Mischmasch

10 Gründe, warum das Wohnen in der Ignaz-Harrer-Straße gar nicht so übel ist

Satt, günstig und flott - das Wohnen an der Einzugsstraße.

Das Wohnen in Lehen, insbesondere in der Ignaz-Harrer Straße, wird ziemlich runtergemacht – manchmal auch zurecht. Daher soll zur Abwechslung mal hervorgehoben werden, warum es gar nicht mal so schlecht ist, in einer der Haupteinzugsstraßen Salzburgs zu wohnen. Von einer, die dort lebt.

„Wos, du wohnst in da Ignaz-Harrer? Is des ned voi oag? “Gehts do ned voi zua?” Nope, tut es nicht. Ja gut, der Stau nervt und der Lärm von der Straße auch ziemlich. Zumindest stört es jene, die nicht daran gewöhnt sind. Und warum es hier so viele Wettlokale gibt, fragen sich auch die meisten der Ignaz-Harrler. Aber unterm Strich kann man als Bewohner*in der Kebapmeile auch zufrieden sein. Und das hat folgende Gründe:

#1 Bestes Sushi überhaupt

Dass die Tokyo Bay das beste Sushi in ganz Salzburg liefert, ist längst kein Geheimnis mehr. In der Ignaz-Harrer zu wohnen bedeutet, dass die Gaumenfreuden direkt nebenan warten, quasi einmal umfallen und man ist schon dort. Zum Einen ist das geil, weil es dort auch im Hinterhof einen kleinen, unscheinbaren Gastgarten gibt und zum Anderen, weil die Tokyo Bay in Sachen Teller-Deko einfach top ist. Beim Lieferservice gibt es das nicht.

#2 Verhungern muss hier keiner

Wer einen saftigen und vor allem ergiebigen Burek zu schätzen weiß, der weiß wovon die Rede ist, wenn man von einem “echten Burek” spricht. Besonders gegen Monatsende, wenn das Bare schon recht knapp ist. Okay, zugegeben, die Balkan Bäckerei befindet sich nicht direkt in der Ignaz-Harrer. Die paar Schritte in die Schuhmacherstraße nehmen wir gerne in Kauf.

..und selbst wenn außerhalb der Ignaz-Harrer eine Hungersnot ausbrechen sollte, würde es in the hood noch genug Kebap und Pizza für alle geben. Und das rund um die Uhr!! 1 zu 0 für uns Bewohner, weil alle Salzburger*innen wissen, wie schwierig es ist, nachts in Salzburg einen ordentlichen Kebap zu bekommen. Und hey, wo sonst kann man sich quasi ganztägig die Haare schneiden lassen und dabei noch einen Döner schmausen? Wer übrigens immer noch auf der Suche nach den weltbesten Krapfen ist, darf sich ganzjährig über die wirklich wirklich weltbesten der Konditorei Essl freuen! Kommt und genießt!

#3 Wer nicht will, muss gar nicht raus

Abgesehen von gefühlt 20 Wettbüros und ebenso vielen Frisörsalons, gibt es in der Ignaz-Harrer so ziemlich alles, was man zum Überleben braucht. Sollte die Welt außerhalb der Hauptstraße untergehen, der Rest von Salzburg überschwemmt oder einfach keine Motivation vorhanden sein, sich auf den weiteren Weg zu machen, der muss sich dazu auch nicht aufraffen. Selbst das Brautkleid lässt sich noch schnell nebenan besorgen – #justsaying.

#4 Jede Menge Sportmöglichkeiten und gratis Kultur

Wer kennt es nicht? Man möchte was unternehmen, aber wirklich Lust auf große Ausflüge hat man auch nicht. Für Ignaz-Harrler gibt es spontan, außer zu Essen, zwei Möglichkeiten, die sich in unmittebarer Nähe befinden: Sport oder Kultur! Für den Fall, dass die Lust auf sportliche Aktivität groß sei, geht es einmal in Richtung BoulderTown oder zum Lehener Park. Dort gibt es nämlich seit kurzem eine neue Parkour-Anlage.

