20 todsichere Anzeichen, dass Festspielzeit ist

Irgendwie lieben wir die Festspiele ja. Immerhin sind sie der Grund, dass sich Salzburg jeden Sommer für zwei Monate groß und wichtig anfühlt. Außerdem sorgen sie ganz nebenbei für manch skurrilen Farbklecks im sonst doch eher berechenbaren Salzburger Stadtalltag. Falls ihr neu in Salzburg seid, findet ihr hier 20 todsichere Anzeichen, dass wieder Jedermann-Saison ist.

So merkst du, dass die Festspiele in der Stadt sind:

#1 Der Anteil an Gold-Sakko-Trägern in der Getreidegasse steigt schlagartig um 1.000 Prozent.

#2 Der Anteil an Audis, oder anderen Bonzenkarren, die mit angelassenem Motor mitten auf der Straße parken, steigt schlagartig um 2.000 Prozent.

#3 Statt INTOUCH zu lesen, setzt du dich abends einfach in den Furtwänglerpark.

#4 Du bist beeindruckt von der Kreativität der Festspiel-Sponsoren. Vor allem dann, wenn du den Jedermann wassertrinkend über den Kapitelplatz laufen siehst, wie er mit den „ganz normalen Leuten“ redet.

#5 Die Innenstadt füllt sich mit Trachtlern (aka Volkstanzlern), die mit brennenden Stöcken im Kreis rumrennen.

#6 In den sonst verlassenen Altstadt-Wohnungen brennt plötzlich wieder Licht – somebody’s home!

#7 Bei der Eröffnungsrede mahnt ein moralisch integrer Schriftsteller oder Wissenschaftler vor Klimawandel, Ausbeutung und Doppelmoral. Ölmanager und Superreiche im Publikum nicken betroffen, fühlen sich ergriffen und machen dann weiter wie bisher.

#8 In Claudia Stöckls „Frühstück bei mir“ antwortet ein Jedermann-Darsteller auf die selben belanglosen Fragen wie im Jahr zuvor und irgendein blauer Politiker fantasiert von der Gefahr einer transsexuellen Buhlschaft.

#9 Auf den Straßen trifft man an Wochentagen ausnahmsweise auch nach 22 Uhr noch Menschen.

#10 Jeder Salzburger Jugendliche arbeitet plötzlich bei den Festspielen und verdient dort beim Kartenabreißen mehr als ein*e Verkäufer*in in 3 Monaten.

#11 Du kannst beim Haus für Mozart beobachten, wie sich die Statisten vor deinen Augen nackt ausziehen, weil sie vergessen haben, die Jalousien zuzumachen. Augen zu und durch!

#12 Es schaudert dich, wenn über dem Mönchsberg einer nach dem Jedermann ruft. Schließlich könnte er dich meinen.

#13 Beim dm am Universitätsplatz steht ein 70-Jähriger in knallpinker, kurzer Lederhose, mit Hut und Stock an der Kasse vor dir.  Es ist aber kein Kaulitz. (true story)

#14 Du musst immer ausgerechnet dann mit dem Fahrrad über den Domplatz, wenn gerade Jedermann stirbt und stehst dann ratlos vor verschlossenen Toren.

#15 Du hast schon  mal gewusst, wer heuer den Jedermann spielt, aber jetzt wieder vergessen.

#16 Die Verkehrspolizist*innen vorm Festspielhaus fadisieren sich zu Tode und bestrafen dich vor lauter Langeweile wegen Belanglosigkeiten wie „Jemanden-am-Gepäckträger-Mitnehmen“ oder „Fahren ohne Licht“.

#17 Auf wundersame Art und Weise verschwinden alle offenen Baustellen. Mozartplatz? Was ist passiert?

#18 Das Nicht-Festspielbezogene Kulturprogramm geht gegen Null. 

#19 Sobald deine Möchtegern-Oberen-10.000-Freund*innen einen Stehplatz bei den Festspielen ergattert haben, posten sie schon Tage davor Selfies, auf denen sie mit Ticket und Billig-Schampus in Plastik-Sektgläsern posieren.

#20 Du spazierst an einem sonnigen Abend durch die wunderbar lebendige Altstadt und denkst dir, dass du in der schönsten Stadt der Welt lebst!

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