„Platz für Salzburg“: Als die Autos die Stadt verließen

Wir müssen jetzt alle ganz stark sein. Im September passiert das, wovor sich ganz Salzburg fürchtet – das Neutor wird TATSÄCHLICH und für alle außer Radfahrer*innen und Fußgänger*innen gesperrt. Ganz Salzburg fürchtet sich? Nein, eine Bürger*innen-Initiative namens „Platz für Salzburg“ sieht in der Sache Anlass zur Freude und feiert am 12. September 2026 eine Neutor-Schluss-Party. Was es da zu feiern gibt, fragen wir Bertram und Roswitha von der Initiative. „Eine Möglichkeit, Mobilitätsgewohnheiten in Salzburg zu ändern“, lautet die Antwort.

Mitte September wird das Neutor für mehrere Monate gesperrt.

Der Grund: eine gigantische Baustelle mit dem Namen „Festspielbezirk 2030“. Es wird saniert, repariert, erweitert. Für Autofahrer*innen und Busse bedeutet das: Ende der Durchfahrt, zumindest für ein halbes Jahr und ohne Ausnahme. 

Was bei den einen den Riss der sogenannten „Huatschnua“ bewirkt, ist für die anderen Anlass zur Freude. 

Roswitha und Bertram sind Teil der Bürger*innen-Initivative „Platz für Salzburg“ und wollen mit ihren Aktionen genau das: mehr Platz für die Salzburger*innen. Jetzt ist es so, dass wir keine Plätze herzaubern können, aber: Im Grunde können wir entscheiden, wofür und von wem bestehende Plätze genutzt werden. Dass nicht immer alles bleiben muss, wie es ist, weiß Roswitha aus eigener Erfahrung: „Mein Vater hatte eine Buchhandlung in der Nähe vom Domplatz und so habe ich die Stadt immer hautnah miterlebt. Auch mit all dem Verkehr, der irgendwann mal war, damals, als es undenkbar war, die Autos aus der Altstadt zu verbannen“. Auch miterlebt hat sie die langsame Entwicklung der Fußgängerzone, den großen Widerstand, auch von den Geschäftsleuten, die gesagt haben, da gehe dann alles ein, das können man nicht machen.

Es ist schwierig, sich vorzustellen, dass Kapitelplatz, Domplatz und Residenzplatz früher mit Autos ganz normal befahrbar waren.

Aber: Was das alles mit dem Neutor zu tun hat? Die Neutor-Sperre mag für manche ungemütlich sein. Gleichzeitig sei sie eine einmalige Chance zur Veränderung von Mobilitätsgewohnheiten, findet Bertram. Und (das sagen jetzt wir) ein weiterer Mosaikstein für die autofreie Stadt Salzburg. Wir erinnern: Im Sommer wurde schon ausprobiert, was passiert, wenn der Rot-Kreuz-Parkplatz zu einer Stadtoase wird (war cool, aber leider viel zu kurz), es wird ein weiterer Bereich der Innenstadt (auch im Feststpielbezirk) verkehrsberuhigt. Dann haben wir noch die Durchfahrtsbeschränkung, die (eigentlich) nur die Einfahrt von Autos mit bestimmten Kennzeichen erlaubt und seit gerade eben die S-Bikes, ein Fahrrad-Verleihsystem für Salzburg. Klingt erstmal ganz gut, oder? 

„Mich ärgert die Art und Weise, wie Verkehrsthemen kommuniziert werden“, sagt Bertram. 

Kurzfristiger Anlass, warum am 12. September eine Neutor-Schluss-Party angesetzt wird, war die Kommunikation zur aktuell geltenden Sommerregelung in der Stadt Salzburg, durch die nur Autos mit bestimmten Kennzeichen in die Innenstadt fahren dürfen. Der Start der Regelung war geplant mit 1. Juli, im Juni wurde schon eifrig darüber gesprochen – und die offizielle Ankündigung fühlte sich sinngemäß so an: „Leute, das müssen wir jetzt aushalten, das werden wir schafen, wenn alle zusammenrücken, auf Bus und Räder umsteigen, dann entgehen wir diesem Verkehrskollaps.“ Und Bertram dachte sich: „Das macht keinen Spaß.“ 

Gute Nacht, liebes Neutor.