Oder zum Stadtwerkareal Lehen, vor allem dann, wenn das Wetter nicht so mitspielt oder die Eltern sich spontan zum Besuch anmelden und man nicht so ganz weiß, wohin auf die Schnelle. In Lehen zu wohnen hat da schon seine Vorteile, weil es richtig viel Kulturangebot gibt und das genau gar nichts kostet. Der Fotohof Lehen zum Beispiel oder die Stadtgalerie. Passt perfekt!

#5 Okaye Mietpreise

Dass Salzburg kein günstiges Mietpflaster ist, ist uns allen bekannt. Vor allem in den mid 20s freut man sich über leistbares Wohnen. Da muss man also – wohl oder übel – Abstriche machen. Auf das Leben in einem wunderschönen Altbau muss aber trotz schlankem Bankkonto nicht verzichtet werden. Viele der Gebäude links und rechts der Straße sehen zwar von außen heruntergekommen aus, hinter der verrusten Fassade befinden sich aber wunderschöne Gründerzeithäuser, die man sonst nur in Wien findet. Yaaass!

#6 Zu Fuß quasi überall

Für jemanden Mitte 20 ist es wichtig, nachts, ohne für ein Taxi zu bezahlen, aus dem Zentrum nach Hause zu kommen, weil das mit dem Radl nicht immer so gut hinhaut (darauf wollen wir aber jetzt nicht eingehen). Außerdem sollen das Augustinerbräu, der Glanspitz und die Salzach in unmittelbarer Nähe sein, weil man dort so schön die Sonnenstunden (und ein paar Bierlis) genießen kann. Und die Stadtbibliothek, weil wir viel zu oft viel zu spät erst checken, dass wir noch Bücher retournieren müssen und keiner deswegen quer durch die Stadt will. Wer kein Radl oder mal wieder einen Platten hat, der marschiert eben die paar Meter. Macht auch nichts.

#7 …oder mit dem Bus

Wenn es direkt vor der Haustüre fast überall hin Busverbindungen gibt, dann wird man plötzlich zum Fan von Busfahren. Das beste am Wohnen in der Einzugsstraße Salzburgs ist es quasi alle gängigen Ausstiegsstellen wie den Flughafen, den Europark oder die Altstadt direkt – ohne Umsteigen – erreichen zu können.

#8 Die Herzlichkeit der Gastro-Betreiber*innen

Manch Gastronom*innen in der Ignaz-Harrer-Straße staunen, wenn man Essen zwar bestellt, es sich aber selbst abholt. Wäre doch irgendwie frech, sich die gebratenen Nudeln eine Tür weiter liefern zu lassen, oder? Das dürfte so manche Betreiber*innen echt überraschen. Da gibt es neben einem herzlichen Dankeschön auch das eine und andere Mal gratis Hummerchips.

#9 Die Nähe zum Krankenhaus

Die Sirenen, die am Tag gefühlt 50 Mal ertönen, weisen darauf hin: das LKH ist nicht weit! Und tatsächlich: wenn sich mal in der Nachbarschaft was ereignet, oder man selbst einen Notfall hat, kann man sich sicher sein, dass Rettung unmittelbar naht. Oftmals sogar schneller als die Pressefuzis mit ihren Kameras, die sonst komischerweise immer vorher eintreffen.

#10 Scheinbar reich werden

Gut, der letzte Punkt wird wohl eher vage vermutet, als versichert. Wir spekulieren, dass irgendwas ganz Tolles hinter den zahlreichen Wettlokalen stecken muss, das wir noch nicht verstanden haben. Vermutlich warten dort drin Einhörner und Kobolde mit Kesseln voller Gold. Vielleicht schauen wir selbst mal rein in eines dieser Lokale und versuchen unser Glück. Falls ihr besser informiert seid, was sich dort so abspielt, lasst es uns bitte auch wissen.

Viktoria Münch

Nach einigen Umzügen hat es Viktoria über Umwege von Wien, über Taipeh und nach Hamburg in das schöne Salzburg verschlagen. Seither bezeichnet sich die Exil-Oberösterreicherin als Wahlsalzburgerin und darf ihre Leidenschaft für Tourismus und Marketing nun bei Fräulein Flora ausleben.