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Aus dem Magazin

10 Dinge, die du als Salzburger Student*in brauchst

Ihr könnt später Danke sagen.

Ihr seid neu in der Stadt, an der Uni und im Erwachsenenleben und müsst alles Neue gleichzeitig verdauen? Was ihr braucht, um das erste Semester heil zu überstehen, haben wir – nach eigenem Wissen und Gewissen – hier niedergeschrieben.

#1 First of all: a Radl muas her

Auch wenn wir hier die falsche Zielgruppe ansprechen, sei dennoch gesagt: Bloß nicht mit dem Auto fahren. Salzburg ist wegen seiner geographischen Lage eine harte Nuss für Verkehrsplaner*innen. Wer zur Rush Hour über die Ignaz-Harrer-Straße brettern will, muss da schon mal eine halbe Stunde mehr Zeit einplanen. Umso schadenfroher ist, wer sich wendig auf seinem Drahtesel an den stauenden Blechkübeln vorbei bewegt. Die Stadt selbst ist flach wie Friesland (naja, fast), der tägliche Tritt in die Pedale regt vor allem morgens den Kreislauf an, und überhaupt kommt das Radeln bei dieser Stadtfassade eher an die Bezeichnung Panorama- und Genusssport. Fettes Plus: Die Stadt hat zahlreiche Servicestationen überall installiert, die genauen Standorte findet ihr hier.

#2 Eine Mensakarte

Notorisch unterfinanzierte Studierende können ihrem gequälten Dasein als solche Einhalt gebieten und im ÖH Beratungszentrum (der Glaskubus beim Unipark) ein Mensakarterl beantragen. Damit kommt man nämlich in den Mensen billiger davon. Weil, zugegeben, die Mensen sind mit Preisen zwischen 5,40 und 6,30 Euro für Seniorenportionen nicht gerade caritative Einrichtungen, aber verglichen mit den meisten Bistros in Salzburg das kleinere Übel. Außerdem gibt es Mensen an mehreren Standorten, im Innenhof der Juridischen Fakultät isst es sich besonders schön und das Menü an der NaWi hält immer erhellende Überraschungen im Studialltag bereit.

#3 Ein Plan für den Schnittwoch

Alteingesessene Platzhirsche wissen schon, wovon die Rede ist. In der Tradition des Studentenmittwochs aka Schnittwochs kann man vielerorts in der Mitte der Woche unter Vorzeigen des Studierendenausweises beim Konsumieren sparen. Das Altstadtmarketing war so lieb und hat alle Vergünstigungen, die man als Student*in am Mittwoch in allen Genres von Essen bis Shoppen und Kultur kriegt, aufgelistet und auf studentenmittwoch.at bereitgestellt. Auch für Höhersemestrige, die mittwochs im Shamrock ihr Bier runterkippen und glauben, damit ausgefüllt zu sein, ist die Homepage eine Goldgrube: Beim Durchklicken entdeckt man Prozente, von denen man nicht wusste, dass man sie hatte. Dass man fürs Frühstück nobel im Café Sacher absteigen kann und dabei nicht mehr als 5,90 Euro hinblättern muss zum Beispiel.

#4 Ansprechpartner*innen für Fragen rund ums Studium finden

Das erste Semester ist eigentlich eine leidige Zerreißprobe: das Curriculum verwirrt, die Hausübungen scheinen unangemessen viel und ernsthafte Erfahrung in Sachen Pauken für Prüfungen hat man eigentlich auch noch keine. Kleiner Trost: Da müssen alle durch, und die meisten schaffen das auch. Dass man von jemandem sicher an der Hand durch die unsichere Zeit geführt wird, widerspricht dem Prinzip des selbständigen akademischen Lernens. Meistens wird man aber genau durch dieses selbständige, anfangs eben verwirrte Durchbeißen zum Überlebenskünstler, verspätet sich regelmäßig entspannt, mutiert zum Profi im Scanreading und schickt meistens kurz vor Mitternacht die Seminararbeit vom Postfach raus. Ein Geheimrezept dazu gibt es keines. Es gibt aber sowas wie das Rat auf Draht für Studis: Die Beratungsstelle der ÖH nimmt sich all den Fragen von der Studienwahl bist zu Studienaufbau und Anforderungen an. Gut aufgehoben ist man auch bei der Studienvertretung, der STV des jeweiligen Studienfachs. Am besten vernetzen kann man sich über die Homepage der ÖH Salzburg, oder über Facebook.

#5 die PLUS online App

Grundlegender Funfact, den wir erst im dritten Semester erfahren durften und euch nicht vorenthalten wollen: Die wirklich gewiefte Kurzform PLUS steht für Paris Lodron Universität Salzburg und gibt der App einen informatisch-professionellen Touch. Die Studo App von PLUS online wird Euch den Alltag um Einiges erleichtern. Hat alles in einer App komprimiert, um den Tag sicher durch die Uni zu kommen: Stundenplan und Kursunterlagen, Mensamenü, Curriculum, Prüfungsergebnisse, Bibliothekszugang und e-Mailaccount. Anmelden kann man sich mit der gewohnten E-Mail-Adresse.

