winterwandern-salzburg
Ausflugstipps Rausgehen

Winterwandern rund um Salzburg

Pack die Winterstiefel ein, nimm dein kleines Handschuhlein.

Ob mit oder ohne Schnee: Viele Berge und Hügel rund um Salzburg lassen sich auch im Winter wunderbar ohne viel Spezialausrüstung oder große Lawinenkenntnisse erklimmen. Frische Luft und Bewegung tun bekanntlich gut und deshalb gibt es hier eine kleine Auswahl an leicht bis mittelschwer erwanderbaren Winterbergen.

Vorsicht beim Winterwandern

Bevor wir euch ein paar potentielle Winterwanderziele rund um Salzburg zeigen, noch eines vorweg: Natürlich sollte man im Winter noch ein kleines bisschen mehr aufpassen als man das im Sommer in den Bergen ohnehin schon tut, denn auch wenn das Klima verrückt spielt und uns gerne milde Wintertage beschert, kann sich an schattigen Plätzchen Schnee und Eis hartnäckig halten. Bei nordseitigen Auf- und Abstiegen solltet ihr deshalb besonders vorsichtig sein und am besten Wanderstöcke zur Unterstützung mitnehmen.

Winter-Tour auf den Nockstein: Geht immer!

Am schönsten ist eine Winterwanderung auf den Nockstein, wenn es am Tag davor geschneit hat, am Wandertag aber immer wieder die Sonne zwischen den Wolken durchblitzt. Dann hat man beim Abstieg nämlich eventuell das Glück, so richtig durch den Pulverschnee hinunterzusausen und sich dabei gleich mal 10 bis 70 Jahre jünger zu fühlen! Auf den Nockstein geht es am besten durch den Wald und am Waldrand entlang von Koppl aus. Die letzten paar felsigen Höhenmeter können eventuell etwas eisig sein – also gut aufpassen!

Mit den Öffis kommt man unkompliziert und schnell aus der Stadt nach Koppl (Bus 150 oder 155); von der Haltestelle Koppl Unterkoppl oder Koppl Sperrbrücke dann in 10-15 Minuten durch den Ort hinauf zum Gasthof Am Riedl, wo die Autofahrenden unter euch auch parken können. Was man dort übrigens auch sehr gut kann ist sich nach der Wanderung bei einem Tee oder einem guten Essen aufwärmen.

Winter-Tour aufs Zwölferhorn: Geniale Aussicht. Mit Gesellschaft.

Das Zwölferhorn thront über dem Wolfgangsee und von oben überblickt man das Seenland und die umliegenden Berg. Der Weg hinauf ist sehr aussichtsreich, und allein schon die Anfahrt bis in die tiefwinterliche Tiefbrunnau lässt euch in eine Wintermärchenlandschaft eintauchen – selbst dann, wenn der Winter eigentlich gar nicht so tief ist.

Von hier aus folgt man gemütlich der Bergstraße bis zur Sausteigalm, hinter der es dann schräg rechts zu einem Rücken und über eben diesen Rücken bis zur nächsten Forststraße weitergeht. Relativ flach geht’s dann zum Gasthaus Berghof hin und weiter in einem letzten potentiell schweißtreibenden Kraftakt hinauf zur Bergstation der Seilbahn. Und das ist auch schon der einzige Nachteil an dieser schönen Tour auf diesen schönen Berg: Man könnte sich auch ganz bequem hinaufschweben lassen und viele Menschen tun das natürlich auch. Andererseits: Das Gefühl der Überlegenheit den Seilbahnfahrenden gegenüber hat auch was. Gemeinsam mit den Touris geht’s dann noch in wenigen Minuten gemütlich zum Gipfel (1521m). Dort oder auf der etwas tiefer gelegenen Aussichtsplattform heißt es dann Sonnetanken, Aussichtgenießen und ordentlich Durchatmen.

Ein Plus der Seilbahn: Es gibt auch Einkehrmöglichkeiten in Gipfelnähe.

Man kann über den gleichen Weg wieder zurück (kürzere Variante) oder man macht das Ganze zu einer Zwei-Gipfel-Rundtour, indem man dem Panoramaweg folgend die Pillsteinhöhe (1478m) auch noch mit nimmt. Der Abstieg erfolgt dann weiter über Roßalm und Stubneralm zurück zum Parkplatz. Vorsicht: Das Stück von der Pillsteinhöhe zur Stubneralm kann unter Umständen lawinengefährdet sein – also bitte vorher Lawinenwarnstufen beachten. Gehzeit  für die Rundtour ab Tiefbrunnau-Parkplatz ca. 5-6 Stunden; ab Sausteigalm-Parkplatz ca. 4 Stunden. Anfahrt über Hof und Faistenau bis zum Talende in der Tiefbrunnau.

