Mischmasch

10 ziemlich creepige Dinge, die unseren Redakteurinnen passiert sind

Creep-Detektor schlägt aus.

Im Leben spielt’s oft wie in dieser einen Folge von How I met your Mother: Da gibt es Gesten, die in einer abartigen Parallelwelt lustig/flirty/nett rüberkommen wollen (oder zugegeben einfach nur übergriffig sind), meistens Ekel hervorrufen und allgemein auch die gute Intention berechtigterweise in Frage stellen. Wir haben die aberwitzigsten Hand-trifft-Stirn-Geschichten unserer Redakteurinnen gesammelt. 

#1 Die Muschiakte

„Einer meiner Nachbarn hat mir aus heiterem Himmel ungefragt Bleistiftskizzen von Vulven geschickt und sich nach meiner Meinung erkundigt. Aus heiterem Himmel ist die Sache dann auch eskaliert. Nach Monaten mit wöchentlich neuen Kunstwerken ohne Reaktion meinerseits begannen Anrufe in unregelmäßigen Abständen. Nachdem er in einer Nachricht versicherte, nicht aufzuhören, mich zu kontaktieren, weil er mich nun mal möge, wurde er endgültig blockiert.“

#2 Der Sweater mit dem Foto für den Schrank

„Ein Bekannter von mir hat mir vor über einem Jahr eine Nachricht geschickt, wo man denn Sweater kaufen kann. Ich habe in meiner guten Erziehung höflich einige sportliche Läden genannt, die derartige Modeteile im Sortiment führen. Ziemlich genau ein Jahr später schickte er mir die Frage, ob er denn mein Facebookprofilbild auf einen Sweater drucken dürfe. Auf vehemente Verneinung meinte er nur, er hätte den Sweater sowieso nicht getragen.“

#3 Die Wohnungssuche

„In Wien habe ich auf einer Onlinebörse nach einer Wohnung gesucht. Ein Mann hat mich angerufen und mir seltsame Fragen gestellt: Ob ich einen Freund hätte, ob ich nackt vom Bad ins Zimmer gehe oder mit Handtuch. Ich habe aufgelegt und ihm dann geschrieben, dass ich das Gespräch mitgeschnitten habe und ihn anzeigen werde, wenn er mich nochmal anruft.“

#4 Der Strandwichser

“Als ich und zwei Freundinnen am Strand entlang spaziert sind, war ein Typ, der uns schon irgendwie schon so komisch auf die Füße geschaut hat und uns dann nachgeschlichen ist, sich einen Felsen in der Nähe von dem Platz, an dem wir uns hingelegt haben, gesucht hat und einfach da mitten offen zu uns masturbiert hat. Wir sind dann zu ihm hingegangen und haben ihn mit der fetten Spiegelreflex fotografiert. Das hat ihn ganz schön geärgert, dass er Steinchen und Äste nach uns geworfen hat. Dann hat er sich in eine Ecke des Strandes zurückgezogen. Irgendwann haben wir ihn nochmal “Mädels! Mädels” rufen hören. Wir haben rübergeschaut, da ist er einfach dagestanden, am Strand, Hose bei den Knöcheln, und ist in den Sand gekommen.”

#5 Der Telefonwichser

“Als ich zwölf war, gab es einen Typen, der mich am Telefon angerufen hat. Die Nummer war unterdrückt und ich bin rangegangen weil es hätte ja wer von der Schule sein können (???) und dann war da diese Stimme, der hat gesagt er sieht mich und er kommt mich holen wenn ich wem was sage. Und dann hat er mich gefragt was ich grad mache und ich hab gesagt Französisch-Hausübung und mein Mund war total ausgetrocknet und ich war wie erstarrt und es war einfach der Horror, ich hab mir gedacht da draußen steht einer und sieht mich wirklich. Dann hab ich gehört wie er schon so schnell zu atmen begonnen hat und sich offensichtlich grad einen runterholt und ich muss so fertig ausgeschaut haben weil meine Mama, die war in der Nähe, hat gemerkt, dass was nicht stimmt und mir das Telefon aus der Hand genommen und den voll angeschrien hat. Dann sind wir zur Polizei und die haben gesagt, na ja das machen Männer immer mal wieder, da braucht man keine Angst haben und ich soll einfach schauen ob da fremde Autos sind oder mich fremde Personen verfolgen. Es hat mich dann echt niemand verfolgt und es war “nur” ein Telefon-Stalker aber ich hab mich monatelang nicht mehr alleine in einen Raum getraut, die Wände waren für mich wie aus Glas, und ich kann immer noch nicht alleine daheim im Dunkeln im Haus sein oder übernachten.”

