Film & Theater Kultur

The Game: Junge Dokumentarfilmer*innen brauchen eure Unterstützung

Ein engagiertes Filmprojekt zeigt das Elend der Geflüchteten an der EU-Außengrenze.

Eine Gruppe junger Filmemacher*innen aus Salzburg und Bayern dreht einen aufrüttelnden Dokumentarfilm über die Tragödie an der bosnisch-kroatischen Grenze. Für die Fertigstellung ihres beeindruckenden Projektes brauchen sie eure Unterstützung!

Normalerweise arbeitet Manuela Federl als Regisseurin fürs Fernsehen. Sie begleitet waghalsige Kletterpartien und setzt Alpine Abenteuer gekonnt in Szene. Doch im Vorjahr hat sie sich an ein Projekt gewagt, das sie herausfordert wie bisher kein anderes. The Game heißt der 90-minütige Dokumentarfilm über die Lage der Geflüchteten an der EU-Außengrenze. Doch dass es überhaupt zu dem Projekt kam, war keineswegs geplant.

Eine Katastrophe, die niemand sehen will

Vor gut einem Jahr gründete Manuela gemeinsam mit ihrem Freund Bernd Karmann einen Verein, um in ihrer Heimat am Chiemsee Sachspenden für die Geflüchteten an der kroatisch-bosnischen Grenze zu sammeln. Weil sich keine große NGO fand, die den Transport übernehmen wollte, entschlossen die beiden, die Güter selbst zur Hilfsorganisation SOS Bihac zu bringen. Über diesen Transport nach Bosnien sollte ein kleiner Film entstehen. „Damit die Leute, die eine Hose oder eine Jacke spenden auch einmal sehen, was damit dann passiert“, erzählt Manuela von den Anfängen des Projektes.

In Bosnien angekommen, waren Manuela und Bernd erschüttert von den Ausmaßen, die das Elend der Menschen vor Ort angenommen hat. Denn anders als medial transportiert, sind es keineswegs einige wenige männliche Flüchtlinge, die an der bosnisch-kroatischen Grenze festsitzen. Hunderte Familien mit Kindern hausen unter erbärmlichsten Bedingungen in Wäldern, auf Müllhalden und in Abbruchhäusern. Ohne ausreichend Nahrung, ohne sauberes Trinkwasser und in bitterer Kälte. Ihr Ziel: Irgendwie die EU-Außengrenze zu passieren, um in der Europäischen Union um Asyl anzusuchen.

Ein Spiel ohne Gewinner*innen

The Game. So nennen die Geflüchteten ihre verzweifelten Versuche, die Grenze zu passieren. Sie zeigen vor laufender Kamera Verletzungen, die ihnen von Grenzpolizisten oder patrouillierenden Milizen zugefügt wurden. All das geschieht im vollen Wissen der Europäischen Union, keine 600 Kilometer von Salzburg entfernt. Schon die Bilder im Teaser zum Dokumentarfilm sind erschütternd. Da stehen wunderschöne Drohnenflüge über Bosnische Landschaften neben Großaufnahmen von Elendsunterkünften und traumatisierten Menschen. Dieses Nebeneinander von Ästhetik und Leid fordert den Betrachter heraus. Und doch ist es genau das, was mitten in Europa seit der sogenannten Schließung der Balkanroute tagtäglich passiert. Denn das Unrecht vor den Toren der EU ist nicht verschwunden. Man müsste es nur sehen wollen.

Foto: O. Indra/Doppelkopf Studio

„Dafür bin ich Journalistin geworden!“

Zu dieser Sichtbarmachung will Manuela mit ihrem Film ein Stück weit beitragen. Fragt man die erfolgreiche Fernsehmacherin nach ihrem Antrieb, muss sie nicht lange nachdenken: „Ich bin Journalistin geworden, weil ich aufklären will, weil ich einen Beitrag leisten will“, sagt Manuela.

Hier könnt ihr The Game bei der Fertigstellung unterstützen!

Dokumentarfilm-Meisterwerk mit Zero-Budget

Mit ihrem Enthusiasmus hat Manuela längst auch andere angesteckt: So ist das Projekt von einer kurzen Videodokumentation zu einem Dokumentarfilm fürs Kino gewachsen. Möglich ist das nur, weil sich ein großes Team an Kreativen gefunden hat, die das Projekt mittragen. Sogar ein Filmkomponist aus Los Angeles hat mittlerweile seine kostenlose Mitarbeit zugesagt. Maßgeblich beteiligt an der Umsetzung ist auch die Salzburger Produktionsfirma Doppelkopf Studio, die das Projekt von Anfang an begleitet.

Manuela Federl bei den Dreharbeiten in Bosnien. Foto: Kristof Huf

The Game braucht eure Unterstützung

Dennoch kostet die Fertigstellung des Projektes Geld: Um den Film in Vertrieb zu bringen und auf Festivals einzureichen, ist das Team auf eure Hilfe angewiesen. Eine Crowdfundingkampagne auf Start Next soll die dringend benötigten Mittel zusammenbringen. Geplant ist die Veröffentlichung des Films im Herbst dieses Jahres. Es bleibt zu hoffen, dass sich bis dahin irgendetwas an der Lage der Geflüchteten an Europas Außengrenzen ändert. Zu erwarten ist es nicht.


Titelbild: O. Indra/Doppelkopf Studio

Hat studiert, als man in der Uni noch rauchen durfte und macht seitdem immer irgendwas mit Medien. Bei Fräulein Flora hat er endlich einen Arbeitsplatz gefunden, an dem er sich nicht täglich heulend im Klo einsperren möchte. Und bleibt deshalb noch ein bisschen.