Neu in Salzburg: Das Habesha zelebriert die Küche und Kultur Äthiopiens

Im äthiopischen Restaurant Habesha wird mit den Fingern gegessen und sehr viel Kaffee getrunken. Inhaber Daniel hat sich den Traum vom eigenen Restaurant erfüllt und dabei alles richtig gemacht. Höchste Zeit für einen Besuch!

Dass sich die Elisabeth-Vorstadt immer mehr zu Salzburgs kulinarischem Vorzeigeviertel entwickelt, dürfte bekannt sein. Wir sagen nur: Furo, Cosmic Pizza, Lievitamente. Und seit Kurzem gibt es wieder Zuwachs in Sachen kulinarischer Vielfalt. Ausgerechnet im Lichthaus, dem pulsierenden Herzen des Viertels (lol), hat vor ein paar Monaten das Habesha eröffnet – das erste äthiopische Restaurant Salzburgs. Und nachdem die Stimmen in unserem Leser*innen- und Freundeskreis immer lauter wurden, das doch mal vorzustellen, sind wir diesem Ruf endlich gefolgt. Glück für uns!

Kulinarische Horizonterweiterung

Es stellt sich bei unserem Besuch nämlich schnell heraus, dass das Habesha eine echte Bereicherung ist – und zwar nicht nur für die E-Vorstadt, sondern für ganz Salzburg, wo die internationale Küche sich ja immer noch in den eher bekannten Koordinaten Pizza, Pad Thai und Pide bewegt.

Von den genannten Gerichten bekommt ihr im Habesha keines, dafür erwartet euch eine kulinarische Horizonterweiterung. Inhaber Daniel hat sich mit dem Restaurant einen Traum erfüllt und geht in Sachen Authentizität keine Kompromisse ein: Gegessen werden die typischen äthiopischen Spezialitäten nämlich wie es sich gehört mit den Fingern bzw. mit Fladenbrot, das in rauen Mengen zum Essen gereicht wird. Inhaber Daniel demonstriert uns vor dem Start sicherheitshalber noch, wie das geht und verwandelt die duftenden Speisen in kleine, mundgerechte Röllchen. Gegenseitiges Füttern und probieren lassen ist dabei ausdrücklich erwünscht und gehört ebenfalls zur äthiopischen Tischkultur, wie Daniel erklärt. Wir empfehlen euch wirklich dringend, beim ersten Besuch die Platte für zwei oder auch drei Personen zu bestellen und euch durch die vielen Geschmäcker durchzuprobieren. Die gibt es wahlweise mit oder ohne Fleisch oder auch vegan. Und keine Sorge: Ihr werdet den Tisch nicht hungrig verlassen.

Kaffee: Hauptsache Nachspeise

Dass es nach dem Essen Kaffee gibt, wäre jetzt erst mal nichts Besonderes. Im Habesha wird aus dem üblichen Koffein-Kick aber ein weiterer Höhepunkt des Besuchs. Euer Kaffee danach wird nämlich, sofern gewünscht, als äthiopisches Kaffee-Ritual zubereitet. Und das beinhaltet neben frisch gerösteten Bohnen auch duftenden Weihrauch.

Überhaupt spielt Kaffee in der äthiopischen Tischkultur eine große Rolle, wie uns Daniel beim Zubereiten des Kaffees erklärt. Immerhin wurde das Getränk vermutlich nach der Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens benannt, wo es bereits im neunten Jahrhundert beschrieben wurde. Noch heute ist Kaffee DAS äthiopische Kulturgut und die Nachspeise Nummer eins, die eventuell durch frische Früchte ergänzt wird, oft aber ganz ohne süße Begleitung auskommt. Die braucht er auch nicht, denn zusammen mit dem Weihrauch entfaltet er am Tisch ein Aroma, bei dem man inwendig auf Reisen geht. 

Und auch sonst hat man im Habesha das Gefühl, in einem Restaurant angekommen zu sein, das mehr ist als ein Lifestyle-Imitat ist. Vom äthiopischen Bier über den hausgemachten Honigwein bis zu den Musikvideos, die über den Fernseher flackern, passt hier eigentlich alles zusammen. 

Wir hoffen, dass uns das Habesha noch lange erhalten bleibt und raten euch dringend zu einem Besuch – am besten mit viel Zeit zum Ratschen und Entspannen.

Habesha Ethiopian Restaurant
Gebirgsjägerplatz 1
Tel.: 0660 4288566

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