Rausgehen Sport

Langlaufloipen in Salzburg

Skaten im Winterwunderland.

Vor einigen Jahren haben wir uns ins Langlaufen verliebt. Warum? Weil immer nur Skifahren zu teuer und bequem ist und wir manchmal brennende Wadln den von Skischuhen gequetschten vorziehen. Wer schon einmal seinen Rhythmus gefunden hat und über die knirschenden Loipen durch die weiten Schneefelder geschwebt ist, weiß, wovon hier die Rede ist. Und weil das Salzburg ein Eldorado für Langläufer*innen ist und viele Loipen maximal in einer guten Stunde erreichbar sind, haben wir unsere Lieblingsörtchen zusammengeschrieben. 

Titelbild: Ekaterina Skidanenko


Vorsicht

Einige Loipen könnten bei starkem Schneefall wegen Lawinengefahr oder umfallender Bäume gesperrt sein. Andere könnten aufgrund fehlenden Schnees (auch das soll vorkommen) nicht gespurt sein. Bitte informiert euch zeitnah über den Loipenbericht! Für uns zuverlässige Quelle sind Bergfex oder ein kurzer Anruf beim örtlichen Tourismusbüro.


Der knackige Beau: Postalm

© Postalm.at

Eingebettet zwischen Wolfgangsee und dem Lammertal liegt auf einer Höhe zwischen 1200 und 1900 Metern die Postalm in Postkartenoptik. Das sonnengeküsste, durchaus hügelige Hochplateau wird als Loipe gerne unterschätzt. Mit guten zwölf Kilometern Länge müht man sich als passionierte*r Langläufer*in auf der Panoramaloipe Steigung um Steigung ab. Aber brennende Wadeln sind ja schließlich das, was man wirklich will. Und die Aussicht, Begleiter jeden Meters, belohnt jede Mühe. Besonders dann, wenn man den Punkt erreicht, wo der Blick hinunter zum Wolfgangsee freigegeben wird.

Ticket: 8 Euro (für Straßenbenützung, das Langlaufticket ist imbegriffen).
Anreise: Über Strobl am Wolfgangsee (B 158- Ausfahrt St. Wolfgang) oder von Abtenau (B 162- Ausfahrt Voglau) .
Wir empfehlen: Die Panoramaloipe, Einstieg Parkplatz 3.
Skating und Klassisch.

Die Ausdauerhafte: Die Tiefbrunnau

© Ekaterina Skidanenko

Weil sie mitten durch unberührte Schneedecken in geschwungenen Längen vorbei an Bauernhofidyll und Wäldchen führt, ist die Tiefbrunnauloipe für Genussläufer*innen ein Traum. Weil sie aber mit 20 Kilometern die Kondition durchaus beansprucht, sollte man entweder genügend Zeit (für Pausen) einplanen, oder eine Grundausdauer vorweisen können. Damit Genussloipe auch Genussloipe bleibt, raten wir allen, die Runde von der Tiefbrunnau und nicht von Faistenau aus zu beginnen. Dann befindet sich die mörderische Steigung bei Faistenau nämlich nicht am Ende der Runde, wo man ohnehin nur noch von den letzten Reserven zehrt.

Ticket: 6 Euro.
Anreise: Bundesstraße Richtung Wolfgangsee (B 158), Abfahrt nach Hof beim Kreisverkehr Richtung Baderluck. Bis nach Faistenau weiter Richtung Tiefbrunnau.
Wir empfehlen: Einstieg bei den Parkplätzen P3 oder P4 in der Tiefbrunnau.
Klassisch und Skating.

Für den Feierabend: Die Nachtloipe Faistenau

© Josef Rehrl

Mit einer Länge von fünf Kilometern ist die Kugelbergloipe ein willkommener Spielplatz zum Afterwork- Austoben. Denn: Weil sie mit Flutlichtern ausgestattet ist, kann man hier bis 21 Uhr seine Runden drehen. Das ist dann umso schöner, wenn das Dorf und die Welt in Ruhe gedeckt werden und einzig das gleichmäßige Knirschen unter den Skiern das Workout begleiten. Schwierigkeitstechnisch befindet sich die Loipe im mittleren Bereich: Mit einigen kurzen Steigungen gesegnet, wird das romantische Langlaufen bei Flutlicht so zur nicht allzu kitschigen Angelegenheit.

Ticket: 6 Euro.
Anreise: Faistenau bis Ortskern/Schule (nach der Kirche links).
Wir empfehlen: Warten, bis es wirklich finster ist. Einstieg direkt im Ortskern (Schule) und der roten Beschilderung folgen.
Klassisch und Skating.

Die Sonntagsspaziergängerin: Die Bluntauloipe

© Bernhard R. Moser Photography

Wir können uns nur wiederholen: Das Bluntautal haben wir Sommer wie Winter besonders lieb. In der kalten Saison schlängelt sich die klassische Langlaufloipe etwa vier Kilometer durchs gesamte Tal, vorbei am zugefrorenen Bluntausee bis zum Bärenwirt, der seine Stellung hält wie ein unerschütterlicher Krieger. Zurück geht es die gleiche Strecke, nach einem stärkendem Heißgetränk im Bärenwirt. Die Tour durchs Bluntautal mutet eher einem wildromantischen Schneespaziergang an und eignet sich für einen gemütlichen Sonntag. Oder fürs erste Date.

Ticket: Kostenlos.
Anreise: Tauernautobahn bis Golling, dann links abbiegen auf die B 159 Richtung Zentrum. Vor dem Bahnhof links auf die Wasserfallstraße über die Salzachbrücke abbiegen. Dann wieder links und den Schildern folgen, beim Gasthof Göllhof gibt es Parkmöglichkeiten.
Wir empfehlen: Etwas wärmer einpacken als gewöhnlich- durch das Bluntautal zieht sehr viel kalte Luft.
Klassisch.

Derzeit ist die Bluntauloipe aufgrund von Lawinengefahr und umgestürzten Bäumen leider gesperrt.

Die sanfte Anfängerin: Die Seeuferloipe am Wolfgangsee

© Ekaterina Skidanenko

20 Kilometer Langlauffreuden bietet auch die Seeuferloipe entlang des Wolfgangsees zwischen Strobl und Abersee. Weil sie freundlich flach ist, kann man hier als Anfänger*in schnell den Spaß an der Sache entdecken, ohne sich über steile Abschnitte quälen zu müssen. Geübte Läufer*innen können ihre Sprintfertigkeiten perfektionieren. An einigen Stellen läuft die Loipe direkt am Wolfgangsee vorbei, sodass das Auge auch was mitnimmt und die Etappe durch das Naturschutzgebiet Blinklingmoos bietet Momente zum Durchatmen und Genießen.

Anreise: Bundesstraße B 158 Richtung Hof bei Salzburg, St. Gilgen und weiter nach Abersee. Loipeneinstieg beim Gasthaus Gamsjaga.
Wir empfehlen: Auf die Schneebedingungen achten, damit man nicht auf matschigem Schnee dahinkriechen muss.
Klassisch und Skating.

Veronika Ellecosta

Veronika Ellecosta ist aus Südtirol ausgewandert, des Studiums und des Auswanderns wegen. Ist in Salzburg angekommen. Hat bei Fräulein Flora Unterschlupf gefunden und begonnen, die Stadt schreibend zu erkunden und damit immer wieder aufs Neue anzukommen.