Aus dem Magazin

Wo sich Salzburger ihr Essen selbst anbauen

Urban Gardening in Salzburg.

Im Salzburger Nobelstadtteil Aigen gibt es einen paradiesischen Garten. Der gehört allerdings nicht der Familie Porsche oder Piëch, sondern dem gemeinnützigen Verein Erdling. Die Mitglieder haben sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Sie möchten 100 Salzburger das ganze Jahr über mit Gemüse versorgen. Wir haben die Erdlinge besucht und dabei mehr über das Thema Urban Gardening in Salzburg erfahren.

Wer im Salzburger Stadtteil Aigen spazieren geht, darf sich über einen ungewohnten Anblick freuen:  Zwischen hohen Zäunen und automatischen Toren erstreckt sich ein blühender Garten voller Sonnenblumen, Bohnenranken und fußballgroßer Kürbisse. Bei dem wundersamen Garten in der Gänsbrunnstraße 6 handelt es sich um das Gemüsefeld des Vereins Erdling.

Gärtner und Mitglieder gesucht

Erst im Mai 2015 fand der Verein in Aigen ein Feld, auf dem Gemüse angebaut werden kann. In den vergangenen zwei Jahren wurde viel in den Aufbau der Infrastruktur investiert: Immer mehr Mitglieder ließen sich fürs gemeinsame Garteln begeistern und der Boden am Feld wurde Zug um Zug für die biologische Bebauung aufbereitet. Was vor drei Jahren eine Hand voll Beeren ergab, deckt heute bereits den Gemüse-Halbjahresbedarf von rund 70 Menschen. Nun gilt es, die Bedingungen so zu gestalten, das Ertragssicherheit und eine ganzjährige Versorgung von 80 bis 100 Haushalten gewährleistet ist, ein Kursprogramm anzubieten und die Vielfalt der Menschen am Acker, der Vielfalt und Diversität an geerntetem Gemüse anzunähern. Die Erdlinge haben deshalb eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um dringend benötigte Investitionen finanzieren zu können.

Unterstützen, Spenden und lustige Dinge kaufen

Während der Kampagne kann man bis zum 24. August Erdling T-Shirts, Gemüse-Comic Postkarten und Stofftaschen mit dem Aufdruck „Gut im Beet“  kaufen, genauso aber auch Workshops buchen: von Bauchtanz am Acker, über Kräuterwanderungen bis zu Tipps für den eigenen Bio-Gemüse-Anbau vom Erdling-Gärtner Michael Limmer. Unter den über 30 Angeboten gibt es auch einige, die sich speziell an Unternehmen richten: von der Werbefläche bis zum Firmenausflug. Auch Gemüsekisten für September und Oktober kann man kaufen, oder eine Erdling-Mitgliedschaft ohne Arbeit, also nur mit wöchentlichem Gemüsekisterl.

>>> Hier geht’s zum Crowdfunding

Begeisterte für Urban Gardening gesucht

Gesucht wird aber nicht nur nach Investitionen, sondern nach engagierten Vereinsmitgliedern, die sich als Hobby-Gärtner selbst versorgen wollen. Besondere Fähigkeiten muss man dafür nicht mitbringen: „Es ist uns wichtig, dass alle Mitglieder im Verein auch aktiv mitmachen. Wenn man nur einmal in der Woche Zeit hat, dann ist das aber auch in Ordnung“, erklärt Vereinsmitglied Christl. Außerdem werden immer wieder Kurse organisiert, wie zum Beispiel zum Thema Sensen-Mähen.

Der Mitgliedsbeitrag beim Verein ist gestaffelt: Jeder bezahlt so viel, wie er sich leisten kann. Der durchschnittliche Beitrag der Mitglieder liege etwa bei 50 Euro pro Monat. Ein vertretbare Summe, wenn man bedenkt, dass sich die Mitglieder in Zukunft ein ganzes Jahr lang selbst mit saisonalem Gemüse versorgen können. Wer mehr wissen will, kann jederzeit bei einem der Ernteeinsätze vorbeikommen.

Urban Gardening in Salzburg

In Salzburg gibt es neben Erdling zahlreiche weitere Initiativen, in der Bürger selbst Hand anlegen. Wenn ihr euch euer Essen selbst pflanzen wollt, dann seid ihr bei folgenden Initiativen richtig:

Pflanzerei Schallmoos
Über 40 Gärtner teilen sich 17 Beete

Stadtteilgarten Itzling
In Itzling wird gemeinsam gepflanzt und gekocht

Blattform Salzburg
Überblick über Gemeinschaftsgärten und Vernetzung

Matthias Gruber

Matthias Gruber ist ein Ur-Salzburger, der auszog, um Italien und Wien zu erobern. Gern ist er wieder zurückgekommen und macht für das Fräulein Flora wunderschöne Fotos der “Nicht-Nur-Mozartstadt”, die von witzigen Texten begleitet werden.