Daniela Molzbichler leitet das Department für Angewandte Sozialwissenschaften an der FH Salzburg und teilt mit uns die News, dass „Elementarpädagogik“ im Herbst auch als Bachelorstudium angeboten wird. Das ist brandneu und deswegen … gibt’s noch keine Studis, die wir fragen können, ob wir das auch studieren sollen. Also fragen wir einfach Daniela.
Heute arbeiten viele Großeltern (noch oder wieder), genauso wie beide Elternteile. Alleinerziehende sind in den meisten Fällen sowieso auf Betreuungsplätze angewiesen.
Die Gesellschaft und die Familienstrukturen haben sich verändert. Es ist nicht mehr wie „früher“.
Früher, erzählen wir Daniela am Anfang unseres Gesprächs, haben wir zu den Pädagoginnen „Kindergartentante“ gesagt. Ehrlicherweise waren wir aber nicht oft im Kindergarten, weil die Mama daheim war. Und wenn die Mama nicht da war, war die Oma da. Die war immer da. Heute arbeiten viele Großeltern (noch oder wieder), genauso wie beide Elternteile. Alleinerziehende sind in den meisten Fällen auf Betreuungsplätze angewiesen. „Die gesellschaftlichen und familiären Strukturen haben sich verändert“, stimmt Daniela zu. Das ist einer der Gründe, warum elementarpädagogische Bildungsräume immer wichtiger werden.
Elementarpädagogische Einrichtungen sind die ersten Bildungsstätten von Kindern.
Es stimmt: In elementarpädagogischen Einrichtungen eröffnen sich Kindern vielfältige Entwicklungsräume. „Außerdem“, – so betont Daniela – „setzt qualitätsvolle Elementarpädagogik Impulse, deren Wirkung oft erst im späteren Lebensverlauf sichtbar wird. Kinder erfahren bereits früh, was ein gelingendes Miteinander ausmacht: Konflikte konstruktiv zu lösen, zu teilen, eigene Grenzen wahrzunehmen und zu vertreten. Kompetenzen, die das Zusammenleben nachhaltig stärken.“
Ein schönes Sprichwort, das uns Daniela Molzbichler mitgegeben hat: "Ich bin, weil wir sind." Die Arbeit mit Menschen ist und bleibt essentiell.
Elementarpädagogik hat große Aufgaben vor sich: Und genau deswegen, sagt Daniela, müssen wir diesen Bereich weiter professionalisieren.
„Elementarpädagogik steht vor komplexen Herausforderungen – gerade deshalb, so Daniela, ist eine weitere Professionalisierung dieses Bildungsbereichs unerlässlich. In Salzburg startet ab Herbst erstmals der berufsbegleitende Bachelorstudiengang ‚Elementarpädagogik‘ (sechs Semester) mit drei Vertiefungsmöglichkeiten im letzten Studienjahr. Das Curriculum orientiert sich wesentlich am Modell der Hochschule Campus Wien, entstand in begleitender Abstimmung mit der University of Applied Sciences St, Pölten und wurde zugleich um eigenständige inhaltliche Schwerpunkte erweitert. Verortet ist das Studium an der FH Salzburg am Department für Angewandte Sozialwissenschaften, wodurch eine gezielte Verschränkung elementarpädagogischer Perspektiven mit Zugängen der Sozialen Arbeit ermöglicht wird.“
Wie umgehen mit Herausforderungen, die neu sind? Z. B. frühe Screentime bei Kindern?
„Genau hier zeigt sich, wie zeitgemäß Elementarpädagogik heute gedacht wird: Im Mittelpunkt stehen das Wohlbefinden und die soziale Teilhabe von Kindern sowie das Miteinander von Erziehungsberichtigten und elementarpädagogischen Fachkräften“, so Daniela. Spannend war für uns auch der sehr praxisorientierte und zeitgemäße Blick auf Elementarpädagogik.
„Aktuelle Themen rücken in den Fokus – von Bindungsprozessen bis hin zu ‚Technoferenz‘, also dem Einfluss digitaler Medien auf Beziehungen im Alltag. Es geht dabei auch um die Frage, wie frühe Medienerfahrungen wirken und wie Verantwortung für kindliche Entwicklung gemeinsam gestaltet werden kann.“

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Studierende, die sich gegenseitig stärken
Eine Vorerfahrung in der Elementarpädagogik ist für das Studium nicht erforderlich – der Einstieg ist beispielsweise auch direkt nach der Matura möglich. Zugleich zeichnet sich das Department für Angewandte Sozialwissenschaften durch hohe soziale Durchlässigkeit aus: Rund 30 % der Studierenden kommen über alternative Bildungswege. Unterschiedliche Bildungsbiografien werden bewusst als Ressource für Professionalisierung genutzt.
Praxiserfahrungen können angerechnet werden. Entscheidend ist jedoch – so Daniela – eine vielfältige Studierendengruppe: Sie ermöglicht Lernen durch Austausch, Perspektivenvielfalt und gemeinsame Reflexion.
Alle Wege führen … in die Elementarpädagogik.
Die elementarpädagogische Vernetzung an der FH Salzburg liegt Daniela Molzbichler am Herzen. „Alle Ausbildungswege zählen – entscheidend ist der Austausch. Darum arbeiten wir etwa eng mit Salzburger Hochschulen, dem Land und Praxiseinrichtungen zusammen“, so Daniela. Viele davon bringen sich ab Herbst als externe Lehrende ein – was wir daran schätzen? Vernetzung, neue Perspektiven und richtig viel gemeinsamer Drive.“
Elementarpädagogik im Bachelor: Montag und Donnerstag, 16.00 bis 20.15 Uhr und ca. jeden zweiten Samstag. Ihr könnt euch noch bis 1. Juli 2026 für einen Platz bewerben.
Die Prognosen sprechen für einen Beruf mit Menschen
In einem Zeitalter, das uns vor allem multiple Krisen bietet, kann die Frage nach der Zukunft schon einmal auftauchen. Vor allem, wenn Prestigeberufe wie Software-Entwicklung mittlerweile von der Software selbst übernommen werden. Welche Arbeit soll man denn in Zukunft machen? „Aktuelle Prognosen sind sich einig: Gerade Berufe, die von Beziehungen leben, lassen sich nicht durch KI ersetzen“, führt Daniela aus. „Manche Beratungssettings verändern sich vielleicht – aber die unmittelbare Interaktion, etwa mit Kindern, bleibt zutiefst menschlich.“
Das interessiert euch auch?
Dann schaut euch auf der Webseite der FH Salzburg um. Da stehen alle Infos zur Bewerbung, zum Curriculum und wie sich das Studium berufsbegleitend stemmen lässt. Bis zum 1. Juli 2026 habt ihr Zeit, euch für einen Platz für „Elementarpädagogik“ zu bewerben.