Schranne_Salzburg
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6 coole Stände auf der Schranne

Fixpunkte auf unserer donnerstäglichen Runde durch die Schranne.

Wir haben Österreichs Wochenmarktkönig einen Besuch abgestattet und sechs Stände gefunden, die man auf der Schranne gesehen haben muss.

Wer auf Beutezug auf Salzburgs berühmt-berüchtigten Wochenmarkt gehen will, läuft Gefahr, vom farbenfrohen Angebot erschlagen zu werden. Ganz so nach dem Prinzip „vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen“ wird man, wenn man sich einfach nur so auf den Gerüchen treiben lassen will, nirgendwo ankommen (und irgendwann doch mit traurigen leeren Händen an der Ecke zur Schrannengasse landen). Deshalb bedarf es mehr System. So haben wir uns einen Vormittag lang auf der Schranne herumgetrieben und sechs Stände gefunden, an denen man beim nächsten Besuch nicht vorbeilaufen darf.

Antje Schilbachs würziges Eck

Antje_Gewürze_Schranne

Antjes Gewürze macht beim Vorbeigehen schon olfaktorisch auf sich aufmerksam. Von urösterreichischen Gewürzen und Salzen bis hin zu fernöstlichen Currys und Kardamom wird jedes Näschen hier seinen Stimulator finden. Die Produkte sind zwar für viele von uns, die urbane Hipster- Designs bevorzugen, zu schlicht in einfachen Plastiktüten verpackt, an einem alteingesessenen Stand an der Schranne finden wir das aber bodenständig. Am schönsten ist es, sich einfach mal in die Welt der Gerüche einführen zu lassen, verlangsamen und das eigene Schnuppernäschen die richtige Mischung auswählen lassen.

Hanf im Glück: Frenkenberger

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Ein Mann, der Hanf melkt, sagt Christian Frenkenberger über sich. Der Hallwanger ist der Erfinder der Hanfmilch, und die verkauft er an Salzburgs traditionell geprägter Schranne. Und weil wir immer spitz auf Produkte sind, die mit der guten alten Tradition brechen, haben wir diesen Stand besonders gern. Dass Hanf ein Gesundheitsboost ist, wie ihn nur die renommiertesten Fit-und-Vital-Magazine anpreisen könnten, kommt langsam in der Mitte der Gesellschaft an. Christian Frenkenberger hat diesen Gedanken zu seinem Konzept gemacht: Neben dem hochgelobten Hanfdrink aus Hanfsamen gibt es auch Powerriegel aus Hanf und Hanfbier. Das zögern wir natürlich nicht, es auszuprobieren. Und es schmeckt.

Mag. Helmut Gurtner: Der Hendlphilosoph

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Den Marktstand mit dem akademischen Titel haben wir schon einmal als persönlichen Favoriten auserkoren, als es um Salzburgs bestes Hendl ging. Auch beim Ranking der Schrannenstände hat Mag. Helmut Gurtner bei uns wieder abgesahnt. Bei den Salzburger*innen sollen die frischen Backhendln ja kein Geheimtipp mehr sein. Weil so ein Bummelvormittag bei ungewöhnlich heißen Spätsommertemperaturen durchaus hungrig macht, haut man sich am besten so ein legendäres Tier rein und spült die zarten Geflügelreste mit Bier runter. Man kann an den kleinen Freuden des Alltags erblühen, während man so seine Grundbedürfnisse nach Nahrung und Bier stillt, den geschäftigen Housewives und -väterchen und verwirrten asiatischen Tourist*innen beim Wuseln zuschaut. Der Hendlphilosoph bringt durchaus Poesie in den Donnerstagvormittag.

Angelo Russo: The Italian Lover

Wir sind ja bekanntlich bekennende Liebhaber*innen von Arkadien. Deshalb mussten wir bei Angelo Russos Italien- Stand haltmachen und können das nur wärmstens weiterempfehlen. Nicht nur, weil es dort seltene Wurst und Käsesorten vom Lieblingsnachbarn gibt, die auch noch lecker sind, sondern auch genug süße Kleinigkeiten. Und die können Salzburger Schnürlregentage gleich um mehrere Grade erhellen. Besonders angetan hat es uns das sizilianische Gebäck namens Cannolo, gefüllt mit einem zauberhaften Ricotta- und Vanille- Gemisch. Wird euch zwar garantiert den Appetit fürs Mittagessen nehmen, wird es aber eindeutig wertgewesen sein.

Pracher: Käse und Antipasti

Die Prachers sind auch schon ein Weilchen auf der Schranne vertreten. Mit ihrem Käsestand laden immer wieder kleine Kostproben zum Schnabulieren ein. Rotweinkäse, Bergkäse oder Emmentaler, aber auch italienische Klassiker wie Pecorino und Grana Padano sind immer einen Schlenker wert. Noch besser: Daneben gibt es eingelegte Antipasti, die sich mit oben genanntem Käse ganz verzückend und harmonisch kombinieren lassen. Am besten nicht schüchtern sein und die verschiedenen Köstlichkeiten ohne zu zögern ausprobieren.

Schmuckbauer: Bio in Gemüse und Obst

Weil wir ganz zum Schluss auch brauchbares Grundlegendes für die eigene Küche einkaufen wollen, zieht es uns zum Schmuckbauer. Alles wächst hier auf biologischer Mutter Erde. Der Schmuckbauer ist das beste Gemüsestandl auf der Schranne, flüstert man uns hinter vorgehaltener Hand ins Ohr. Je nach Saison gibt es dann natürlich ein unterschiedliches Angebot an Obst und Gemüse und man richtet die Küche dann am besten danach. Aber das wissen organisierte Köch*innen wahrscheinlich eh besser als wir.

Veronika Ellecosta

Veronika Ellecosta ist aus Südtirol ausgewandert, des Studiums und des Auswanderns wegen. Ist in Salzburg angekommen. Hat bei Fräulein Flora Unterschlupf gefunden und begonnen, die Stadt schreibend zu erkunden und damit immer wieder aufs Neue anzukommen.