MINA: So fremd, wie man sich nur fühlen kann

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Mina ist Mitte zwanzig und lebt ihr Leben, wie es sich für eine junge Berlinerin gehört. Sie raucht viel, geht gerne tanzen und unterscheidet sich auch sonst kaum von ihren Berliner Hipster-Freunden. Auch dass Minas Vater aus dem Iran stammt, ist hier – in der weltoffenen Großstadt – egal. Bis eines Tages das Telefon klingelt. Dran ist ihre Mutter, mit der Mina schon lange nicht mehr Spricht. Diesmal lässt es sich nicht vermeiden. Sie erzählt, dass Minas Vater gestorben ist. Jener Vater, an den Mina nur verschwommene Kindheitserinnerungen hat, weil er die Familie verlassen hat, als Mina noch ein kleines Kind war.

“In Berlin ist es egal woher du kommst. Fremd sein ist schick und ich bin verdammt schick.”

Dieser Anruf ist der Startschuss für ein temporeiches Drama rund um eine junge Frau, die versucht, vor ihrer Vergangenheit davonzulaufen und sich schließlich doch ihrer Erinnerung stellen muss. MINA handelt vom tagtäglichen Gefühl des Fremdseins und seinen Auswirkungen; vom Dazugehören-wollen und vom Nicht-Dazugehören-dürfen. Und es handelt von der schwierigen Beziehung zweier verletzter Menschen: Mutter und Tochter, die den Trost des anderen so dringend brauchen, und sich doch nicht füreinander öffnen können.

“Ich bin kein Papakind und mein Vater war auch nicht so’n netter Märchenonkel, den sich alle Kinder wünschen.”

MINA ist ein Theaterstück, das beim Zusehen weh tut, tief und unmittelbar reingeht. Zum Beispiel, wenn die erwachsene Mina beim Casting ist und dort (wieder einmal) auf ihre Herkunft reduziert wird. Oder wenn sie als Kind vom Schuldirektor zur “Muselmanin” gemacht wird. Trotzdem ist MINA kein trockenes Lehrstück über Rassismus und kommt auch nicht mit erhobenem Zeigefinger daher. Im Gegenteil: Das Stück wirkt so stark, weil seine Figuren auf Augenhöhe agieren, nahbar und verletzlich sind.

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Mina ist Sara ist nicht Mina

Mindestens genauso spannend wie das Stück selbst ist die Entstehungsgeschichte von MINA. Dabei kommt man an der 36-jährigen Theatermacherin und Autorin Sara Abbasi nicht vorbei. MINA ist ihr erstes Stück als Autorin. In wenigen Monaten hat sie es für das Salzburger Landestheater geschrieben und in den Kammerspielen als Uraufführung inszeniert. Geplant war MINA als autobiographisches Stück. Und tatsächlich steckt in der Hauptfigur jede Menge Erlebtes: Sara Abbasi wurde im Iran geboren, musste mit ihrer Familie nach Deutschland fliehen. Sie studierte Iranistik und Philosophie in Berlin, Paris und Teheran und kehrte in den Iran zurück, um dort an der Seite von Peter Stein an großen Theaterprojekten zu arbeiten. Zuletzt arbeitete Abbasi am Burgtheater – und jetzt am Salzburger Landestheater.

Fast genauso wichtig wie die künstlerische Handschrift von Sara Abbasi ist für das Stück die Zusammenarbeit mit der Bühnenbildnerin Sarah Sassen. Sie hat den Bühnenraum als eine Art weißen Trichter entworfe. Ein White Cube, der eben keiner ist, weil er an den Rändern Fenster aus Milchglas hat, aus denen das Vergangene in den Theaterraum hereintropft, ohne je wirklich greifbar zu werden. Genau so, wie die Erinnerungen Minas an ihren Vater.

“Aber du wirst es nie wissen, bis irgendein Klugscheißer deine damalige Zukunft als Vegangenheit beurteilt.”

Und dann ist da noch Sabrina Amali. Die junge Schauspielerin füllt die Bühne der Kammerspiele fast im Alleingang. Sparingpartnerin ist Britta Bayer, die Minas Mutter darstellt und dabei nicht weniger verletzlich handelt, als ihre Tochter. Nur um ganz am Ende für eine Wendung zu sorgen, die lange in Erinnerung bleibt.

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MINA – die nächsten Termine
Salzburger Landestheater, Kammerspiele

Fr. 13.12.
Sa. 14.12.
Do. 19.12.
Sa. 28.12.
So. 29.12.
Sa. 11.01.
So. 12.01.

Hier geht es zur Webseite des Landestheaters

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Titelfoto: Tobias Witzgall

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