Sprung über die Grenze: Winter-Tour auf die Halsalm am Hintersee

Diesmal ist der bayerische, nicht der Salzburger Hintersee gemeint. In der Ramsau – auch wieder: das in Bayern – liegt dieser kleine bezaubernde See inmitten einer wunderbaren (und am Vormittag noch ziemlich kalten, weil sonnenlosen) Winterlandschaft. Von hier aus kann man zum Beispiel die hübsche Halsalm erwandern, was sich auf jeden Fall auszahlt, weil es eine recht einfache Tour mit – wieder einmal – toller Aussicht ist. Los geht’s vom hintersten Parkplatz am Hintersee (gebührenpflichtig; 4,50 Euro für den ganzen Tag – eventuell findet sich auch ein Plätzchen am Straßenrand). Von dort geht es über einen breiten Weg zuerst flach und dann bald mäßig ansteigend durch den Wald hinauf. Nach ca. einer Dreiviertelstunde gibt es den ersten freien Blick auf den imposanten Teufelskopf, der die Halsalm überragt. Eine weitere Dreiviertelstunde bis Stunde später erreicht man schon die sonnige Halsalm.

An der sonnengewärmten Wand der ersten Hütte, an der man vorbeikommt, kann man genüsslich jausnen, dösen oder Schneemann bauen. Ein paar hundert Meter weiter kommt man dann zu einem kleinen Kreuz mit Bänken und Blick auf den Hintersee und den Hohen Göll. An diesem Aussichtsplatz vorbei folgt man einem Steig hinunter ins Tal – immer der schönen Aussicht und der Nase nach. Auch hier ist klar im Vorteil, wer rutschfeste Schuhe trägt und Stöcke dabei hat. Bei viel Schnee kann auch passieren, dass man die Abstiegsspur selbst spuren muss. Den Hinweisschildern nach Hintersee folgen und dann an der Fahrstraße und teilweise auch am idyllischen See entlang wieder zurück zum Parkplatz.


Kleine Winterwander-Checkliste

„Winter“ ist ja ein sehr dehnbarer Begriff, haben wir in den letzten Jahren gelernt. In der ungewöhnlich warmen Wintersonne vergessen wir auch gerne mal, dass es sich ja tatsächlich um die Kalte Jahreszeit handelt und die Temperaturunterschiede zwischen Sonnen- und Schattenorten extrem sein können. Deshalb empfiehlt sich auf jeden Fall Kleidung nach dem Zwiebelprinzip.

Was auf jeden Fall dabei sein sollte:

Ausreichend warme Kleidung (lieber eine Schicht zu viel mitnehmen als dann frieren)
Wasserdichte Schuhe mit (halbwegs) rutschfestem Profil

Je nach Schneelage:

Gamaschen
Wanderstöcke (v.a. fürs Abwärtsgehen im/am Schnee)
Tee in der Thermoskanne
Ein zweites Paar Schuhe und Socken zum Wechseln, falls sich doch Schnee in die Wanderschuhe verirrt

Frei nach Loriot: Eine Winterwanderung ohne wärmenden Whiskey ist möglich, aber sinnlos.


Winter-Tour auf den Schlenken: Der aussichtsreiche Halleiner Hausberg

Der Schlenken, der neben dem markanten Schmittenstein recht schön von der Stadt aus zu sehen ist, eignet sich auch ganz ausgezeichnet fürs winterliche Bergerlebnis. Am angenehmsten ist Auf- und Abstieg auf der Südseite, weil es hier am meisten Sonne gibt. Wenn man vom Gasthaus Zillreith losgeht, zweigt bald nach dem Halleiner Haus (beide Gasthäuser sind in der Regel im Winter geöffnet) ein Wanderweg schräg links ab. Für die angenehm sonnige Variante hier aber einfach rechts halten und dem breiteren Weg folgen.

Für Furchtlose und Trittsichere gibt es auch die Variante, auf der Nordseite aka Schattenseite über die Jägernase zum Gipfel aufzusteigen. Vorteil: Es kommt einem höchstwahrscheinlich niemand entgegen und die Stille ist ein Genuss. Nachteil: Kann recht eisig und rutschig sein, weil hier eben kaum Sonne hinkommt (was eventuell, vielleicht den mangelnden Gegenverkehr erklären könnte). Wenn ihr euch für den nordseitigen Aufstieg entscheidet, unbedingt Wanderstöcke mitnehmen!

Und bitte nicht über die Jägernase absteigen. Wir hängen doch sehr an unseren LeserInnen!
Vom Gasthaus Zillreith aus dauert die ganze Tour ca. 3-4 Stunden. Für den Schlenken gibt es aber  verschiedene Ausgangspunkte.

Winter-Tour für Gemütliche: Gaisberg-Rundwanderweg und Untersberg mit der Seilbahn

Die zwei Salzburger Hausberge haben auch im Winter ihre Reize. Um diese zu genießen, muss man sie auch nicht unbedingt von ganz unten weg bezwingen. Der Gaisberg-Rundwanderweg bietet eine gemütliche Winterwanderung mit toller Aussicht auf Watzmann, Dachstein und Co., noch dazu mit Einkehrmöglichkeit auf der Zistelalm. Hinauf kommt man mit dem Auto oder mit dem Gaisbergbus. Oder man geht eben doch zu Fuß, ab Parsch zum Beispiel.

Um den Reizen des Untersbergs im Winter ohne viel Anstrengung zu erliegen muss man ein wenig mehr springen lassen, aber für die Aussicht und die (zumindest potentielle) Ruhe am Berg lohnt sich die Investition auf jeden Fall! Oben angekommen kann man dann gemütlich durch den Schnee zum Salzburger Hochthron stapfen bzw. rutschen und den Untersberg-Dohlen bei ihren Kunststücken zuschauen.

Und jetzt raus in den Schnee mit euch!