Salzburger SHAMY: ein Award für die „gelungenste“ Diskriminierung

Wir lehnen uns wahrscheinlich nicht sehr weit aus dem Fenster, wenn wir sagen: Jede Frau weiß, wie sich Beleidigungen von Männern anfühlen. Nicht, weil sie einen Fehler gemacht hat, sondern, weil sie … eine Frau ist, einen Körper hat, an etwas glaubt oder eben nicht. Weil sie einen Geburtsort hat, weil sie eine Behinderung hat, weil sie Männer oder Frauen liebt. Weil sie alt oder jung ist. Und auch, wenn man diese Beleidigungen schon fast „gewöhnt“ wird, tun sie weh und erwischen Frauen oft am falschen Fuß. Mit dem „verbalen Selbstverteidigungskurs“ im Monat der Vielfalt am 27. Jänner 2026 – gemeinsam mit der Stadt Salzburg – arbeiten wir an Antwortmöglichkeiten auf Beleidigungen. Und holen uns die Handlungsmacht in solchen Situationen zurück.

Eine Zusammenarbeit für einen „verbalen Selbstverteidigungskurs“ im Monat der Vielfalt hat Alexandra Schmidt vorgeschlagen. 

Und wir haben uns gedacht: Genau das brauchen wir jetzt. Viel zu oft passiert es, dass Frauen (nicht nur, aber vor allem) von Männer beleidigt werden. Und zwar nicht deswegen, weil sie vorher beleidigt oder echt einen Fehler gemacht haben, sondern: einfach so. Die Konsequenz? Meisten sind Frauen in der Situation so überrumpelt, dass sie nicht einmal eine Antwort parat haben, um sich der Situation zu ermächtigen. Situationen werden verlassen oder weggelächelt – aber nicht, weil es Frauen tatsächlich egal ist, sondern weil sie überrumpelt werden. Das wollen wir jetzt ändern. 

Meldet euch kostenlos zum "Verbalen Selbstverteidigungskurs" am 27. Jänner 2026 im Monat der Vielfalt an. Eine Mail an vielfalt@stadt-salzburg.at reicht.

27. Jänner 2026: Ende mit der Täter-Opfer-Umkehr

Niemand ist darauf vorbereitet, im Supermarkt neben den eigenen Kinder als „Fotze“ bezeichnet zu werden. Niemand findet es in Ordnung, als Barfußschlampe beleidigt zu werden, weil man im Sommer ohne Schuhe am Salzach-Bankerl ein Buch liest. Es ist nicht okay, Frauen „Scheiß Ausländer“ zu nennen. Oder „schön, aber dumm“. Oder ihnen anzudrohen, „eine reinzuwürgen“. Aber das können wir nun mal nicht ändern. Menschen sagen, was sie sagen. Was wir ändern können, ist unsere Reaktion in dem Moment. Den Wutball an die Angreifer zurückzuspielen. Und nicht über viele Stunden mitzutragen. Und im schlimmsten Fall: den Hass zur Anzeige bringen.

Und genau darum geht’s bei unserem verbalen Selbstverteidigungskurs im Monat der Vielfalt, sagt Alexandra Schmidt.

Sie ist Frauenbeauftragte im Team Vielfalt der Stadt Salzburg: „Wir wollen uns wappnen gegen Übergriffe, gegen blöde Sprüche, gegen sogenannte Catcalls. Alles, was uns so nachgepfiffen, nachgesagt wird, weil wir Frauen sind. Alles, was uns zum Objekt macht, was auf irgendeine sexualisierte Geschichte Bezug nimmt. Alles, was uns ärgert, weil wir auf unser Aussehen angesprochen werden. Alles, was wir da hören, wollen wir aufgreifen und schauen, wie können wir uns gemeinsam dagegen wehren.“

Alexandra Schmidt, Frauenbeauftragte im Team Vielfalt der Stadt Salzburg

Ein weiteres Highlight: Am 27. Jänner 2026 verleihen wir zum ersten Mal überhaupt den SALZBURGER SHAMY!

