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Unsere Highlights bei der Sommerszene 2019

Theater, Perfomance und eine Stadt, die selbst zur Bühne wird.

Bevor sich Salzburg wie jedes Jahr für die Festspiele aufmaschelt, findet von 17. bis 29. Juni die Sommerszene statt. Fast zwei Wochen lang verwandelt sich Salzburg dabei in Österreichs Performancehauptstadt. Die SZENE als Kulturinitiative gibt es heuer unglaublicherweise seit genau 50 Jahren. Da kann man schon mal ein bisschen nostalgisch werden und danke sagen. Denn es sind Kulturprojekte wie dieses, die dazu beigetragen haben, den Muff des katholisch-kleinkarierten abzulegen und Salzburg Schritt für Schritt in eine offene, junge Stadt zu verwandeln. Wir haben uns durch das dichte Programm der Jubiläumsausgabe gewühlt und unsere Pflichttermine für 2019 gefunden.

Jan Martens: RULE OF THREE
17. & 18. Juni, 20 Uhr, SZENE Theater

Die Auftaktveranstaltung der Sommerszene ist jedes Jahr etwas ganz Besonderes. 2019 macht da keine Ausnahme. Zu Gast ist nämlich der spannende belgische Künstler Jan Martens. In seiner Tanzperformance befasst er sich mit einem Thema, das aktueller nicht sein könnte: mit der Überflutung an Reizen und unserer Art, in Windeseile gedanklich von einem Thema zum nächsten zu springen. Dass es dafür bereits einen Begriff namens „digitale Demenz“ gibt, zeigt, wie aktuell die Beschäftigung mit dem Phänomen ist. RULE OF THREE könnt ihr an insgesamt zwei Terminen gleich zu Beginn des Festivals sehen. Lasst es euch nicht entgehen!

Foto: Phile Deprez

ohnetitel: Die Späte der Stunde
12 Termine an wechselnden Orten

Was die Sommerszene seit vielen Jahren so besonders macht, ist ihre Verwobenheit mit der Stadt Salzburg. Da wird nicht irgendwo in einer Bubble Kunst gemacht, sondern die Kunst wird auf die Straße hinausgetragen und dort für alle sichtbar und erlebbar. Bestes Beispiel dafür ist das Projekt Die Späte der Stunde des Kollektivs ohnetitel. Dabei handelt es sich um performative Spaziergänge, an denen künstlerische Miniaturen entstehen, die am nächsten Tag wieder verschwunden sind. Schnell anmelden, denn einige der Führungen sind bereits ausverkauft!

Foto: ohnetitel

ForcedEntertainment: Out of Order
27. & 28. Juni, 20 Uhr, SZENE Theater

Wenn man sich für Performance interessiert, kommt man an ForcedEntertainment nicht vorbei. Seit 35 Jahren steht die Gruppe aus Sheffield für spielerisches und zugleich hoch reflektiertes Theater. Da freut es uns ganz besonders, dass sie für die Sommerszene 2019 erstmals nach Österreich kommen. Mitgebracht haben sie ihr cleveres Stück Out of Order, in dem eine Gruppe von Clowns versucht, miteinander klar zu kommen. Das Ergebnis ist so humorvoll wie traurig, in jedem Fall aber sehenswert!

Foto: Hugo Glendinning

Ingrid Fiksdal: Diorama Salzburg
27. & 28. Juni, 16 Uhr, Bahnhofsvorplatz

Auch bei diesem Programmpunkt der Sommerszene trifft Kunst auf öffentlichen Raum: Die Norwegerin Ingri Fiksdal hat sich für ihr Diorama den Bahnhofsvorplatz vorgenommen, den sie mit ihren Skulpturen aus lebendigen Körpern verändert und so neu erfahrbar macht. Es ist schwer zu beschreiben, doch der Effekt ist verblüffend. Muss man gesehen haben, um es zu verstehen.

Foto: Istvan Virag

Tiago Rodrigues: By Heart
24. & 25. Juni, 18 Uhr, ARGEkultur

Die Produktion By Heart stammt zwar schon aus dem Jahr 2013, wir sind trotzdem heilfroh, dass wir sie jetzt endlich in Salzburg zu sehen bekommen. Alle Theaterfans kennen Tiago Rodrigues ziemlich sicher schon. Die Inspiration für das Stück By Heart lieferte Rodrigues’ Großmutter, die, als sie zu erblinden drohte, damit begann, Sonette von Shakespeare auswendig zu lernen, um sich vor dem Verlust ihrer Wirklichkeit zu schützen. Ein berührendes Werk mit ganz besonderer Publikumsbeteiligung!

Foto: Magda Bizarro

Abschlussparty
29. Juni, 23 Uhr, SZENE Theater

Was wäre ein Festival ohne die abschließende Party, bei der sich Künstler*innen und Organisator*innen den Stress von zwei Wochen Festival aus den Beinen tanzen (und vermutlich auch trinken)? Das Schöne ist: Wir dürfen dabei sein, mittanzen und mittrinken. Und wenn eine Party erst um 23 Uhr beginnt, dann weiß man schon: Das wird kathartisch! Für die Musik sorgt Martin, ein DJ, der keiner sein will, mit einer Kombi aus Pop, New Wave, Klassikern aus den 1980er Jahren. Wird ein langer Abend werden!

Natürlich gibt es noch ganz viel mehr bei der Sommerszene 2019. Das ganze Programm findet ihr hier!

Matthias Gruber

Matthias Gruber ist ein Ur-Salzburger, der auszog, um Italien und Wien zu erobern. Gern ist er wieder zurückgekommen und macht für das Fräulein Flora wunderschöne Fotos der “Nicht-Nur-Mozartstadt”, die von witzigen Texten begleitet werden.