Hommage: Diese 10 Dinge liebe ich am Radfahren in Salzburg

Letztens haben wir einen Beitrag zu „10 Dinge, die ich am Radfahren in Salzburg hasse“ veröffentlicht. Nach dem Drücken vom „Publizieren“-Knopf sind uns nochmal so viele Gründe eingefallen, warum Radfahren in Salzburg ein Wahnsinn ist. Aber man muss auch manchmal alle Fünfe grade sein lassen und deswegen konzentrieren wir uns jetzt auf die schönen Seiten von Salzburg auf zwei Rädern. Oiso, legen wir los!

#1 Schadenfreude: Am Stau vorbeifahren

Schade, dass das erste, was einfällt, mit Schadenfreude zu tun hat, aber so ist das eben. Die Freude, die ich verspüre, wenn ich ohne Bremsen am Stau neben der Imbergstraße oder in der Sterneckstraße vorbeifahre, kennt keine Grenzen. Dass ich fast täglich stehen bleiben und auf den Gehsteig ausweichen muss, weil eine Karre es bevorzugt, den Stau auf dem Radstreifen auszusitzen, tut dem ganzen keinen Abbruch. Schnell eine vernichtender Kopfschüttler und weiter geht’s.

 

#2 Man ist schneller, gleich schnell oder nur geringfügig langsamer

Egal, wo man startet: Rad + etwas Ortswissen = sehr schnelle Ankunft. Autos müssen meistens Umwege fahren, Busse haben fixe Stopps und am Radl? Am Radl geht alles wie von allein. Zeitmäßig zahlt es sich bei Zielen in der Stadt nur in den wenigsten Fällen aus, ins Auto zu steigen. Zumal man sich am Ende der Reise in die Riege der Parkplatzsuchenden einreihen muss. Never ever again.

>>> Schon gelesen: Diese 10 Dinge hasse ich am Radfahren in Salzburg

#3 Es kostet einfach fast nix

Außer einen Platten hier oder mal ein paar Reparaturen: Das Rad ist saubillig, immer verfügbar, braucht keinen Sprit, verstellt nicht viel Platz und ist einfach alles zusammen süß und cool. Wenn ich auf der Vogelweider bei der Tankstelle vorbeidüs, regt sich in mir nichts, selbst wenn ich die Preissäulen anschaue. Denn ich brauche nur Luft – und ein frisches Leiberl fürs Büro.

#4 Man bewegt sich richtig viel

Hätte ich mir nie erträumen lassen, WIE viel Bewegung Autolosigkeit mit sich bringt. Täglich lege ich – sogar an terminfreien Tagen – um die 12 Kilometer am Rad zurück. Das entspricht einem Wochenschnitt von über 70 Kilometer. Mir ist es noch nie besser gelungen, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Und das, obwohl ich in quasi jedem Fitnessstudio angemeldet war (und auch tapfer 2-3 Mal hingegangen bin, um danach meinen Beitrag zum Erhalt des Fitnessstudios für zumindest ein Jahr zu leisten). Abgenommen habe ich nichts, so ehrlich muss man sein. Aber wohler fühlen tu ich mich schon.

 

#5 Gaaanz langsam zur roten Ampel vorfahren, bis sie grün ist und man ohne Stehenbleiben weiterfahren kann

Ist wahrscheinlich komplett illegal (wie auch das Drüberfahren mit dem Rad am Zebrastreifen, was ich kürzlich gelernt habe), aber ich liebe es. Wenn ich in der Sterneckstraße unterwegs bin und schon von Weitem sehe, dass die Ampel auf Rot schaltet, fahr ich gaaaanz langsam weiter, manchmal bis leicht in die Kreuzung, einfach nur, damit ich nicht anhalten muss. Mit einem Auto ist das natürlich streng verboten, am Rad sehe ich das als Akt der Rebellion und auch ein wenig als Machtdemonstration auf zwei Rädern.

#6 Keine Parkplatzsuche

Klar, wer am Hauptbahnhof in dieses Radparkhaus will, der muss schon früher aufstehen, als ich es tue. Aber grundsätzlich habe ich noch nie einen Parkplatz mit dem Rad in Salzburg gesucht. Mit dem Auto hingegen habe ich mindestens 300 Euro in Parkstrafen investiert (fragt nicht, warum). Was ich damit sagen möchte: Zeit, die man mit Parkplatzsuchen (und -zahlen) verbringt, ist unwiederbringlich. Das Rad kann helfen.

 

#7 Großes Plus: Keine Hand frei haben für ein Handy

Auch eine neue Erfahrung. Obwohl ich mir der Tatsache bewusst war, dass Handy am Steuer Hochrisiko heißt, konnte ich die Pfoten selten davon lassen. Vor allem im Stau, wenn eh gar nix mehr geht, schnell draufglotzen, vielleicht hat wer was geschrieben oder Instagram oder egal was. Seit ich ausschließlich mit dem Rad fahre, hat dieser Spuk ein Ende. Klar, an der Ampel kann man immer noch das Handy aus der Hosentasche ziehen, aber es zahlt sich selten aus, weil man einfach zu kurz steht. Ein Leben ohne Handy in der Hand tut mir extrem gut – ich hab sogar im Bus damit aufgehört.

#8 Am Leben teilhaben statt im Metallball isoliert sein

Fast täglich komme ich beim Radfahren mit jemanden ins Reden. An der Ampel, zum Beispiel, oder letztens am Zebrastreifen, als ein O-Bus-Lenker den stehenden Bus mit dieser langen Stange wieder mit der Oberleitung verbunden hat. Anstatt grantig im Auto zu hupen, hat mir der Fahrer einen blöden Witz erzählt und das war irgendwie schön.

 

#9 Nicht noch mehr Verpflichtungen von außen haben

Wenn ich sage, dass ich wenig real-life-skills habe, dann ist das untertrieben. Haushalt, Organisation von Dingen, Arzttermine gehen mir so schwer von der Hand, dass man schon von einer Tendenz in Richtung Burnout sprechen möchte. Allerdings war das bei mir auch schon so, auch als ich noch gar nix gearbeitet habe. Ein Auto bringt soooo viel Aufwand mit sich: Reifen wechseln, einlagern, Unfallberichte schreiben, Versicherungen, Inspektion, bliblablu. Der ganze Krempel, der im Kofferraum liegen bleibt und für immer verloren ist. Die Zuckerl in der Mittelkonsole, die nach 40 Grad-Sommertagen schmelzen. Auto putzen, saugen, Pickerl machen, Kindersitze. Kurz: Wer in Salzburg mit dem Rad unterwegs sein kann, hat weniger Arbeit. Und bessere Unterschenkel.

 

#10 Vögel hören und alle möglichen Dinge riechen

Hab ich erst gemerkt, als das Auto als Primärfahrzeug ausgedient hat: Salzburg riecht nach was und man kann es auch hören. Die Vögel und Grillen, zum Beispiel, wenn man durch Freisaal fährt (bei der NAWI vorbei und Richtung Hellbrunner Allee). Man riecht die Müllfahrzeuge, man riecht aber auch den Holler, wenn er gerade blüht. Irgendwie cool, wenn die Klima nicht alles abfängt und in Eiheitsluft verwandelt.

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