Soll ich das studieren? Tina studiert Gesundheits- und Krankenpflege am FH-Campus Urstein

Wie ist das eigentlich, wenn man schon sehr jung Spitzensportlerin war, in der Tennisweltrangliste logiert hat. Nach dem Ende der Sportkarriere Patissière wird, in der 5-Stern-Hotellerie arbeitet, dann viele Jahre selbstständig eine erfolgreiche Konditorei führt. Und dann, Mitte 40, entscheidet: Ich studiere jetzt (noch einmal) und werde Pflegeperson. Tina hat das alles erlebt und erzählt uns davon. Und dann fragen wir sie noch: Sollen auch wir das studieren, Tina?


Oag, was sich am Campus Urstein der FH Salzburg seit unserem letzten Besuch alles verändert hat. Mit der S-Bahn hin, das ist wie immer. Dann, auf dem Weg zum Wissenspark, wird schon klar: Hier ist ein neuer Campus entstanden. Die Baustellen-Bereiche sind weg, es gibt moderne Mensen und sogar … ein Fitness-Studio. Im Wissenspark, geographisch neben dem Hauptgebäude der FH Salzburg in Urstein, ist der Studiengang „Gesundheits- und Krankenpflege“ beheimatet. Seit knapp vier Semestern nimmt Tina denselben Weg wie wir. Sie ist 45, war Leistungssportlerin, ist Meister-Konditorin und studiert jetzt „Gesundheits- und Krankenpflege“. Das ist ihre Geschichte.

Mag es gern, wenn sich etwas bewegt: Tina.

Warum Tina mit 13 von zuhause auszog

Gar nicht so einfach, so ein volles Leben, wie das von Tina, zusammenzukürzen. Wir probieren es jetzt trotzdem. Tina kommt aus Vorarlberg und war als Kind eine extrem erfolgreiche Tennisspielerin. So gut, dass sie ins Sportgymnasium am anderen Ende des Ländle geschickt wurde. Und weil es so etwas wie ein Internat noch nicht gab, zog Tina in ein kleines Zimmer, „vielleicht kann man auch Wohnung sagen“, erzählt sie. Das Training war intensiv – die Ernährungsregeln streng. „Mannerschnitten waren das einzige, das wir ab und zu bekommen haben, die hingen uns schon zum Hals raus“. 

 

Business-Idee: Zucker dealen

Zucker war tabu, aber Tina war schlau: „Ich hab mir Äpfel gekauft und Zimt, Mehl und andere unverdächtige Lebensmittel.“ Und damit Apfelstrudel gebacken. Einen Teil habe sie selbst gegessen, den Rest um zehn Schilling das Stück verkauft. Das Geschäft lief gut, die Sportkarriere auch, aber irgendwann war klar: Im Leistungssport wird Tina nicht alt. 

Leistungssport: erledigt. Was ist jetzt dran?

Vom Leistungssport ging’s für Tina in die Fünf-Sterne-Hotellerie, in Italien, Frankreich, Neuseeland, Australien, England. Immer was los, immer neu, ein „explosives Geschäft“. Und irgendwie passt es zusammen: Tina mag gern, wenn sich was tut. Vielleicht ein Mitgrund, warum sie mit 30 Jahren ein berufsbegleitendes Studium an der FH Salzburg gestartet und im Anschluss ihre eigene Konditorei eröffnet hat. Zehn Jahre später, 2024, ergab ein schöner Zufall, dass Tina diese Konditorei verkaufen konnte und – mit ein bisschen Geld am Konto – darüber nachdenken durfte: Was mach ich als nächstes? 

Nochmal auf die FH – Tina studiert Gesundheits- und Krankenpflege. Konditorei in neuen Händen, Geld da: „Ich hab mich gefühlt, wie mit 20“.

Als würde ihr die ganze Welt offen stehen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie mit medizinischen Feldern zu tun: Als Leistungssportlerin (Verletzungen, Heilungen, körperliche Fähigkeiten), als Meister-Konditorin (diätische Aspekte von Nahrungsmittel). Auch in ihrem Privatleben spielte die Medizin und Krankheit naher Angehöriger eine große Rolle. Und so kam der Entschluss: Wenn ich nichts muss, aber alles darf – dann mache ich jetzt genau das, was ich schon mit Anfang 20 vorgehabt habe: in den medizinischen Bereich wechseln und mich zur Pflegeperson ausbilden lassen.

Der Pflegeberuf: So divers, wie wichtig

Fanden wir interessant: Mitte 40 die Schulbank zu drücken, um in einem sehr fordernden Beruf bestehen zu können – für Tina hingegen ganz logisch. „Ich habe mein ganzes Leben gelernt, in stressigen Situationen ruhig zu bleiben. Im Spitzensport musste ich die Zähne zusammenbeißen, in einer Hotelküche gibt’s auch nicht so viel Zeit, um über Gefühle zu reden“, sagt sie. Mit genau diesen Situationen kenne sie sich aus. Wo sie arbeiten möchte, wenn sie dann fertig ist mit der Ausbildung? 

 

„Ich hab bis jetzt drei von zehn Praktika hinter mir … 

… und soweit ich das für mich feststellen kann, fühl ich mich wohl, wenn Bewegung stattfindet, wenn auch Ungeplantes stattfindet. Es muss nicht die hochdramatische Notfallambulanz sein, aber wir hatten einen Gastvortrag von der Neuroambulanz, das würde mich interessieren. Oder auch aufgrund meiner privaten Erfahrungen – die palliative Medizin und die Onkologie. Weil es für mich sinnstiftend ist, für Menschen, die ihre Autonomie abgeben müssen, da zu sein: mit Präzision, Fachlichkeit, Sachverstand und Empathie.“

Wem würdest du dieses Studium empfehlen? 

„Für Menschen, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen – fachlich und zwischenmenschlich. Und die nicht aufhören, über ihre Handlungen und Einstellungen nachzudenken“, sagt Tina. 

 

10x Antworten auf: Soll ich Gesundheits- und Krankenpflege studieren?

Wir begleiten den Studiengang schon seit vielen Jahren und haben im Rahmen unserer Zusammenarbeit einen kleinen Fragenkatalog erarbeitet – einfach, um ein paar Denkanstäße zu geben. Nochmal studieren? Zum ersten Mal studieren? Die Pflege kann ein sehr spannendes Feld für Menschen sein, die – wie Tina – einen sinnstiftenden Ort suchen. Am 21. März 2026 könnt ihr euch persönlich beim Open House alles anschauen, was es über „Gesundheits- und Krankenpflege“ zu wissen gibt.

Schleichwerbung, nein danke!

Wir nehmen für unsere redaktionelle Berichterstattung niemals Geld an. Werbung gibt es beim Fräulein, aber selten. Wenn wir Werbung machen, steht das außerdem ganz klar im Titel und nicht irgendwo versteckt – deswegen ist es uns wichtig, dass ihr wisst: Dieser Artikel ist in schöner Zusammenarbeit mit der FH Salzburg entstanden.

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