Rausgehen Sport

Sport für Arme: Wo man in Salzburg gratis sporteln kann

Bewegung für wenig Geld.

Wer in Salzburg wohnt, kann (vor allem im Sommer) getrost auf Fitnesscenter scheißen. Wir haben Plätze für Outdoorsportler gefunden, die kein Geld aber dafür viele Kalorien kosten.

Muckis aufpumpen im Park

Wer schon einmal in Betracht gezogen hat, den Wohlstandsschwimmreifen an der Hüfte daheim wegzutrainieren, dem ist der Fitnesstrend Eigengewichtstraining ein Begriff. Das Tolle daran: Es sind keine hochkomplizierten Trainingsgeräte in testosteronverseuchten Fitnessstudios nötig, man trainiert mit dem eigenen Körper. An schönen Sommertagen kann man das Training in die Workoutanlage im Lehener Park verlegen. Ein Stangengerüst aka Functional Fitness Turm, Bodengriffe für Hardliner-Liegestützen und Betonhindernisse für Parkour-Runner laden zum fröhlichen Kraxeln, Schwingen und Erklimmen ein.

Übrigens gibt es auch andere Spots in der Stadt: Den Fitness-Wundergarten im Hellbrunner Park etwa, weniger zum Turnen aber dafür mehr zum Kräftigen und Dehnen. Oder unseren Liebling an der Müllnerschanze, wo wir selbst schon unsere herbstlichen Workouts bei Menschenleere und Panorama verbracht haben um uns für die Weihnachtskekssaison zu stählern.

Falls es doch einmal mit der Motivation hapert, bietet die Stadt Salzburg diesen Sommer Workouts an, im Volksgarten, im Preuschenpark, an der Glanspitz und im Kurgarten. Die Teilnahme ist kostenlos und Anmeldung nicht nötig. Das Programm kann man hier downloaden und gleich an die Kühlschrankwand kleben. Gemeinsam sportelt es sich ja bekanntlich besser.

Ins kalte Nass springen

Zugegeben, kalt und nass ist Salzburgs Dauerzustand. Dennoch gibt es Tage, an denen die Sonne ihren Platz am Himmel festigt und die vergangene Woche Dauerregen mit feinstem Badewetter entschädigt. Gratis Badeplätze fürs studentische Börserl gibt es zuhauf, ausführliche Wegbeschreibung und unsere hauseigene Bewertung zum jeweiligen Planschplatz findet ihr übrigens hier. Unsere Favoriten in Stadtnähe zum Baden und Planschen sind die Königsseeaache (sorgt für Survival-Feeling), die vom Gebirgsbach Taugl ausgewaschenen Schluchten zwischen Bad Vignaun und Kuchl, und, gemäß den Erwartungen, der Almkanal.

Dem runden Leder nachjagen

Weil es dieses Jahr kein Fußballgroßevent gibt, müssen wir selbst auf den Rasen und unsere Dribbelkünste unter Beweis stellen. Ehrgeizler können sich im Donnenbergpark und am Fußballplatz neben dem LEPI austoben.

Ganz ohne Leistungsdruck und rein aus Freude am Kicken hat das MARK.Freizeit.Kultur die Initiative Pallone ins Leben gerufen.
Jeden Sonntag zwischen 19 und 21 Uhr können Spielfreudige jedes Niveaus auf dem PSV Platz in der Vogelweiderstraße 114 fußballern. Infos dazu gibt es auf der Webseite.

Beachen im Sand

Wer wie wir der Beachvolleyballsaison mit glänzenden Augen entgegenfiebert, kommt im sommerlichen Salzburg kostenfrei auf seine Kosten. Für Strandgefühl mitten in der Stadt sorgen etwa die zwei Beachplätze im Volksgarten. Direkt neben dem Volksgartenweiher gelegen kann man hier gern mal ein zwei Partien spielen. Wenn man sich nachher lieber gern noch ins erfrischende Wasser schmeißt, sucht man besser die Plätze beim Lieferinger Badesee auf. Der Sand ist zwar etwas karg und zu ambitionierten Einsatz wird man mit aufgeriebenen Knien büßen, dafür lässt es sich zwischen Wiese, See und Beachplatz einen ganzen Tag verbringen. Vor allem dann, wenn man den Abend bei einem Bier und mit Blick auf den Untersberg verbringt, der sich malerisch im Wasser spiegelt.

Klettern in Town

Salzburgs Stadtberge ziehen ja nicht nur Nordic Walker und Touris auf Fotosafari an, sondern auch Bergfexe in Erwartung eines urbanen Kletter-Quickies. So ist die City-Wall am Kapuzinerberg ein beliebter Klettersteig für Beginner und Professionals und lässt sich ganz gemütlich von der Glockengasse aus besteigen.

Eine anspruchsvollere und eine leichtere Route führen on Top und belohnen mit orgastischem Gipfelgefühl und Ausblick über die Stadt. Falls man equipmenttechnisch noch in den Kinderschuhen steckt, kann man sich bei den Naturfreunden, die uns schon sicher über die City Wall geführt haben, die Ausrüstung ausleihen. Ebenfalls ohne Anmeldung und Gebühr kann man bei der Müllnerschanze klettern und bouldern. Nicht unbedingt für Anfänger*innen geeignet, aber für geübte Leidenschaftler ein Muss.

Surfin´ in Salzburg

Wir können es nicht oft genug und in nicht genug Kontexten sagen: Wir lieben den Almkanal. Zum Baden, zum Schlauchbootfahren und zum Chillen. Auf die Almkanalwelle beim Heinrich-Meder-Weg haben wir uns zwar noch nicht gewagt, sie aber ganz nach oben auf die Sommer-To-Do-Liste gesetzt. Mittlerweile ist es schon der siebte Sommer, dass Surfer in der alpinen Stadt Salzburg ihrem Hobby nachgehen können. Weil nicht jede*r in unseren Breitengraden ein Surfbrett besitzt, gibt es unweit eine Leihstelle. Zwischen 0,5 und 4,5 Meter sollen die Wellen breit sein, und wenn es schon nicht zum selbst Surfen reicht, kann man sich unter die Zuschauer mischen und sich eine feine Show gönnen. Denn, wie bereits erwähnt, der Almkanal ist super.

Laufen gehen

Am günstigsten ist und bleibt es natürlich, sich die alten Laufschuhe zu schnüren und eine Runde im frühlingswarmen Salzburg zu drehen. Egal ob Gelegenheitsläufer*in mit starkem inneren Schweinehund, katergeplagt oder marathomabitioniert: Nur echt mit dem Fräulein Flora- Gütesiegel ist unser Autor fürs Draußen Henrik Klar für euch die schönsten Laufstrecken in Salzburg abgelaufen und hat dabei keine Müh und keinen Schweiß gescheut. Es muss ja nicht immer der frustrierende Touri-Slalom an der Salzachsein, hat er gesagt und uns Strecken vorgeführt, die etwas abseits sind und mitten ins Läufer*innenherz treffen.

Veronika Ellecosta

Veronika Ellecosta ist aus Südtirol ausgewandert, des Studiums und des Auswanderns wegen. Ist in Salzburg angekommen. Hat bei Fräulein Flora Unterschlupf gefunden und begonnen, die Stadt schreibend zu erkunden und damit immer wieder aufs Neue anzukommen.