Einige heiße, gewitterfreie Nächte werden uns hoffentlich auch in diesem Sommer noch gegönnt sein. Ein paar davon könnte man eigentlich draußen verbringen, denken wir uns. Hier ein paar Vorschläge, wo man rund um Salzburg gemütlich Matte und Schlafsack unterm Sternenhimmel ausbreiten kann.

Gipfelschlaf mit Backup-Hütte: Eine Nacht am Schober

Der Schober ist in vielerlei Hinsicht ein dankbarer Berg. Noch dazu ist es ein schöner Berg. Dankbar, weil man, wenn man will und ein Auto hat, zum Parkplatz der Jausenstation Wartenfels fahren kann und von dort geht man dann nur mehr eine gute Stunde bis zum Gipfel. Schön, weil auch der kurze Aufstieg sehr abwechslungsreich und die Aussicht von oben gewaltig ist. Noch schöner wird das alles, wenn man einfach mal eine Nacht oben verbringt. Direkt am Gipfel haben wir mindestens drei perfekte Plätze entdeckt, an denen man Matte und Schlafsack ausbreiten und vor allem im August nach Sternschnuppen Ausschau halten kann. Inklusive sind ein traumhafter Sonnenuntergang und -aufgang mit Blick auf die umliegenden Seen (Fuschlsee, Wolfgangsee …) und Berge (Drachenwand, Schafberg …).

Großer Vorteil beim Übernachten am Schober: Falls es in der Nacht doch zu kühl, zu windig oder die Tierchen zu lästig werden sollte, kann man sich zur Not noch in die kleine Hütte, die eigentlich als Windschutz beim Jausnen gedacht ist, zurückziehen.
Romantiker aufgepasst: Zumindest für Sonnenuntergang und -aufgang ist man zu 99% nicht allein am Schober; eventuell muss man sogar die ‚Bettstatt‘ teilen. Schön ist es trotzdem!

Fürs Sternschnuppen schauen zwischendurch: Federbett Nockstein

Wir lieben den Nockstein, weil er so nah an der Stadt ist und trotzdem ordentliches Bergfeeling im Tausch gegen nur geringe Anstrengung aufkommen lässt. Auch hier lässt es sich ganz gut nächtigen, denn gleich unterhalb vom Gipfel gibt’s ein paar flache Stellen, die man für eine Nacht zum Schlafquartier unter freiem Himmel erklären kann. Noch ein wenig weiter unterhalb gibt’s auch einen beliebten Grillplatz – es ist also leicht möglich, dass man die Nacht am Nockstein nicht allein oder in romantisch-trauter Zweisamkeit verbringt, sondern den Berg mit ein paar feucht-fröhlich grölenden Grill-Partytigern teilt. Trotzdem: Vor allem der Sonnenaufgang am Nockstein ist immer wieder schön.

Achtung: In der Nacht bitte NICHT mit der Taschen- oder Stirnlampe vom Gipfel in Richtung Gaisberg leuchten.

Eines noch: bitte keine unabsichtlichen Lichtzeichen zum Gaisberg schicken! Wir haben schon einmal erlebt, dass ein besorgter Bergretter mitten in der Nacht auf den Nockstein gestürmt ist, weil vom Gaisberg das abgehackte Leuchten von Stirnlampen als Hilferufe interpretiert und gemeldet wurde. Also aufpassen, wo ihr hinleuchtet. Was wir daraus auch gelernt haben: Auf die Bergrettung ist Verlass! Respekt.
Ein Tipp noch: Am besten eine Plastikplane oder eine andere Art von Unterlage mitnehmen, denn der Nocksteinsand ist ziemlich hartnäckig.

Abendlagerfeuer und Morgenschwimmen: Übernachten am Wallersee

Pssst, das habt ihr jetzt nicht von uns. Und wir selbst würden das natürlich NIE machen, einfach am Wallersee übernachten. NIE! Aber wenn wir das machen würden – so rein hypothetisch jetzt – dann würden wir uns dafür den Hundestrand am Wallersee aussuchen. Klingt im ersten Moment vielleicht nicht so einladend, aber das Schöne daran ist, dass hier weniger Leute vorbeikommen und es ein sehr kleiner, gut geschützter Strand ist.

Zu finden ist er am Wallerseerundweg zwischen Seekirchen und dem Naturschwimmbad Wallersee (näher an zweiterem). Hier lässt es sich hervorragend grillen und weil sich die Heimfahrmotivation nach einem gelungenen Grillabend ja meist eher in Grenzen hält, kann man gleich Matte und Schlafsack ausbreiten und mit dem Gedanken an die erfrischende morgendliche Schwimmrunde einschlafen.

Für die etwas andere Übernachtung: Höhlenschlafen am Untersberg

Streng genommen fällt das nicht unter die Kategorie „schlafen unter freiem Himmel“, denn an diesem Ort hat man quasi ein Dach über dem Kopf. Ein ziemlich solides, sogar – nämlich gute 500m Untersbergfels. Davon gehört haben die meisten schon und sie wird tatsächlich immer populärer: die quasi legendäre Schlafhöhle am Untersberg, mit ihren Aussichtsfenstern auf die Stadt. Da ein so abenteuerlicher Übernachtungsplatz natürlich auch ein wenig Abenteuer bei der Ortsfindung beinhalten sollte, sagen wir euch jetzt nicht genau, wie man dorthin kommt – den Zustieg müsst ihr schon selbst finden.

Die besagten Fenster lassen sich aber recht leicht entdecken, wenn man unterhalb des gesicherten Teils des Dopplersteigs beim Gehen nicht nur auf den Boden schaut. Einer der vielen Vorteile dieser Schlafstätte: Wind ist kein Problem – und wenn man schon mal in der Höhle übernachtet, dann kann man am nächsten Morgen auch noch ausgiebig den Untersberg und seine anderen Höhlen und Weglein erkunden.

Ein kleiner Mimimi-Hinweis zum Abschluss

Das Winken mit dem ausgestrecken Zeigefinger liegt uns grundsätzlich nicht und wir wissen, dass unsere LeserInnen keinen Scheiß bauen. Der Vollständigkeit halber möchten wir es trotzdem gesagt haben: Passt beim Gehen in höheren Lagen bitte immer auf alpine Gefahren auf und lasst euch im Zweifelsfall von erfahreren Experten wie zum Beispiel den Naturfreunden oder dem Alpenverein beraten. Egal ob am Berg oder im Tal: Nehmt beim Schlafen im Freien bitte generell immer Rücksicht auf die Natur, lasst keinen Müll liegen und macht nix kaputt. Kurz gesagt: Baut bitte einfach keinen Scheiß, damit ihr euch nicht verletzt und wir alle noch länger Freude an unseren Favourite Hangouts haben!