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Aus dem Magazin

Scheiß Wetter: Föhn

Plage Nummer zwei nach dem Schnürlregen.

Warum es den Schürlregen nicht gibt und nach Salzburgs Wetter sogar eine Krankheit benannt ist. Eine Liebeserklärung an die niemals endenwollende Beschissenheit des Salzburger Wetters!

Plage Nummer 2: Föhn

In regelmäßigen Abständen wird Salzburg von heftigen Fieberschüben heimgesucht, die allgemein als Föhn bekannt sind. Ein Föhntag hat nun aber mit einem angenehmen Sommertag ungefähr genauso viel zu tun wie der Besuch eines vollklimatisierten amerikanischen Kaufhauses mit einem romantischen Winterspaziergang!

Der Nachbar bläst uns Luft ins Gesicht

Vom Standpunkt der Meteorologie ist der „Föhn“ übrigens ein warmer Fallwind, der an der Nordseite der Alpen immer dann entsteht, wenn von Süden schlechtes Wetter heranzieht oder besser gesagt: Er ist der lauwarme, abgestandene Luftzug, der uns mit voller Kraft ins Gesicht bläst, wenn unsere Nachbarn die Lüftungsanlage einschalten.

„Wenn der Föhn die Wolken nach Norden zurückschiebt, atmet das Mittelmeer über die Berge. Gerhard Amanshauser“

Sich kotzend im Bett krümmen

Dass der Föhn keine angenehme Sache ist, beweist schon, dass eine Krankheit nach ihm benannt ist – und die gibt es im Gegensatz zum Schnürlregen tatsächlich: Die Föhnkrankheit ist eine Art der Wetterfühligkeit und sorgt dafür, dass sich Migränekranke kotzend in ihren Betten krümmen, während sich der glückliche Rest der Welt darüber freut, dass Salzburg auch wettermäßig zumindest an manchen Tagen seinem Ruf als Rom des Nordens gerecht wird.

Ach ja, auf jede Föhnwetterlage folgt im Normalfall – man ahnt es schon – Regen!

Matthias Gruber

Matthias Gruber ist ein Ur-Salzburger, der auszog, um Italien und Wien zu erobern. Gern ist er wieder zurückgekommen und macht für das Fräulein Flora wunderschöne Fotos der “Nicht-Nur-Mozartstadt”, die von witzigen Texten begleitet werden.