Wollt ihr mit uns ins Theater gehen?

Wir schauen uns vier Stücke im Schauspielhaus an.

Im Sommer haben wir gemeinsam mit den Leuten vom Schauspielhaus einen Plan geschmiedet. Nämlich, euch zu motivieren, ab und zu im Theater vorbeizuschauen. Weil wir wissen, dass es allein manchmal blöd sein kann, machen wir das jetzt einfach gemeinsam. Aber nicht nur das: Die Dramaturgin Tabea Baumann wird sich die Zeit nehmen und uns vor dem Stück einige Insights geben. Und nach dem Stück debriefen wir bei einem Getränk im Mephisto. Ein richtiger Theaterabend, eben. Seid’s dabei?

Ja, wir fühlen es auch. Je älter man wir, desto schwieriger ist es, die müden Knochen am Abend nach draußen zu schleppen. Das ist ein Fehler. Denn: Ob ihr es glaubt oder nicht, da draußen ist eine ganze Welt, gefüllt mit spannenden Erfahrungen. Wie lange ist es zum Beispiel her, dass ihr das letzte Mal im Theater ward? Deutschunterricht-Zwangsbeglückung ausgenommen? Genau. Was ist, wenn wir das diese Theater-Saison ändern? 

Gemeinsam Theater erfahren: Wir schauen uns vier Stücke im Schauspielhaus an: 1984, Nachtland, Corpus Delicti und Der kleine Horrorladen.

Tabea Baumann ist Dramaturgin und Regisseurin am Schauspielhaus. Wenn es um Theaterproduktionen geht, ist sie definitiv eine Kennerin. Nicht nur wegen ihrer dramaturgischen Arbeit, sondern auch, weil sie selbst Stücke am Schauspielhaus inszeniert. Und wenn man so mit ihr redet, dann versteht man endlich, warum es eine richtig spannende Sache sein kann, von Zeit zu Zeit ins Theater zu gehen. „Am Theater ist das Schöne, dass es eine Erfahrung ist, die man teilen kann“, sagt sie. „Man kann gemeinsam mit anderen Leuten ins Theater gehen und danach etwas trinken. Da spricht man über ganz unterschiedliche Erfahrungen.“ Weil, während die eine Person gerade dem Hauptpaar beim Dialog zugeschaut hat, hat sich die andere Person auf die hintere Ecke konzentriert und vielleicht ein Nebenspiel beobachtet. Diese Diskussionen findet Tabea faszinierend und sie sind es auch, die einen Theaterabend abrunden. 

Wir planen vier perfekte Theaterabende – und ihr könnt dabei sein, wenn ihr wollt. 

Der perfekte Theaterabend für uns schaut so aus: Sich als Gruppe bissi vor Aufführungbeginn treffen, eine Kleinigkeit trinken und mit jemandem, der sich auskennt, das Stück vorbesprechen. Einfach, damit man den Kontext kennt und auch die Gedanken, die in die Inszenierung geflossen sind. Dann schaut man sich das Stück gemeinsam an. Und danach runden wir den Abend mit einem Gruppengespräch (mit Tabea) ab. Hier ist Platz für Fragen und eben diesen Austausch an unterschiedlichen Perspektiven. Das Plus an der Sache: Wir lernen Leute kennen, die sich für ähnliche Dinge interessieren. 

Stück von Tabea Baumann, aus der Originalfassung von George Orwell 

Freiheit ist eine Frage der Perspektive. Winston Smith, ein braver Bürger Ozeanias, der für die „Partei“ Nachrichten und offizielle Verlautbarungen „berichtigt“, begegnet Julia, einer jungen Frau, die ihm ihre Liebe gesteht. In einer Welt, in der Lust und Leidenschaft einem Staatsverbrechen gleichkommen, ist diese Liebeserklärung lebensgefährlich… Doch Winston, der den Staat und seine scheinbar willkürlichen Gesetze insgeheim schon längst anzweifelt, kann nicht widerstehen. Nach und nach beginnt er, die Grundprinzipien seiner Gesellschaft zu hinterfragen und geht ein perfides Schachspiel mit der „Partei“ und der mysteriösen Figur O’Brien ein, die scheinbar alle Fäden in der Hand hält. Orwell schrieb mit seiner Dystopie eine düstere Zukunft nieder, die heute mehr denn je aktuell geworden ist. Die Wahrheit ist flexibel geworden, jedes Nachrichtenportal, jeder Reddit-Thread kann eine beliebige Variante der Realität in die Welt schicken, und täglich stellt sich die Frage nach der Wahrheit in einer Welt von Fake News und Meinungsmache aufs Neue. Sind die Gedanken wirklich frei?