#6 Der Begleiter

“Einmal hab ich einen “Begleiter” beim Zugfahren bekommen. Da bin ich von daheim jeden Tag mit dem Zug nach Salzburg gefahren. Und da ist ein älterer Mann gewesen, der hat mit mir zu reden begonnen und hat jeden Tag auf mich gewartet. Ich bin dann absichtlich mit späteren oder früheren Zügen gefahren. Er war immer da. Dann hat er begonnen, mich bei der Bib abzupassen. Auch hier bin ich manchmal früher, manchmal später gegangen. Aber er hat scheinbar stundenlang gewartet, und ist mit mir wieder bis zum Zug und heim. Das ging solange, bis ich weggezogen bin.”

#7 Das lukrative Angebot I

„Für eine Fotostrecke fürs Qwant. stand ich einmal mit einem jungen Mann in Kontakt. Als ich ihm wie versprochen den Link zum fertigen Beitrag geschickt hab, hat er mir mit einem Kusssmiley geschickt und vorgeschlagen, ich solle mich nur bei ihm melden, wenn mir nach ein bisschen Spaß zumute wäre. Seine Freundin war damals von ihm schwanger.“

#8 Das lukrative Angebot II

„Ich bin die Salzach entlang geradelt, als ich gemerkt habe, dass ein Mann auf meiner Höhe fährt. Nicht unfreundlich und beinahe schüchtern hat er mir einen 50 Euro Schein entgegengestreckt und darum gebeten, ihm doch mein Unterhöschen zu verkaufen. Ich habe zuerst schallend gelacht und ihn gefragt, ob das eine Mutprobe sei. Er war beinahe gekränkt und hat darauf beharrt, dass er das ernst meint. Ich habe dann sowas wie „guter Witz und einen schönen Tag noch“ gesagt und bin davongeradelt.“

#9 Der nächtliche Anruf

„Ein Freund von mir musste aus irgendeinem Grund auf meinem Sofa übernachten. Er hatte mir erzählt, dass er gerade mit seiner Exfreundin streitet. In der Nacht hörte ich ihn telefonieren, so laut, dass ich mithören musste (und meiner Meinung nach war dass auch ganz in seinem Interesse) „Lass mich ihn Ruhe, sonst bring ich dich um, ich bring dich um!“, hat er immer wieder ins Telefon geflüstert. Ich habe mit klopfendem Herzen zugehört. Als das Telefonat beendet war hat er nach mir gerufen, ich habe mich schlafend gestellt. Irgendwann ist er aufgestanden, zu meinem Bett gekommen und hat an meiner Schulter gerüttelt. Ich habe mit aller Mühe die Augen zusammengepresst und gehofft, dass er nichts merkt. Irgendwann hat er sich wieder aufs Sofa gelegt. Am nächsten Tag habe ich einen Streit mit ihm vom Zaun gebrochen und ihn seitdem nie wieder gesehen.“

#10 Die Taxifahrt

„Nach dem Feiern habe ich ein Taxi genommen, um nach hause zu kommen. Der Taxifahrer ist irgendwohin ins Dunkle gefahren, rechts ran und hat angehalten. Er schwieg und wartete. Irgendwann bin ich ausgestiegen und in Panik zu Fuß nach Hause gelaufen.“

Veronika Ellecosta

Veronika Ellecosta ist aus Südtirol ausgewandert, des Studiums und des Auswanderns wegen. Ist in Salzburg angekommen. Hat bei Fräulein Flora Unterschlupf gefunden und begonnen, die Stadt schreibend zu erkunden und damit immer wieder aufs Neue anzukommen.