harmonisch gestaltet. Dank des omnipräsenten Wassers ist es dort auch im Sommer erträglich und die Beobachtung der Störe in den Weihern ist ein beruhigendes Erlebnis. Neue Salzburger*innen können auch ruhig mal in den Wasserspielen vorbeischauen. Es ist nämlich ziemlich beeindruckend, wie hier schon im 17. Jahrhundert mit einfachen hydraulischen Mitteln ein Vergnügungspark geschaffen wurde, der mit manchen heutigen Anlagen locker mithalten kann. Am Besten besucht ihr die Wasserspiele im Frühling oder Herbst, dann sind auch die nervigen Touristenmassen weg. Und last but not least:  die Hellbrunner Allee ist (wahrscheinlich) die älteste, erhaltene Allee der Welt und immer gut zum Joggen, Spazieren oder Radfahren.

Museum der Moderne: Zu fein für Guggenheim

Eigentlich sollte am Salzburger Mönchsberg heute eine Filiale des weltberühmten Guggenheim Museums stehen. Doch die Lokalpolitik lehnte das visionäre Bauvorhaben von Stararchitekt Hans Hollein ab. Deshalb bewundert die Welt Guggenheims Schätze heute in Bilbao. Doch macht euch nichts daraus: Mit dem 2004 eröffneten Museum der Moderne hat Salzburg einen würdigen Ersatz bekommen. Gezeigt werden hier wechselnde Ausstellungen sowie Exponate aus der Sammlung Rupertinum. Sehenswert ist das Museum nicht nur für Kunstfans, sondern auch wegen des traumhaften Panoramablicks über die Mozartstadt. Wer es eilig hat, fährt mit dem Aufzug nach oben. Alle anderen gehen zu Fuß auf den Mönchsberg und genießen den Spaziergang über Salzburgs bewaldetes Dachgeschoß.

Haus der Stadtgeschichte: Alzheimerprophylaxe für eine ganze Stadt

Als abschließenden Tipp haben wir einen Ort, der für 0815 SalzburgerInnen vielleicht weniger besuchenswert erscheint, als ein klassisches Museum. Das Haus der Stadtgeschichte ist Sitz des Stadtarchivs und sorgt dafür, dass wir auch in 100 Jahren noch wissen, wie Salzburg ums Jahr 2000 getickt hat. Damit übernimmt das Haus gemeinsam mit den anderen Archiven der Stadt die wichtige Rolle des kulturellen Langzeitgedächtnisses. Klingt fad? Ist es nicht! Immer wieder gibt es hier spannende Hausführungen und Veranstaltungen, die beweisen, wie uns die Geschichte bis heute prägt.

Lisa-Viktoria Niederberger

Die Quoten-Oberösterreichin im Team hat die Salzburger und das Schreiben in und über Salzburg lieben gelernt. Ob literarisch oder journalistisch ist zweitrangig, in einer Stadt, wo man die Inspiration quasi vor der Haustüre findet.