Schimpfwörter aus Salzburg
Aus dem Magazin

Salzburgs schönste Schimpfwörter

Heute bei Salzburgerisch für Anfänger: Jemanden beschimpfen.

Salzburgs Dialekte bieten uns hunderte Möglichkeiten, das Gegenüber zu beleidigen – manchmal sogar, ohne dass dieses es bemerkt. Weil nicht jede*r ein Oasch oder ein Trottel sein kann, hier ein kleines Einmaleins der schönsten Schimpfwörter, die in Salzburg von Jung und Alt gerne verwendet werden.

Wixkind, das

Auch Wichskind geschrieben. Bei näherer Betrachtung blickt man etwas ratlos auf dieses Schimpfwort. Ist es ein Kind, das wichst oder ist es ein Kind, das aus dem Ebengenannten entstanden ist? Verwendet wird es gern und viel, vor allem bei Menschen unter 50.

“Da Chef hod mein Urlaub net genehmigt.”
“Wos ist des eigentlich für a Wixkind?”

Zipfi/Beidl, der

Verniedlichungsformen von männlichen Geschlechtsteilen sind universell einsetzbar: Zum Beispiel als Kosenamen oder für Neckereien unter Freunden.

“Du Zipfi!”
“Söwa Zipfi, du Beidl.”

Bissgurn, die

Jeder von uns hat diese eine Nachbarin, die immer ein Mordstheater macht, wenn die Musik nach 22 Uhr etwas zu laut ist. ‘Oide Bissgurn’ zischen wir ihr dann hinterher und wissen vielleicht gar nicht, dass ‘Gurre’ ein althochdeutscher Begiff für ‘Stute’ ist. Ein bissiges altes Pferd ist sie also, unsere Nachbarin. Ja, das passt!

“Die Petrik hod mi scho wieder o’gflogn, weil’s Goatndiadl ned zuagsperrt woa.”
“Ageh, de oide Bissguan!”

Oreidiger Oaschverein, der

Diesem Verein könnt ihr nicht beitreten – zumindest nicht freiwillig. Der Oreidige Oaschverein ist ein Juwel des Österreichischen Sprachschatzes und eignet sich zur Kollektivbeschimpfung größerer Gruppen ab 2 Personen.

“Woast heit bei da Post?”
“Na, de hot scho wieder zua ghobt, des is so a oreidiger Oaschverein.”

Dodl, der

Was man nicht alles lernt: Eine Internetrecherche zum Wort Dodl hat ergeben, dass dieses Schimpfwort aus dem Wienerischen stammt und dort eine Synonym für “Idiot” darstellt. In Salzburg geht man aber freundlich mit den Dodln um und verwendet das Wort nahezu als zärtliche Beleidigung.

“Jetzt ist der scho wieder durch die STEOP g’flogen.”
“Jo, wos wüst mochn, er is hoit a bissi a Dodl.”

Fetznschädel, der

Wir gehen davon aus, dass ein Fetzenschädel statt statt Hirn nur nasse Tücher im Kopf hat. Vielleicht ist er aber auch mit einem solchen so oft auf den Kopf geschlagen worden, bis sich das Hirn vertschüsst hat.

“Mit seim Moped ist der 83 in der 50er-Zone gfoan, donn homs den Fetznschädel dawischt.”

Voi-Vasn, die

Eine Vase kann voll oder leer sein. Scheint wertfrei, ist es aber nicht. Eine Voi-Vasn ist ein Mensch, dem das Wasser bis oben steht – vermutet man zumindest in Fachkreisen. Eine Beleidung, die nicht wirklich schmerzt. Kann man also immer wieder verwenden bzw. in Gespräche einfließen lassen.

“Wennst so a Voi-Vasn bist wie de, donn gheats da eh net ondas.”

Oarschwarzn, die

Eine Warze ist per se nicht anschaulich und fühlt sich auch nicht gut an. Am Oasch ist eine Warze deshalb vermutlich eine richtige Qual. Wer also extrem anstrengend ist, kann ruhig als Oaschwarzn bezeichnet werden.

“Jetzt hot sie mir die Sochn scho wieder zruckschmissn, sie is einfach nie zfrieden.”
“Des ist so a Oaschwarzn.”