Nein, ein Geld wollen sie mit nixlos.in nicht verdienen,
sagen uns David und Chris, weil dann „sind wie ja wie alle anderen“. Nixlos.in heißt der von ihnen erdachte Zufluchtsort für alle Menschen im Internet, die passende Events in Salzburg suchen, aber keinen Bock haben auf Vor-Selektion durch irgendwelche Algorithmen und bezahlte Anzeigen. Nixlos.in ist werbefrei, ohne Tracking von Besucher*innen und für Veranstalter*innen so gut wie ohne Aufwand nutzbar.
David und Chris auf einem Bankerl im Mirabellgarten.
Veranstaltungskalender gibt es viele, finden wir. Warum braucht es nixlos.in?
Als Veranstalter weiß Chris selbst, wie lange es dauert, die eigenen Events in unterschiedliche Eventkalender einzuspeisen, da „kannst du einen Tag Arbeit einplanen“. Nixlos.in kann das ganz allein. Die Events werden von anderen Seiten abgegriffen und in nixlos.in dargestellt. Einen Tausch „Geld gegen mehr Sichtbarkeit“ gibt es nicht, genauso wenig wie Tracking. User*innen schauen in einer werbefreien Umgebung, was für sie in Salzburg los ist.
„Profitieren werden eigentlich alle Veranstalter*innen: Thematisch ist alles dabei, vom Rollator-Treff bis zur Techno-Party.“
Übrigens: Auch, wenn die Plattform selbst kostenlos ist, die Gründung der Strukturen ist es nicht. Wer die Idee von nixlos.in lieb hat, kann spenden, um den gemeinnützigen Verein, der gerade gegründet wird, zu unterstützen. Oder den anderen Weg gehen: Um Fundings aufzustellen, gibt’s im Juli die Möglichkeit, Förderleiberl zu kaufen: 50 Euro oder mehr pro (hochwertiges Bio-)Leiberl, das im Oktober nach dem Pre-Sale geliefert wird und Förder*innen ziert, aber auch bissi Geld in die Vereinskassen spült: „Kauf ein (sauteures) Leiberl und gib nixlos dadurch a Leiberl, um sich gegen die Multis durchzusetzen.“
"Wir machen alles nicht, was das moderne Internet macht. Mir ist beim Bauen der nixlos-Seite aufgefallen, wieviele das Internet kann, ohne Login oder Tracking. Es geht wirklich sehr viel."
Chris auf die Frage, warum sie die Besucher*innen von nixlos.in nicht tracken
Eventübersicht jetzt, Archiv später
Ein schöner Nebeneffekt von nixlos.in ist der stadtchronistische Aspekt. Alle Events mit ihren Spezfika und idealerweise Werbemitteln wie Plakaten sollen gespeichert werden und zu aussagekräftigen Datensätzen anwachsen. Irgendwann kann man sich dann anschauen, was denn wo in Salzburg passiert ist. „Ich mache seit 15 Jahren Veranstaltungen“, sagt Chris, „hätte ich nicht alles bei mir gespeichert, wäre alles weg gewesen. Spätestens dann, als Facebook meinen Account gelöscht hat.“ Vielleicht, überlegen die beiden, werden die Daten irgendwann so relevant, dass sie auch von anderer Stelle übernommen werden, als Archiv-Werk über das kulturelle Leben der Salzburger*innen.
„Wir fordern, um zu fördern.“
Kulturelle Kreislaufwirtschaft: Wenn denn irgendwann mal alle Anbieter*innen von Kultur und Freizeit-Aktivitäten bei nixlos.in verfiziert worden sind, wollen David und Chris einen Soli-Euro einnehmen. Heißt: Ein Euro Beitragsgebühr für einen gewissen Zeitraum seitens Kulturschaffenden. Dieser Euro hüpft in eine Fördertopf, den wiederum Kulturschaffende mit abgelehnten Förderanträge anzapfen können.