Österreichische-Schimpfwörter
Kultur Literatur

10 schöne österreichische Schimpfwörter

Kleine Übersicht der österreichische Schimpfwörter-Landschaft

Nachdem wir uns im letzten QWANT. mit Salzburgs schönsten Schimpfwörtern beschäftigt haben, wurde uns das “Handbuch der österreichischen Schimpfwörter” zugeschickt. Wir können nicht nachvollziehen, wie der Verlag auf diese Idee gekommen ist *chch*.

Das schöne Werk haben wir uns gleich zu Gemüte geführt – und ganz neue Einblicke in die Welt der heimischen Schimpfwörter bekommen. Hier findet ihr unsere Top 10 an bösen Wörtern, die wir bisher nicht kannten und über die wir herzhaft lachen mussten.

#1 Estragonscheißer, der

Ein anderes Wort für Angsthase oder Dünnscheißer. Jemand, der sich vor allem und jedem fürchtet und immer noch beim Einschlafen das Licht anlässt.

“Geh, schau da den Estragonscheißer o – der rennt sicher glei Rearn zur Mama.”

#2 Juli-Krampus, der

Der Juli-Krampus ist ein hässlicher Badegast. Diese Spezies ist vor allem in Frei- und Strandbädern zu beobachten – und wie ein Unfall: Man kann einfach nicht wegschauen.

“Do was gscheider der Juli-Krampus kimmt im Winter wieder, wons Strondbod zua hod.”

#3 Pöhz-Goschn, die

Die Pöhz-Goschn hat zwei Bedeutungen. Zum Einen sind damit Bartträger gemeint, deren Auswuchs um ein Vielfaches über den Drei-Tage-Bart hinausgeht. Und zum Anderen die pelzige Zunge nach exzessivem Alkoholkonsum. Wir sagen dazu auch Füzpappn.

“Ohne Bort schaut de Pöhz-Goschn sicher aus wie a kloans Kind.”
“Ge leck, hob i a Pöhz-Goschn. Mi brandlts gscheid her.”

#4 Hochgschissener, der

Hochgschissener ist ein anderes Wort für Snob, als für die “geldige” oder eingebildete Oberschicht. Und von denen gibt’s nicht nur in Salzburg jede Menge.

“Aha, Herr und Frau hochgschissen müssen sich erst fein herausputzen, bevors mitn Pöbel redn.”

#5 Beidlgruft, die

Das weibliche Geschlechtsteil wird oft liebevoll “Beidlgruft” genannt. Warum sich das Wort so zusammensetzt, wie es das tut, kann man sich mit ein bisschen Fantasie selbst zusammenreimen.

“I soidad mei Beidlgruft wieder moi onschaun lossn, is scho wieder a Johr her.”

#6 Briaftaubn, stinkade!, die

Briaftaubn ist ein anderes Wort für den Briefträger – und stinkade… naja, das müssen wir wohl nicht erklären. Mit der stinkaden Briaftaube ist also ein übelriechender Postbote gemeint.

“Auf mei Packerl kunnst nächsts Moi scho a weng besser aufpassen und woschn kunnst di a –  Briaftaubn, stinkade!”

#7 Schmähduttln, die

Schmähduttln – das ist in der Schimpfwörter-Sprache ein anderes Wort für Silikonbusen. Die unechten Brüste werden also einfach nicht für voll genommen.

“Glaubst, sand de echt? – Na, de hod fix Schmähduttln, des seg i von da Weitn.”

#8 Futkarli, der

Nicht Futsepp oder Futfronz, sondern Futkarli. Dieses Schimpfwort hat zwei Bedeutungen. Einerseits wird so ein “Damendiener” bezeichnet – und andererseits ist es ein anders Wort für einen “liebestollen Mann”.

“Kennst scho den Neichn von da Nochbarin? Des is a gscheida Futkarli, herst.”

#9 Deliriumwanzn, die

Ihr kennt eine versoffene, mühsame Person? Dabei handelt es sich um eine Deliriumwanzn. Das “Delirium” bezieht sich wohl auf den ständigen betrunkenen Zustand und das “Wanzn” auf das Mühsame. So ähnlich wie “Lästwanzn”.

“Gestern is a ma wieder am Orsch gonga, de oide Deliriumwanzn.”

#10 Wurschtfredl, der

Wir sind sicher, ihr wart auch schon mal beim Wurschtfredl. Das ist nämlich ein anderes Wort für “Hautarzt”. Egal, ob unliebsame Warzen oder ein grauslicher Ausschlag – Wurschtfredl hilft euch!

“I muas wieder moi zur Muttermalkontrolle zum Wurschtfredl.”

Bonus Track: #11 Verbrunzter, der

“Mah, i bin so verbrunzt” würde wohl niemand so sagen. Dass man verliebt ist, aber schon. Der Verbrunzte ist deshalb der Schwer-Verliebte, der die Welt nur noch rosa sieht.

“Schau dan o, den Verbrunzten – hod nur nu Herzerl vor de Augn.”

Eigentlich müsste der österreichische Dialekt eine Auszeichnung für seine Kreativität und Hingabe zum Fluchen und Aufregen bekommen. Weil es das nicht gibt, gibt es Bücher wie das “Handbuch der österreichischen Schimpfwörter“, das uns den Tag versüßt hat. Vielen Dank dafür!


Huacht’s zua:

Wir haben das Buch “Handbuch der österreichischen Schimpfwörter” als Presseexemplar von Nadine Ratzenberger von der Agentur Dr. Barbara Brunner Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt bekommen. Wir danken dir dafür, es ist so lustig!

Miriam Kreiseder

Miriam hat ihre Zelte in Wien, Kufstein und Porto aufgeschlagen, bevor es sie wieder nach Salzburg gezogen hat. Am liebsten schreibt sie über Musik und Alltagsgeschichten.