Aus dem Magazin

Ehrenamtlich arbeiten in Salzburg

So macht ihr mehr aus eurer Freizeit!

Aus eigener Erfahrung können wir sagen: Kaum etwas ist so spannend und bereichernd, wie freiwilliges Engagement. Egal, ob es beim Kochen für Obdachlose oder beim Deutschlernen mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ist: Wer freiwillig arbeitet, hinterlässt eine Spur im Leben eines anderen Menschen, die oft ein ganzes Leben lang nachwirkt. Wir haben einige Möglichkeiten in Salzburg unter die Lupe genommen.

Mit minderjährigen Geflüchteten arbeiten

Flucht ist in vielen Fällen ein traumatisches Erlebnis, vor allem für Kinder und Jugendliche. Das SOS-Clearing-house ist eine Einrichtung des SOS Kinderdorfs für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Immer gerne gesehen sind Freiwillige, die auf unterschiedlichste Art unterstützen: etwa als Lernhelfer*in oder Dolmetscher*in. Wichtig ist nur die Regelmäßigkeit, wobei man als Freiwillige*r selbst entscheiden kann, ob man wöchentlich oder monatlich Zeit hat.

Kinder beim Lernen unterstützen

Nachhilfeunterricht und Lernbetreuung ist schweineteuer – vor allem für Kinder, die ohnehin schwierige Startbedingungen haben. Für sie kann es im Leben einen entscheidenden Unterschied machen, ob es jemanden gibt, der bei Hausübungen hilft, gemeinsam auf Tests lernt, oder einfach mal geduldig zuhört. In den Lerncafés der Caritas passiert genau das. Als Freiwillige*r begleitet man Kinder beim Lernen, Basteln oder bei Ausflügen. Aktuell sind die Lerncafés Fern-Cafés und haben bis zur Beendigung des Lockdowns geschlossen. Alle Standorte haben auf Distance Learning umgestellt.

Lebensmittel spenden

Die Caritas Salzburg schreibt aktuell viele Aktionen aus – oft auch kurzfristig – um auch in Zeiten wie diesen zu helfen, wo es nur geht. Vom 7. bis 12. Dezember gibt es zum Beispiel eine Lebensmittel- und Hygieneartikel-Sammelaktion in der Shopping Arena Alpenstraße. Hier kann man zwischen 10 und 14 Uhr bzw. zwischen 14 und 18 Uhr haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel spenden, die im Anschluss über die Caritas ausgegeben werden. Diese Spenden kommen Menschen in Not zugute, die in den Caritas Zentren und Sozialberatungsstellen Rat und Unterstützung suchen. Aktuell werden z.B. Freiwillige zum Konfektionieren der Pakete gesucht.

Senior*innen in Sachen Digitalisierung helfen

Das Diakoniewerk organisiert gemeinsam mit der Stadt Salzburg, den Bewohnerservices und der ÖH Unterstützung für Menschen jeden Alters. Aufgrund von Corona wünschen sich immer mehr ältere Menschen ein Smartphone oder Tablet. Oft fehlt ihnen aber das Wissen, wie sie es gut einsetzen. Das Diakoniewerk vermittelt Freiwillige, die das regelmäßig mit ihnen üben und sie auf dem Weg zum Digitalen Profi begleiten. Ganz nebenbei lernt man neue Menschen und ihre Lebenserfahrung kennen.

Mit Senior*innen musizieren

Die Caritas Altenpension ist ein spannender Ort: Hier finden ältere Menschen ab 45 mit psychiatrischen Beeinträchtigungen ein Zuhause. In kleinen Wohngruppen gestalten die Bewohner*innen ihren Alltag so weit wie möglich selbst: Es wird gemeinsam gekocht, gegessen und natürlich auch gesungen. Und es gibt normalerweise auch beliebte Formate wie eine Sing- oder eine Vorleserunde. Wegen Corona finden diese aber zurzeit nicht bzw. nicht im gewohnten Rahmen statt. Sobald die Bedingungen wieder besser sind (und damit meinen wir: Tschüss Corona), können sich wieder Freiwillige zum Musizieren und Vorlesen melden. The stage is yours!

Kochen für obdachlose Menschen

Das Haus Franziskus ist eine Notschlafstelle, in der Obdachlose einen Schlafplatz, eine warme Mahlzeit und andere Unterstützung erhalten. Wenn nicht gerade Corona ist, werden Freiwillige gesucht, die den Kochlöffel schwingen und für die Klient*innen der Notschlafstelle kochen. Die Hobbyköch*innen werden derzeit auf die Zeit nach Corona vertröstet. Es gibt aber die Möglichkeit, zwischen 17 und 18 Uhr fertig gekochtes Essen in die Jugendnotschlafstelle Exit7 zu bringen. Bitte unbedingt vorher absprechen, wann ihr vorbeikommen könnt.

Jungen Eltern zur Seite stehen

Kommt ein Kind auf die Welt, kann das ganz schön herausfordernd sein. Vor allem, wenn ein Partner erkrankt oder ein Elternteil alleinerziehend ist. Das Projekt Calimero bietet in solchen herausfordernden Situationen Unterstützung an. Ein*e Freiwillige*r unterstützt die Familie ein bis zweimal pro Woche zuhause: Sie oder er betreut das Neugeborene, spielt mit den Geschwisterkindern, begleitet die Mutter zu Arztterminen oder Ähnliches. Die Unterstützung durch Freiwillige bewirkt, dass erschöpfte Eltern sich erholen und sich danach wieder positiv gestimmt ihrem Kind widmen können. Falls ihr Lust habt, euch ein- bis zweimal wöchentlich zu engagieren, dann seid ihr bei Calimero richtig. Aktuell werden sowohl Familien als auch Freiwillige aufgenommen.

Freiwillig arbeiten – (fast) ganz egal in welchem Bereich

In Salzburg ist das Freiwilligenzentrum eine allgemeine Anlaufstelle für soziales Engagement (fast) aller Art. Engagieren kann man sich hier beispielsweise in den Bereichen Beratung und Betreuung, Hilfs- und Rettungsdienste, Obdachlosenhilfe oder Sprachhilfe und Integration. Wer sich denkt: “Das klingt spannend, das mag ich mir mal anschauen”, kann sich ja durch die Online-Freiwilligenbörse klicken und herausfinden, welche Jobs aktuell frei wären.

Tipp: Das Freiwilligenzentrum bietet seit Herbst 2020 den “Werkzeugkoffer für Freiwillige” an. Das ist ein kostenloses Bildungsangebot für alle, die sich in diesem Bereich weiterbilden wollen.

Ein hervorragendes Tool zur Suche eurer ehrenamtlichen Tätigkeit ist auch die Freiwilligenbörse, die ihr unter Salzburg Volunteerlife findet. Dort findet ihr auch alle Angebote aus diesem Artikel!


Titelbild: Photo by Jonas Jacobsson on Unsplash

Matthias Gruber

Hat studiert, als man in der Uni noch rauchen durfte und macht seitdem immer irgendwas mit Medien. Bei Fräulein Flora hat er endlich einen Arbeitsplatz gefunden, an dem er sich nicht täglich heulend im Klo einsperren möchte. Und bleibt deshalb noch ein bisschen.