Obdachloser Mann
Mischmasch

Wintereinbruch: Wie man Menschen in Salzburg helfen kann

Der Winter ist für Menschen ohne feste Bleibe lebensbedrohlich! Was man tun kann, um zu helfen, erfahrt ihr hier!

Bitte helfen wir uns gegenseitig!

Bald ist Winter und trotz Corona freuen wir uns wie jedes Jahr auf jede einzelne Flocke, die den Boden erreicht. Doch während wir unsere Snowboards und Schlitten abstauben, ist jeder Kälteeinbruch für Menschen ohne feste Bleibe lebensbedrohlich. Deshalb sammeln wir in diesem Artikel Möglichkeiten, wie ihr in der kalten Jahreszeit helfen könnt.

#1 Sinnvolle Sachspenden hergeben – auch unterm Jahr

Es kommt ja jetzt wieder die Zeit, wo man von A bis Z über Spenden-Möglichkeiten informiert wird. Gut so, aber wir haben da einen Zusatz-Vorschlag: Auf der Seite fuereinand.at könnt ihr euch zu einem Newsletter eintragen und bekommt dann bei Bedarf eine Mail, in der steht, was unterschiedliche Einrichtungen gerade brauchen. Das eine ist – no na – Geld, das andere sind Dinge wie Hygieneartikel, Pflegeprodukte, Kindersachen usw. In der Mail von fuereinand steht das übrigens genau drinnen. Beim nächsten Mal Tampons kaufen könntet ihr z. B. ein zweites Packerl für jemanden anderen mitnehmen. Just a thought.

#2 Das Kältetelefon anrufen (wenn’s dann wieder zapfig wird)

Wenn jemand auf der Straße schlafen muss, ist das auch in den Sommermonaten ein schwieriges Los. Im Winter ist es aber schlicht und einfach lebensgefährlich. Die Caritas hat deshalb ein Kältetelefon eingerichtet, das ihr anrufen könnt und sollt, wenn ihr jemanden auf der Straße schlafen seht. Dringend Hilfe rufen sollte man übrigens auch, wenn am Rudolfskai jemand „einfach nur“ zu viel getankt hat und dann am Mozartsteg in seiner eigenen Kotze pennt. Auch hier gilt: Lieber einmal zuviel betrunkenen Ärger auf sich ziehen, als jemanden erfrieren lassen! Die Telefonnummer des Kältetelefons lautet 0676 / 848 210-651.

Bitte speichert euch die Nummer vom Kältetelefon ein, damit ihr sie im Notfall parat habt. Sie lautet 0676/ 848 210-651. Sagt es allen euren Freund*innen!

#3 Das Haus Franziskus unterstützen

Früher gab es in Salzburg eine Notschlafstelle für „einheimische Obdachlose“ und parallel dazu mehrere improvisierte Notquartiere für sogenannte Armutsreisende, also jene Leute, die viele von uns als „Die Bettler aus der Altstadt“ kennen. Diese Situation war für alle Beteiligten und Betroffenen alles andere als ideal. Deshalb hat die Caritas mit Unterstützung der Stadt das Haus Franziskus errichtet. Hier wird zum ersten Mal umfassend allen Menschen geholfen, die keine Bleibe haben: mit einem Bett, mit Duschen und mit warmem Essen. Ihr wollt helfen? Dann könnt ihr euch zum Freiwilligendienst melden. Gesucht werden Freiwillige, die ab und zu einen Abend- und Küchendienst übernehmen wollen. Da wir sowas schon selbst öfter gemacht haben, können wir mit Selbstvertrauen sagen: Es zahlt sich aus, als Freiwilliger zu hackeln.

#4 Shopping, von dem andere profitieren

Seit Kurzem haben wir ja einen Terminus für “Saufen gehen” und der heißt: die lokale Gastronomie unterstützen. Wir finden das ja komisch, weil wir unterstützen die Gastro ja nicht, sondern kriegen ganz normal unsere Biere hingestellt. Wuascht, weil worauf wir eigentlich hinaus wollen ist: Ihr braucht was Neues? Dann geht nicht zum schwedischen Superkonzern, sondern schaut bitte zuerst bei Läden wie den carla-Läden oder dem Online-Shop Babäm rein. Dort werden die Dinge, die verkauft werden, als Spenden weitergegeben. Und das ist auch nachhaltiger, als ein Bier, das innerhalb der nächsten Stunde sowieso unseren Kreislauf verlässt.

#5 Das Projekt Biwak unterstützen

Derzeit befinden sich ungefähr 150 Notreisende und Obdachlose in Salzburg. Nicht alle von ihnen kommen im Haus Franziskus unter, vor allem, wenn es dann so kalt wird, dass an ein Übernachten im Freien nicht mehr zu denken ist. Deshalb hat die Katholische Kirche letztes Jahr das Projekt Biwak gestartet. Dabei finden bei extremer Kälte jede Nacht mehr als 25 Personen Schlafplätze in wechselnden Räumlichkeiten wie dem Markussaal, der Katholischen Hochschulgemeinde oder der Dompfarre. Wer das junge Projekt Biwak unterstützen möchte, kann als Freiwillige*r mit den Obdachlosen in der jeweiligen Unterkunft übernachten. Meldet euch einfach bei Günther Jäger (guenther.jaeger@kirchen.net) und Herbert Müller (herbert.mueller@abz.kirchen.net).

#6 Warme Sachen spenden

Ihr habt noch warme Jacken, dicke Hosen, Schals, Handschuhe, Isomatten und und und? Bitte packt sie zusammen und spendet sie ans Caritas Logistik Zentrum in Hallwang in der Wiener Bundesstraße 5/1.

#7 Geldspenden

Wenn ihr keine Zeit und sowieso keine alten Klamotten zuhause rumliegen habt, könnt ihr Menschen in Not auch direkt mit einer Geldspende hier unterstützen. Um 29 Euro könnt ihr bei der Caritas beispielsweise einen Schlafsack finanzieren. Sinnvoll investiertes Geld in der Vorweihnachtszeit.

Matthias Gruber

Hat studiert, als man in der Uni noch rauchen durfte und macht seitdem immer irgendwas mit Medien. Bei Fräulein Flora hat er endlich einen Arbeitsplatz gefunden, an dem er sich nicht täglich heulend im Klo einsperren möchte. Und bleibt deshalb noch ein bisschen.