7 Fragen und Antworten zu Humanen Papillomaviren

80 bis 90 Prozent der Bevölkerung hatte in ihrem Leben bereits Kontakt mit einem HP-Virus. Bei den meisten bleibt diese unbemerkt, das Virus verabschiedet sich folgenlos aus dem Körper. Bei einigen wenigen allerdings bleibt es und kann Genitalwarzen oder verschiedene Krebsarten auslösen. Manchmal kann es sogar bis zu 20 Jahre lang dauern, bis eine Krebsart entsteht. Der bekannteste ist mit Sicherheit der Gebärmutterhalskrebs. Aber lasst euch nicht täuschen: HPV kann auf für Mund-Rachen-Krebs, Vaginakrebs, Vulvakrebs, Anuskrebs oder Peniskrebs verantwortlich sein. Magdalena und Geja forschen an der FH Salzburg zum Thema und stehen uns Rede und Antwort.

Geja Oostingh und Magdalena Meikl forschen an der FH Salzburg, genauer am Studiengang Biomedizinische Analytik. Dass die beiden sich vorgenommen haben, das Bewusstsein für die am weitesten verbreitete Geschlechtskrankheit HPV zu steigern, hat viele Gründe. Zum einen wissen erschreckend wenige Menschen über die Viren Bescheid, die in einigen Fällen großen Schaden anrichten können. Eine europaweite Befragung legt nahe, dass in Österreich nur 46 Prozente der Befragten überhaupt wissen, was HPV ist und noch weniger, nämlich 30 Prozent sind sich dessen bewusst, dass es bei einer Infektion zu Krebs kommen kann. 

Zum anderen ist Geja persönlich betroffen. Eine Woche vor der Geburt ihrer Tochter wurde bei ihr Gebärmutterhalskrebs aufgrund einer HPV-Infektion diagnostiziert. Eine Operation nur zehn Tage nach der Geburt mit anschließender Chemo-Therapie und Bestrahlung waren eine harte Zeit und der Grund, dass sie die Information zu HPV mit so vielen Menschen wie möglich teilen möchte. Und sie sogar zum Thema ihrer Arbeit gemacht hat. 

#1 Was ist HPV?

HPV oder Humane Papillomaviren sind die häufigste Geschlechtskrankheit in der Bevölkerung, mit der bis zu 80 oder 90 Prozent in Kontakt kommen. Übertragen werden sie beim Geschlechtsverkehr oder eigentlich bei jeglicher sexuellen Aktivität, in der sich Schleimhäute berühren. Kondome schützen deshalb nur bis zu 40 oder 50 Prozent. 

#2 Muss man sich vor HPV fürchten?

Grundsätzlich muss man sich nicht fürchten, es sind Viren wie viele andere, die im Umlauf sind. Wichtig ist einfach, dass man sich der Risiken bewusst ist. Infiziert man sich mit HPV, dann merken die meisten gar nichts davon, unser Immunsystem erledigt das für uns. Bei einem kleinen Teil der Menschen bleibt es allerdings im Körper und kann dann noch viele Jahre später Krankheiten auslösen. Einerseits Genitalwarzen, die kommen recht schnell nach einer Infektion, sind unangenehm, aber gut behandelbar. Andererseits kann HPV aber auch unterschiedliche Krebsarten bei Männern und Frauen auslösen. Der bekannteste ist der Gebärmutterhalskrebs. Aber es gibt auch Fälle von Scheidenkrebs, Vulvakrebs, Vaginakrebs, bei Männern auch Peniskrebs, Anuskrebs oder Mund-Rachen-Krebs. 

#3 Betrifft HPV also auch Männer?

Klares Ja. Auch, wenn viele Menschen glauben, dass HPV nur zu Gebärmutterhalskrebs führen kann, stimmt das nicht. Speziell der Mund-Rachen-Krebs ist bei Männern am Steigen. Außerdem sind Männer in vielen Fällen die Überträger von HPV und allein deswegen schon betroffen. 

#4 Wie kann ich mich vor HPV schützen?

Einen fast 100 %igen Schutz bietet eigentlich nur die Impfung. Diese schützt gegen die häufigsten Niedrig- und Hochrisiko-Typen von HPV. Die Impfung ist für alle Kinder ab 9 Jahren empfohlen, der „ideale“ Impfzeitpunkt ist zwischen 9 und 12 Jahren. In dem Alter ist die Immunreaktion der Kinder gut und es hat idealerweise noch kein sexueller Kontakt stattgefunden. Aber die Impfung ist bis zum 30. Geburtstag empfohlen und seit neuestem bis zu diesem Alter kostenlos. 

Die richtige Verwendung von Kondomen vermindert die Chance auf eine Ansteckung zwar, aber bietet keinen sicheren Schutz. 

 

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HPV betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Beide können daran erkranken.

#5 Wie kann ich meine Kinder vor HPV schützen?

Kinder kann man impfen lassen. Das ist der einzige, fast 100 %ig sichere Schutz. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die es sich um Buben oder Mädchen handelt. Alle Geschlechter können später von Krankheiten betroffen sein. 

#6 Wie kann ich mich auf HPV testen lassen?

Grundsätzlich gibt’s Tests nur für Frauen, für Männer existiert kein Screening. Beim jährlichen Gynäkologenbesuch wird ein PAP-Abstrich gemacht, ist dieser über längere Zeit hinweg auffällig, folgt ein HPV-Test. Bei einer Durchseuchung der Bevölkerung von 80 bis 90 Prozent kann man jedenfalls davon ausgehen, dass man schon einmal Kontakt mit HPV hatte. Die Auseinandersetzung mit HPV ist also sinnvoll. 

#7 Was können Männer beitragen? 

Männer können sich impfen lassen. Das hat viele Vorteile. Zum einen gibt es für Männer kein Screening und somit auch keine Möglichkeit, HPV zu entdecken. Als häufige Überträger des Virus können sie ihre Partner*innen somit schützen. Und außerdem sind Männer durch unterschiedliche Krebsarten wie Mund-Rachen- und Peniskrebs genauso betroffen von den Folgen einer Ansteckung.

Am Bild: Magdalena Meikl

Über das Projekt 

Gemeinsam mit den Zielgruppen der Awareness-Kampagne „Lasst uns über HPV reden“ (Eltern, Schüler*innen, Lehrer*innen) wurde zuerst der Wissensstand und anschließend die Kommunikation zu und über HPV analysiert. Es wurde der Frage nachgegangen: Was läuft denn schief in der Kommunikation, wenn die Information in der Bevölkerung nicht anzukommen scheint. In einigen Workshop-Terminen wurde eine Strategie erarbeitet, mit dem Ziel, die Infos zu HPV besser verbreiten zu können. Nachdem eine Umfrage an die Salzurger Bevölkerung zu HPV und den bevorzugten Kommunikationskanälen zur Information ausgesendet wurde, steht nun im nächsten Schritt die Umsetzung der Informationskampagne an. Auf der Projektwebseite könnt ihr mehr darüber lesen. 

 

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