Soll ich das studieren? Antonia studiert Code and Interactive Systems an der FH Salzburg

Haben wir gar nicht gewusst: An der FH Salzburg lernen Studierende, Games zu entwickeln. Wir haben Antonia getroffen, die im sechsten Semester „Code and Interactive Systems“ studiert. Warum sie das macht und was sie daraus machen will? Haben wir mit ihr besprochen. Und dann ist uns noch Studiengangsleiter Hilmar vors Mikro gelaufen und hat erzählt, dass es nicht mehr darum geht, alles zu bauen, nur weil wir es können.

Immer das Gleiche: Wenn wir einmal da sind, kommen wir nicht mehr weg. 

Ein Besuch bei der FH Salzburg führt zu ganz vielen Gesprächen: Von Tinas beeindruckender Geschichte, wie sie nach Spitzensport und als Konditor-Meisterin zum Studium „Gesundheits- und Krankenpflege“ gekommen ist, geht’s weiter mit Antonia. Geografisch teilen die beiden wenige Schritte, inhaltlich aber Welten. Antonia studiert „Code and Interactive Systems“ mit der Vertiefung „Game & Immersive Tech“. Sie programmiert Videospiele und will das auch weiterhin tun. 

Antonia entwickelt Games.

Eigentlich komme sie von der anderen Seite des Kreativitäts-Spektrums, sagt Antonia. 

Vor dem FH-Studium hat sie sich mit Oberflächendesign beschäftigt, „Restaurationstechnik, Baumalerei, solche Sachen“. Als sie Freunde zum Open House der FH Salzburg begleitet, ist sie beeindruckt: Die Präsentation des Studiengangs „Code and Interactive Systems“ (damals noch Multimedia Technology) war derart kompetent, dass sie sich gedacht hat: Das will ich probieren. Schlussendlich war sie ein Jahr vor ihren Freunden an der FH, die absolvierten zuerst ihren Zivildienst. 

 

Digital arbeiten, Games entwickeln

Das Curriculum von „Code & Interactive System“ bietet viele Möglichkeiten: Future Web & Mobile und Game & Immersive Tech als Schwerpunkte sowie Interaction Design und AI Engineering als Spezialisierungen stehen da auf der Webseite der FH Salzburg. Antonia hat sich fürs Entwickeln von Games entschieden, oder besser von „interaktiven Systeme“. Warum? 

„Games sind nicht nur Unterhaltungsmedien, mit Games kann man so viel ausdrücken“, 

sagt Antonia. Die Gaming-Vertiefung war immer der Plan, sie wollte sich mit Interaktions-Software beschäftigten, die Personen am anderen Ende einbeziehen. Spiele können viel: User*innen hören etwas, sehen etwas, es gibt eine Interaktion. Ist man mittendrinnen in einer Welt, lassen sich Spieler*innen ganz anders auf Themen ein. Games dienen nicht nur zur Unterhaltung, sondern können auch zu Problemlösungen beitragen.

Und diese Probleme? Kommen aus dem echten Leben. 

Als wir Studiengangsleiter Hilmar Linder fragen, welche Probleme Spiele lösen können, erzählt er von Projekten, die Studierende umgesetzt haben. „Spot a Bot“, zum Beispiel, war eine Machine Learning Application, die Bot-Aktivitäten auf damals noch Twitter erkennen konnte: Welche Kommentare waren von Bots verfasst, welche Trends durch Bots gepusht? Und damit bewiesen: Nicht alles, was da steht, ist wahr.

 

Ein anderes Beispiel, der „Demenz-Simulator“.

Mit dem Aufsetzen einer VR-Brille finden sich Spieler*innen in einem Haushaltssetting wieder. Es gilt, gewisse Routinen zu erledigen, anfangs geht das ganz leicht. Mit Krankheitsfortschritt werden die Erledigungen schwieriger, Bilder verschwinden. „Der Simulator lässt Demenz natürlich nicht komplett erfühlen, aber Spieler*innen bekommen ein Gespür“, sagt Hilmar. 

Hilmar leitet den Studiengang und das Department.

Was Studierenden mitgegeben wird: Nicht nur etwas bauen, weil wir es können, sondern weil es sinnvoll ist. 

Im Moment herrscht eine große Unsicherheit, sagt Hilmar. Was wird die KI mit unserer Gesellschaft machen? Welche Berufe werden ersetzt? Die offenen Fragen zeigen: Es wird wichtiger darüber nachzudenken, was wir als Gesellschaft wirklich brauchen. Nicht mehr zu bauen, einfach, weil wir können, sondern zu hinterfragen: Warum verwenden wir eine gewisse Technik? Wie setzen wir sie sinnvoll ein? Unsere Aufgabe wird es immer mehr, die KI zu orchestrieren. Den Nutzen anerkennen, aber als Dirigent*in den Ton angeben. Und diese Skills lernen Studierende (neben vielen anderen) an der FH: Anleitung geben und das, was die KI antwortet, kritisch zu reflektieren. 

Im "LudeCat: Indie-Gamedecathlon" spielen die Studierenden einmal im Semester Games, die von anderen Studierenden oder Alumni entwickelt wurden.

Was antwortest du auf die Frage „Was kannst du?“, Antonia?

„Ich würde sagen, ich kann alles, wofür ich die Zeit kriege, mich reinzufuchsen.“ Ein wesentliches Wissen, das Antonia aus dem Studium zieht. Es gehe nicht darum, welche hard skills man lerne, zu sagen, „ich kann jetzt coden“. Viel wichtiger sei diese gelernte Selbstständigkeit, immer wieder neue skills zu lernen. Besonders in der Software-Industrie, die sich dauernd ändert. Eine neue Trendsprache hier, eine neue Engine da. Ein Studium habe gar nicht die Kapazitäten mit jedem Trend Schritte zu halten. Aber zu wissen, man schafft es, alles zu lernen, das ist ein mächtiger Ausgangspunkt.

Wem würdet ihr dieses Studium empfehlen? 

Zukünftige Studierende sollten teamfähig sein, sagt Hilmar. Weil im Studiengang einfach sehr viel mit anderen gearbeitet wird, innerhalb des Departments und auch außerhalb. Ein Interesse für Technik wäre gut, Programmierkenntnisse sind nicht nötig.

Auch für Antonia ist die Antwort eindeutig: „Die FH gibt uns die Skills und den Raum fürs Kreativsein. Deshalb will ich sagen – dieses Studium ist für alle, jeder neue Kopf trägt zu einer neuen Denkweise bei. Und weil kein Vorwissen nötig ist, ist jede Person ein asset für die anderen.“

Übrigens: Im Studiengang "Code and Interactive Systems" studieren viele Frauen. Mit einem 30-prozentigen Frauenanteil liegt die FH hier weit über dem Österreichschnitt, Tendenz leicht steigend. Interessiert euch auch? Bewerbt euch bis 1. Juli 2026 um einen Studienplatz im Bachelor.

Zur Vollständigkeit: 

Wir haben mit Antonia gesprochen. Sie hat sich für den Schwerpunkt „Game & Immersive Tech“ entschieden. Der zweite Schwerpunkt, den Studierende von „Code & interactive Systems“ wählen können, heißt „Future Web & Mobile“, gehen tut es da um Webentwicklung in der modernsten Form. Und dann gibt’s auch die Möglichkeit, eine von zwei Spezialisierungen zu wählen: „Interaction Design: Digitale Nutzung gestalten“ oder „AI Engineering: Intelligente Systeme entwickeln“. Einfach, dass wir das mal gesagt haben.

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