Obdachloser Mann
Aus dem Magazin

Wintereinbruch: Wie man obdachlosen Menschen in Salzburg helfen kann

Der aktuelle Wintereinbruch ist für Menschen ohne feste Bleibe lebensbedrohlich! Wie die Situation in Salzburg aussieht und was man tun kann, um zu helfen, erfahrt ihr hier!

Endlich wird es Winter und wir freuen uns über jede einzelne Flocke, die den Boden erreicht. Doch während wir unsere Snowboards und Schlitten abstauben, ist der aktuelle Kälteeinbruch für Menschen ohne feste Bleibe lebensbedrohlich. Wie ihr in Salzburg helfen könnt? Haben wir zusammengeschrieben.

Das Kältetelefon anrufen

Wenn jemand auf der Straße schlafen muss, ist das auch in den Sommermonaten ein schwieriges Los. Im Winter ist es aber schlicht und einfach lebensgefährlich. Die Caritas hat deshalb ein Kältetelefon eingerichtet, das ihr anrufen könnt und sollt, wenn ihr jemanden auf der Straße schlafen seht. Dringend Hilfe rufen sollte man übrigens auch, wenn am Rudolfskai jemand „einfach nur“ zu viel getankt hat und dann am Mozartsteg in seiner eigenen Kotze pennt. Auch hier gilt: Lieber einmal zuviel betrunkenen Ärger auf sich ziehen, als jemanden erfrieren lassen! Die Telefonnummer des Kältetelefons lautet 0676 / 848 210-651.

Bitte speichert euch die Nummer vom Kältetelefon ein, damit ihr sie im Notfall parat habt. Sie lautet 0676/ 848 210-651. Sagt es allen euren Freund*innen!

Das Haus Franziskus unterstützen

Bis vor einem Jahr gab es in Salzburg eine Notschlafstelle für „einheimische Obdachlose“ und parallel dazu mehrere improvisierte Notquartiere für sogenannte Armutsreisende, also jene Leute, die viele von uns als „Die Bettler aus der Altstadt“ kennen. Diese Situation war für alle Beteiligten und Betroffenen alles andere als ideal. Deshalb hat die Caritas mit Unterstützung der Stadt das Haus Franziskus errichtet. Hier wird zum ersten Mal umfassend allen Menschen geholfen, die keine Bleibe haben: mit einem Bett, mit Duschen und mit warmem Essen. Ihr wollt helfen? Dann könnt ihr euch zum Freiwilligendienst melden. Gesucht werden Freiwillige, die ab und zu einen Abend- und Küchendienst übernehmen wollen. Da wir sowas schon selbst öfter gemacht haben, können wir mit Selbstvertrauen sagen: Es zahlt sich aus, als Freiwilliger zu hackeln. Oder aber ihr bringt Lebensmittel am 29.11.18 zum Stand der Caritas auf der Schranne, Ecke Huber Sattler- Gasse/Faberstraße.

Das Projekt Biwak unterstützen

Strafe zahlen fürs Obdachlos sein? Ja, das gibt es jetzt bei uns. In Salzburg wurden letzte Woche zehn Obdachlose zur Kassa gebeten. Der Grund: Sie hatten im Volksgarten übernachtet und sich mit Plastikplanen vor der Witterung geschützt. Damit hätten sie gegen das Campierverbot verstoßen, so die Stadt. Das hat die Menschen pro Person 200 Euro gekostet, wird in einer Aussendung der Plattform für Menschenrechte berichtet. Derzeit befinden sich ungefähr 150 Notreisende und Obdachlose in Salzburg. Nicht alle von ihnen kommen im Haus Franziskus unter. Deshalb hat die Katholische Kirche letzte Woche das Projekt Biwak gestartet. Seit Sonntag finden jede Nacht mehr als 25 Personen Schlafplätze in wechselnden Räumlichkeiten wie dem Markussaal, der Katholischen Hochschulgemeinde oder der Dompfarre. Wer das junge Projekt Biwak unterstützen möchte, kann als Freiwillige*r mit den Obdachlosen in der jeweiligen Unterkunft übernachten. Meldet euch einfach bei Günther Jäger (guenther.jaeger@kirchen.net) und Herbert Müller (paherrnau@gmx.at).

Warme Sachen spenden

Ihr habt noch warme Jacken, dicke Hosen, Schals, Handschuhe, Isomatten und und und? Bitte packt sie zusammen und spendet sie ans Caritas Logistik Zentrum in Hallwang in der Wiener Bundesstraße 5/1.

Geldspenden

Wenn ihr keine Zeit und sowieso keine alten Klamotten zuhause rumliegen habt, könnt ihr Menschen in Not auch direkt mit einer Geldspende hier unterstützen. Um 29 Euro könnt ihr bei der Caritas beispielsweise einen Schlafsack finanzieren. Sinnvoll investiertes Geld in der Vorweihnachtszeit.

Matthias Gruber

Matthias Gruber ist ein Ur-Salzburger, der auszog, um Italien und Wien zu erobern. Gern ist er wieder zurückgekommen und macht für das Fräulein Flora wunderschöne Fotos der “Nicht-Nur-Mozartstadt”, die von witzigen Texten begleitet werden.