Ausflugstipps Rausgehen

Gruseliges Aigen

Von Hexen und wilder Romantik.

Aigen ist ja bekanntlich Salzburgs vornehmste Gegend. Schöne Villen, bekannte Persönlichkeiten und eine Menge, also eine MENGE Grünfläche. Und weil Reichtum und gruselige Ereignisse meistens Hand in Hand gehen (man nehme so ziemlich JEDEN Teeny-Horrorfilm zwischen Beverly Hills und den Hamptons) gibt es auch in Aigen ein wildromantisches Plätzchen an dem Gänsehaut Pflicht ist: das Hexenloch im Aigner Park!

Nüchtern betrachtet sieht der Aigner Park nicht wirklich nach Blairwitch Project aus. Viel Platz, hohe Bäume und verzweigte Spazierwege lassen eher auf bekiffte neureiche Jugendliche als auf Gruselgeschichten schließen. Wenn man dann aber tiefer in den Wald vordringt und den Bach entlang aufsteigt, entdeckt man schließlich den Eingang zu einer Höhle, um die sich zahlreiche Sagen und Legenden ranken: das sogenannte Hexenloch.

Kraftplatz für okkulte Spielchen

Das Hexenloch gilt Esoterikern als Kraftplatz und hat seit jeher alle möglichen okkulten Machenschaften rund um die Walpurgisnacht angezogen. Bezeichnend, dass die Steine um das Hexenloch Gnome und Elfen heißen. Und wo sich eine rauschende Walpurgisnacht feiern lässt, lassen auch die Geschichten über alte Geheimbünde nicht auf sich warten: So haben schon im 18. Jahrhundert die Illuminati beim Hexenloch ihre Versammlungen abgehalten.

Wo sich Wolferl gebadet hat (falls er sich gebadet hat)

war vor ein paar Jahren so etwas wie der Place to Be für europas Reiche und Schöne: Wasserfälle, Aussichtspunkte und Grotten inklusive. Unter anderem war der Aigner Park für die heilenden Kräfte seines Wassers bekannt, an die auch Mozart geglaubt haben soll.

Von den Menschen abgeschieden
Wird der Seele wieder Frieden.
Find´t in Aigen wieder Ruh´;
Und auch ich hab‘ sie gefunden,
Vom Geräusch der Welt entwunden
Kömmt hier Ruh´ von allem zu.

Ein bayrischer Kronzprinz in Aigen

Wir haben den Aigner Park übrigens schon mal mit einem echten Local erkunden dürfen. Sissi hat uns diese Geschichten und noch viel mehr über das shabby-chice Aigen erzählt. Und hat außerdem ein faires Taschenlabel. Kann man sich gerne mal anschauen.

Ein paar Funfacts und Gerüchte über Aigen

Mozarts Eltern haben hier in der Aigener Kirche geheiratet – zumindest gibt man per Marmortafel damit an.
Aigen gilt bereits seit dem 19. Jahrhundert als das Villenviertel von Salzburg. Aber auch den Neureichen gefällt es gut: Hier besitzen unter anderem Franz Beckenbauer und DJ Ötzi ein Anwesen.
Auch das Original-Bühnenbild von Mozarts “Zauberflöte” soll vom Aigner Hexenloch inspiriert worden sein.

Matthias Gruber

Matthias Gruber ist ein Ur-Salzburger, der auszog, um Italien und Wien zu erobern. Gern ist er wieder zurückgekommen und macht für das Fräulein Flora wunderschöne Fotos der “Nicht-Nur-Mozartstadt”, die von witzigen Texten begleitet werden.