„Platz für Salzburg“ befürchtet, dass auch die Neutor-Sperre als gemeinsames Problem, das es zu überwinden gilt, angekündigt wird. Und will diese Geschichte anders erzählen. 

Und zwar so: Da ist jetzt aufgrund einer Baustelle eine Megachance, diesen Raum extrem aufzuwerten, ein Einstieg zum Ausstieg für den Durchzugsverkehr, eine Chance auf etwas Neues, Posititves. Eine Sperre ist natürlich ungemütlich, weil Veränderung immer anstrengend ist. Aber irgendwann ist es Alltag. „Ich kann mir vorstellen, dass Menschen kreativ genug sind, dass sie sich etwas einfallen lassen, um den besten Weg von A nach B zu nehmen. Sich selbst auch überlegen, wie komme ich zu dem, was mir wichtig ist. Der Mensch ist ein kreatives Wesen, ich traue uns diese Umstellung zu“, ergänzt Roswitha. 

Wie sich die Neutorsperre entwickelt, werden wir ab Mitte September beobachten. Vorher verabschiedet „Platz für Salzburg“ das Neutor in den Winterschlaf.

Am 12. September gibt’s eine gemütliche Neutor-Schluss-Party. Ein gemeinsames Verabschieden vom Alten und ein Hoffen auf ein besseres, kreatives Neues. Formal als Demo gehalten, kommen vor Ort verschiedene Organisationen zusammen, es wird mit Anrainer*innen und Betroffenen gesprochen und ein letztes Mal durch das Tor durchgelaufen, bis sich dieses für einige Monate schließt. An alle, die ganz arg Sehnsucht an den Geruch beim Durchfahren haben – mit dem Rad oder zu Fuß geht’s ohne Sperre durch. 

Ähnliche Beiträge

Werbung
Kleinigkeit für unter den Christbaum? Search no more! Der kunst & design markt kommt nach Salzburg!
Kindergeburtstag feiern in Salzburg? Da gibt es eine ganz gute Übersicht-Liste und die verlinken wir in diesem Beitrag.
Wie schützen wir uns gegen Süchte? Gerald und Anne arbeiten bei der akzente-Suchtprävention und geben uns Einblick in ihr Wissen.
Werbung

11. bis 14. September: Interior Flohmarkt-Tage in Bergheim

Hat da jemand Flohmarkt gesagt? Ja, und zwar Diana von Niedermayer Neues Wohnen. Das Möbelhaus in der Fürbergstraße kennen wir von stimmungsvollen Advent-Events und jetzt auch wegen einer anderen Sache: Einmal im Jahr gibt‘s die Flohmarkt-Tage, an denen Möbel, Deko, Geschirr, Gartenmöbel im Gartenmöbel-Park in Bergheim für sehr wenig Geld über die Budl gehen. Motto: Platz machen und sehr gut erhaltene Einzelstücke ein neues Zuhause geben. Wir haben uns angeschaut, welche Produkte vom 11. bis 14. September zur Auswahl stehen werden.

Wollt ihr wissen?

Lass uns Freunde werden!

Möchtest du regelmäßige Tipps von Fräulein Flora erhalten? Dann melde dich hier zum Newsletter an.

Um die Registrierung abzuschließen, senden wir dir eine Email zu.

Dieser Newsletter informiert euch über alle möglichen Themen in Salzburg. Ganz viel geht es dabei um Essen und Trinken, Sport. Abenteuer, Ausflüge, Menschen, Orte und Geschichten in der Mozartstadt. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung eurer Anmeldung, dem Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie Ihren Abbestellmöglichkeiten, erhaltet ihr in unserer Datenschutzerklärung.

Möchtest du regelmäßige Tipps von Fräulein Flora erhalten? Dann melde dich hier zum Newsletter an.

Um die Registrierung abzuschließen, senden wir dir eine Email zu.

Dieser Newsletter informiert euch über alle möglichen Themen in Salzburg. Ganz viel geht es dabei um Essen und Trinken, Sport. Abenteuer, Ausflüge, Menschen, Orte und Geschichten in der Mozartstadt. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung eurer Anmeldung, dem Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie Ihren Abbestellmöglichkeiten, erhaltet ihr in unserer Datenschutzerklärung.