Stück von Marius von Mayenburg, österreichische Erstaufführung

Der Vater ist gestorben, nun sind Nicola und Philipp mit dem Aufräumen des Hauses und des Dachbodens beschäftigt. Mitten in der angespannten Stimmung zwischen Vorwürfen und Konkurrenz taucht ein Bild auf; die Signatur A. Hiller – oder doch A. Hitler? Unmöglich! Oder doch?
Sofort entbrennt ein heftiger Streit. Wie kam das Gemälde bloß in die Familie? Wie sehr war die angeblich unpolitische Großmutter vielleicht doch Teil des Regimes? Und vor allem: Was ist dieser Schinken eigentlich wert? Nein, dieses Machwerk muss sofort zerstört werden! Doch schon steht ein Käufer im Raum und das Angebot ist verführerisch hoch…
Darf man sich an einem Verbrecher gegen die Menschlichkeit bereichern? Lassen sich hier Werk und Urheber überhaupt trennen? Die jüdische Schwägerin zeigt sich in diesen Fragen entschieden anderer Meinung als die unmittelbaren Erben. Und plötzlich steht die Geschichte einer ganzen Familie in Frage…

Stück von Juli Zeh, Regie: Tabea Baumann

Ein Mord. Eine Vergewaltigung. Ein Mann, dessen Schuld eindeutig bewiesen ist. Mia Holls Bruder wird verhaftet und verurteilt, nachdem seine DNA am Tatort eines Verbrechens gefunden wurde. Bis zu diesem Moment ist Mia Holl eine Musterbürgerin, die die von Regierung und Gesetz vorgeschriebene METHODE ohne Hinterfragen befolgt. Sie absolviert die staatlich verordneten Sporteinheiten und Ernährungsvorschriften, verzichtet auf Alkohol und Nikotin und glaubt felsenfest an die Unfehlbarkeit der gesetzten Ordnung, aber die Beschuldigung ihres Bruders trifft sie wie ein Blitzschlag und ändert alles…
Die Beweise scheinen unumstößlich, doch Mia ist vom Gegenteil überzeugt, ihr Bruder ist unschuldig. Um das zu beweisen, muss sie sich einem System widersetzen, das die Gesundheit seiner Bürger über alles stellt, auch über die persönliche Freiheit. Und so beginnt für Mia ein Spießrutenlauf zwischen staatlicher Bevormundung und der verzweifelten Suche nach der Wahrheit.

Musical von Howard Ashman und Alan Menken

Feed me, feed me, Seymour!
Der schüchterne Blumenhändler Seymour findet eine mysteriöse Pflanze, die er mit allen Mitteln aufpäppeln möchte. Doch weder Wasser noch Sonne, weder Umtopfen noch Dünger scheinen zu helfen – bis Seymour sich in den Finger schneidet und ein paar Tropfen Blut auf die Pflanze fallen. Plötzlich hört „Audrey II“ nicht mehr auf zu wachsen und entwickelt einen unstillbaren Appetit.
Als wäre eine blutgierige Pflanze nicht schon schlimm genug, muss Seymour sich auch noch mit dem brutalen Freund seiner Angebeteten Audrey auseinandersetzen – der Namensgeberin für die hungrige Pflanze. Wie praktisch, dass Audrey II mittlerweile groß genug ist, um mehr zu verschlingen als nur ein paar Tropfen Blut…
Eine rasante und mörderische Geschichte mit sadistischen Zahnärzten, singenden Pflanzen und dem Traum von einem Häuschen im Grünen nimmt ihren Lauf und fordert ein Opfer nach dem anderen.

Unser nächster Theaterabend findet am 20. Dezember 2023 statt. Wir schauen uns „Nachtland“ an. Was uns an dem Stoff faszinieren wird, erzählt uns Tabea rechtzeitig davor. Fest steht: Der Abend wird gut. 

Euch gefällt die Idee? 

Dann holt euch Tickets. Die kriegen wir netterweise vergünstigt, um 18 Euro pro Abend statt um 28 Euro. Dafür gibt’s einen spannenden Abend inklusive Vorgespräch, Stück und einer Diskussion nach der Aufführung. Wir gehen als Gruppe und das wird mit Sicherheit super. Kommt alleine, mit Freund*innen, Eltern, Kindern (falls sie schon groß genug sind). Juhu, wir freuen uns! Aso. Und Karten kriegt ihr so: Mail an office@schauspielhaus-salzburg.at (Betreff: „Was soll das Theater“) oder anrufen unter +43 662 808585 (auch Betreff „Was soll das Theater“).

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