Shoppen

Nieder mit den großen Ketten: So shoppt ihr in Salzburg regional und nachhaltig

Think global, buy local!

So geht es ohne Amazon und Co.

Wie bitte? Holländischer Käse in der Getreidegasse oder amerikanischer Pappendeckelkaffee im Europark? Das muss nicht sein. Wir haben uns nach regionalen Alternativen zu internationalen Konzernen umgesehen.

Kaffee trinken

Seit ein paar Jahren gibt es auch in Salzburg mehrere Filialen der amerikanischen Kette mit der Kaffeebohne im Namen. Leider, möchte man sagen, denn das Unternehmen steht für alles, was man an Globalisierung und Finanzkapitalismus schlecht finden kann: Von der Ausbeutung eigenen Lieferant*innen über Steuervermeidung bis zur Umweltverschmutzung. Und teuer ist die Plörre auch noch. Dabei gibt es in Salzburg wirklich mehr als genug Adressen, an denen man richtig guten Kaffee trinken kann. Und zwar mit gutem Gewissen. Da wäre zum Beispiel das göttliche Kaffee Alchemie am Rudolfskai oder das 220Grad im Nonntal und in der Chiemseegasse. Für den Kaffeequickie zwischendurch bestens geeignet ist auch das We Love Coffee am Mozartsteg, mit seinen immer gut gelaunten Besitzern Janja und Ivi. Und dann natürlich unsere liebsten Newcomer, Das Memberg am Ende der Linzergasse und das Neighborhood Café im Glanbogen. Bei vielen dieser Cafés könnt ihr die Bohnen auch für zuhause kaufen.

Burger essen

Es gab mal eine Zeit, da war der Schachtelwirt tatsächlich die einzige Möglichkeit, um in Salzburg an Hamburger zu kommen. Und seien wir ehrlich: Es war geil! Nachmittage beim Maci gehören einfach zum Standardrepertoire jeder guten Jugend. Aber spätestens mit Erlangen des Führerscheins ist es dann aus mit der Pappendeckelfresserei. Denn wer wissen will, wie ein echter Burger schmeckt, braucht keine internationalen Franchiseketten. Wir sagen nur: Pommes Boutique oder Bio Burger Meister. Wer beim Burgeressen gerne Restaurantatmosphäre hat, der gehe zu Ludwig. Wer es gediegen will, der diniert im Sachergrill (Hotel Sacher). Spätnachts geht man zum Daimler’s. Und wer es vegan will, der geht zu Vleischpflanzerl. Noch Fragen?

Übrigens: Liefern lassen müsst ihr euch die Sachen auch nicht von den Industrieriesen. Die Foodninjas wurde anno dazumal von Salzburgern gegründet (bevor es verkauft wurde) und kommen mit dem Rad zu euch.

Bioburgermeister in Salzburg

Lebensmittel einkaufen

Jetzt wird es tricky, denn beim täglichen Einkauf ist es oft die komfortabelste Variante, einfach bei der nächsten Supermarktfiliale einzuschneien. Dabei gäbe es jede Menge guter Alternativen. Zum Beispiel den Ökohof Feldinger im Rochushof, der fast ein vollwertiges Supermarktsortiment anbietet. Oder das Genuss pro Gramm, wo man unverpackt einkaufen kann. Eine tagesaktuelle Auflistung aller geöffneten Salzburger Märkte findet ihr hier. Nicht zu vergessen unsere lieb gewonnenen türkischen und asiatischen Supermärkte, die es mittlerweile in fast jedem Salzburger Gretzl gibt. Ajo und brandnew: In der Imbergstraße arbeitet gerade das Team von Wild und Nackig daran, einen neuen Unverpackt-Laden aufzumachen. Kommt bald.

Kleidung shoppen

Muss es wirklich jedes Mal die neueste Kollektion des skandinavischen oder spanischen Ausbeuterunternehmens sein? Wunderschöne Dinge mit kleinem ökologischem Fußabdruck und ohne Blut am Label gibt es zum Beispiel bei Zerum, beim Weltladen oder bei Erdbär Organic Warehouse. Für alle, die Second Hand Shops mögen, gibt es hier einen eigenen Artikel mit unseren Lieblingsshops in Salzburg. Schöne Kindermode findet ihr bei Crai oder beim Stoffamt. Und bei der Kleidertauschparty im Mark könnt ihr in Nicht-Cornazeiten eure getragenen Teile gegen neue Lieblingsteile eintauschen. Zwar nicht aus Salzburg, aber voi cool: Babäm ist ein 2nd hand-Onlineshop, dessen Gewinn direkt an SOS Kinderdorf geht.

Foto (c): ZERUM

Bücher und Musik besorgen

Dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon nicht das Gelbe vom Ei sind, dürfte bekannt sein. Amazon wird es zwar im Grunde wurscht sein, ob ihr eure Bücher und CDs dort oder woanders kauft, aber man muss ja auch nicht unbedingt aus dem Kakao trinken, durch den man gezogen wird. Deshalb holt euch Bücher besser von Stierle oder von der Rupertusbuchhandlung und Musik vom Musikladen oder von Minerva Records. Die Wartezeit ist im Normalfall übrigens kürzer als bei einer Amazon-Bestellung.

Bücher-Stierle

Möbel kaufen

Der Geruch des frisch gelieferten Ikea-Katalogs ist eine unserer schönsten Kindheitserinnerungen. Trotzdem stellt sich die Frage, ob man wirklich mit jedem neuen Umzug wieder eine neue Ladung lackierter Spannplatten braucht. Von den anderen Möbelhäusern, die während einer globalen Pandemie zu ausgedehnten Shoppingtrips aufrufen, reden wir erst gar nicht. Gut, dass es in Sachen Inneneinrichtung solide Alternativen gibt. Gebrauchte Möbel und Hausrat bekommt man bei der WABE, wo so mancher Vintage-Schatz schlummert. Das Wohnkram restauriert wunderschöne Möbel und im Jetlag werden Vintage-Fans fündig. Dann gibt’s ein paar andere High-End Sachen bei Möbel Scheicher und in der Werkschau. Freund*innen von uns stehen übrigens voll auf Woodyliving.

Das aller Nachhaltigste wäre übrigens: Einfach mal gar nix kaufen. Schafft’s ihr das?

Hat studiert, als man in der Uni noch rauchen durfte und macht seitdem immer irgendwas mit Medien. Bei Fräulein Flora hat er endlich einen Arbeitsplatz gefunden, an dem er sich nicht täglich heulend im Klo einsperren möchte. Und bleibt deshalb noch ein bisschen.