#6 Einen Platz zum Lernen

Wenn die dünnen Wände im Studentenwohnheim oder wahlweise der WG keinen Schutz vor dem feuchtfröhlichen Vorglühen um 14 Uhr bieten, das WLAN Netflix sei Dank Mitte des Monats schon aufgebraucht ist oder die Procrastination ohne anderen Mitstreiter*innen im Nacken ausufert, ist es höchste Zeit, den Arbeitsplatz auszulagern. Spätestens dann wird man die Vorzüge der mannigfaltigen Universitätsbibliotheken entdecken. Erstens befinden sich die meisten bibliothekarischen Einrichtungen in älteren Gebäuden und bieten genug Kuriositäten zum Begutachten- vom Buch in Frakturschrift bis zum Computer Baujahr 1980. Zweitens gibt es immer mal gute Gesellschaft für den Nachmittagskaffee oder das nötige Empowerment, wenn man in der Hausarbeit steckt und drittens findet man in den große Leseräume immer ein ungestörtes Eckchen. Unsere Lieblingsplatzerl sind die Bibliothek der Archäologie (weil sie früher einmal die fürsterzbischöfliche Silberkammer war) und der Beobachtungsposten im Glaskubus des Uniparks, liebevoll Aquarium genannt.

#7 Einen Platz zu Verkriechen

Die Uni wird an jenem Tag zum Lebensraum, an dem man einen Rückzugsort ausfindig gemacht hat. Dann, wenn man sich zwischen zwei Lehrveranstaltungen noch das Restbier vom Vortrag rausschlafen will etwa. Oder sich mit den Mitstudierenden und bald-Freund*innen auf einen netten Plausch verabreden will, ohne für Kaffee und Kuchen aufkommen zu müssen. In der Kaigasse 17 kann man sich im Freiraum konsumbefreit aufhalten, auch in den STV- Kammerln an den Fakultäten trifft man immer mal wieder ein freundliches Gesicht. Und Sofas fürs Nickerchen gibt es dort auch.

#8 Den Zugang zum WLAN am Campus

Wir erinnern uns: Im eigenen ersten Semester wurde das Login im Salzburger Uni-WLAN ein frustrierender und niemals enden wollender Kampf, der in existenzialistischen Hinterfragungen des eigenen Selbst mündete. Denn das Login wird nie gelingen, auch wenn ihr die geforderte e-Mailadresse und dein Passwort unermüdlich in die dafür vorgesehen Felder eingebt. Leider hilft da auch kein Hinweis auf der Unihomepage, das Rätsel zu lösen- zumindest keiner, der auf der wirren Internetseite schnell aufzufinden ist. Deshalb wollen wir euch vor diesem Kampf bewahren und euch den Kniff zeigen: Um sich im eduroam anzumelden, gibt man die e-Mail Adresse ein, muss aber den Zusatz STUD weglassen: benutzername@sbg.ac.at. Nichts zu danken.

#9 Einen Kaffeebecher To Go

Es ist das alte Lied: Weil man im Studienalltag meistens vor 10 Uhr schwer in die Gänge kommt, der Kaffee an der Uni aber nur in mikroskopisch kleinen Becherchen serviert wird und die gewünschte Wirkung somit ausbleibt, nimmt man als gewissenhafte*r Akademiker*in in spe den eigenen Becher mit. In ausgewählten Bäckereien in Salzburg bekommt man sogar einen kleinen Rabatt auf die Kaffeebestellung, die Umwelt bleibt verschont und man verbrennt sich auch die Finger nicht so schnell. Die braucht man schließlich spätestens nach dem Kaffee zum Mitschreiben.

#10 Mitgliedschaft in diversen Facebookgruppen

Facebook kann neben oberflächlicher Selbstinszenierung, FOMO und Neid auch die soziale Ader der Studierfreudigen fördern. Wer sich diversen Facebookgruppen anschließt, findet nicht nur in studienrelevanten Fragen schneller Antworten, kann diverse Mitschriften absaugen und sich mit Leidensgenoss*innen in der Prüfungsvorbereitung vernetzen. Empfehlenswert ist die Gruppe der Universität Salzburg, für Fachspezifischeres (und fachspezifischere Mitschriften) tritt man am besten auch der Gruppe des eigenen Fachbereichs bei.

Veronika Ellecosta

Veronika Ellecosta ist aus Südtirol ausgewandert, des Studiums und des Auswanderns wegen. Ist in Salzburg angekommen. Hat bei Fräulein Flora Unterschlupf gefunden und begonnen, die Stadt schreibend zu erkunden und damit immer wieder aufs Neue anzukommen.