Aus dem Magazin

So viel gibt eine Salzburger Bloggerin aus

Ein Moneydiary.

Wir sind eigentlich dauerpleite. Weil wir gerne wissen würden, wie es euch so mit dem lieben Geld geht, fragen wir Leute, wieviel sie in der Woche so ausgeben und wofür. Wer seine Finanzen anonym offen legen will, der kann das gern tun. Und eine Email mit den wöchentlichen Ausgaben an info@fraeuleinflora.at schicken.

Salzburg ist ja schon lange nicht mehr das verschlafene Kaff, das es mal war. Es gibt hier sogar Blogger. Eine Bloggerin erzählt, was sie so verdient und wie sie über die Runden kommt.

Bloggerin in Salzburg, 29

Einnahmen im Monat: € 1.500 im Durchschnitt
Fixe Ausgaben: € 590 (Miete, Versicherung, Handy und Strom)
Verfügbares Budget: € 910

Montag:

Ich bin irgendwie nie zuhause zum Essen. Heute auch nicht, ich geb mir einen Spar-Salat und Bananen, € 4 weg. Am Abend bin ich auch zu faul, um etwas zu kochen, außerdem ist die Wohnung ein Chaos. Ich geh mit einem Freund zum Indigo und lade ihn auch ein, Bier gibt’s dazu – € 15. Fürs Auto habe ich ein Parkticket gekauft – €2. Viel gearbeitet, nicht sooo viel ausgegeben. Jackpot.

Dienstag:

Musste mit dem Bus in die Arbeit fahren, hatte aber noch irgendwo ein paar Tickets rumliegen – €0. Mittag bin ich in der Nähe vom Kiesel, da muss ich mit meinem Termin zum Coco gehen, werde aber eingeladen, heureka – €0. Am Abend habe ich einen Kurs beim Wifi, also gehe ich ins Wernbacher und trinke einen Kaffee, damit ich es überhaupt überlebe: €4. Nach dem Kurs: Besuch bei den Eltern, gratis Schwips – €0.

Mittwoch:

Ich ess zum Frühstück eine Scheibe Mohnstrudel vom Ölz, der ist hart und nicht so gut, aber mir ist das eigentlich egal: €0, den hat nämlich mal wer mitgebracht. Im Wernbacher stell ich mir ein Gulasch rein und lade auch meinen Freund ein, super spendabel wie ich bin: € 23. Mein Taschenrechner ist kaputt und ich brauche den, gehe also zum Libro und kauf mir so ein Teil on a budget: € 10. Fürs Parken zahl ich der Stadt Salzburg wieder €2, weil ich im Andräviertel noch einen Termin hatte.

Donnerstag:

Heute geht sich in der Früh nix aus, weil ich verschlafen habe und mir erst in der Arbeit einen Kaffee reinziehen kann. Bis Mittag halt ich es aus, dann Kornspitz und Kren-Aufstrich vom Spar, €3. Ich fahr mit dem Bus zu einer Veranstaltung am Abend, Karte ist gratis und beim Event gibt es Booze und Mini-Essen gratis. Heute ist ein guter Tag, außer Arbeit nix los.

Freitag:

Habe ein Geschäftsfrühstück im Rochushof, das ist gut, bio und überhaupt Oberliga. Ich mach auf dicke Hose und lade alle ein: €35. Am Abend belege ich einen Kletterkurs, der dauert drei Termine und kostet €70. Aber muss man ausprobieren.

Samstag:

Lange schlafen, dann in die Arbeit. Ein Frühstück beim Spar (Birchermüsli-Jogurt und Orangensaft) für € 3,5 und dann erst wieder am Abend Popcorn im Kino für € 10, die Karte kostet nochmal € 12. Danach geht’s noch in eine Beisl, da lass ich ein bisschen Biergeld für mich und andere liegen: € 25

Sonntag:

Heute nix. Kaffee gibt’s daheim, danach Essen bei einer Freundin, ich nehme Wein mit für € 7,50. Danach ein Spaziergang durch die Stadt, Kaffee beim Wernbacher für € 4 und Netflix für den restlichen Tag.

Ausgaben insgesamt: € 220
Restbudget fürs Monat: € 690 (ui, das wird wieder mal eng! Vor allem, weil noch etwas für die Selbstständigen-Versicherung weglegen muss)

Eva Krallinger-Gruber

Eva ist eine richtige Ex-Exil-Salzburgerin. Frankreich, USA, Schweiz - aber nirgends ist es wie zuhause. Journalismus, Marketing (Kosmetik und dann Bier) und eigentlich redet sie auch ganz gern.