Wir wollten schon immer eine Award vergeben – und dieser liegt uns besonders am Herzen. Der Salzburger Shamy ist ein längst überfälliger Award – für die „gelungenste“ Diskriminierung gegen Frauen. Das Schöne daran: Wir alle können erlebte Diskriminierung nominieren. Einreichungen werden jederzeit via info@fraeuleinflora.at oder vielfalt@stadt-salzburg.at angenommen.

Und falls das alles noch nicht Grund genug ist, um mitzumachen, haben wir noch ein Argument: Autorin Eveylin Höllrigl wird auch mit dabei sein.

Wir kennen sie natürlich alle von Instagram. Dort ist die Autorin als @little.paper.planes unterwegs. Ihr neues Buch heißt „The daily Feminist“ und setzt sich mit Mikrofeminismus auseinander. Kleine feministische Aktionen im Alltag also, die für einen selber und andere Frauen viel verändern können. Sie wird uns Teile aus ihrem Buch vorlesen und über die Motivation fürs Buch sprechen. 

Diskriminierung hat viele Dimensionen

Darf man nicht vergessen und wollen wir an dieser Stelle besonders hervorheben: Diskriminierungen haben viele Gesichter. Frauen (und natürlich auch Männer) werden beleidigt wegen ihres Alters („zu jung“, „zu alt“), wegen ihres Körpers („zu dick“, „zu dünn“ und alles dazwischen), wegen ihres Glaubens, wegen ihrer Herkunft („Scheiß Ausländer!“), wegen ihres Geschlechts („Weiber!“), wegen Behinderungen und wahrscheinlich noch wegen vielem mehr. Wenn sich die Beleidigungsgründe kreuzen, weil man z. B. Frau ist und dick, oder Frau ist und alt oder Frau ist und alt und dick (ihr versteht, was wir meinen), dann nennt man das „intersektionale Diskriminierung“. Unser verbaler Selbstverteidigungskurs richtet sich an dieser Annahme aus und wir werden auch Themen aus allen Diskriminierungs-Dimsensionen bearbeiten. 

Kostenlos anmelden zum verbalen Selbstverteidigungskurs im Monat der Vielfalt

Dienstag, 27. Jänner 2026, 19.00 Uhr, in der TriBühne Lehen
Eintritt frei
Anmeldung an vielfalt@stadt-salzburg.at

Und jetzt ein paar FAQs: 

Dürfen Männer kommen? 

Ja, Männer sind herzlich eingeladen und sich Einblicke in die Welt der Diskriminierung gegen Frauen zu verschaffen. Bitte auch anmelden via vielfalt@stadt-salzburg.at. 

Wo findet das Ganze statt?

Der Ort des Geschehens ist die TriBühne Lehen (Tulpenstraße 1, Salzburg). Wir sind bei über 100 Anmeldungen und werden immer mehr. 

Was ist der Monat der Vielfalt?

Seit mehr als zehn Jahren bietet der Monat der Vielfalt eine Plattform für gelebte Inklusion, Begegnung und Austausch. Anfang des Salzburger Jahres finden zahlreiche (kostenlose) Events statt.

Wie kann ich mich anmelden? 

Zur kostenlosen Anmeldung bitte eine Mail an vielfalt@stadt-salzburg.at senden. 

Wen oder was kann ich für den Salzburger Shamy nominieren? 

Der Salzburger Shamy ist ein Preis für „gelungene“ Diskriminierung. Wir nominieren nicht die Menschen, welche die Diskriminierung ausgesprochen haben, sondern die Aussagen/Diskriminierung selbst. Der Shamy ist ein symbolischer Preis, der dafür steht, wie Frauen beleidigt werden. 

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Der "verbale Selbstverteidigungskurs" ist eine bezahlte Zusammenarbeit mit der Stadt Salzburg. Wir freuen uns, dass wir an diesem Thema mitarbeiten dürfen.

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