Homestory: Farben, Fische, Finesse – so wohnt Interior Designerin Christina Tassioglou

Sie hat ein Faible für Fische, spielt gern mit Farben und ihr Herz schlägt besonders schnell, wenn’s um einen bestimmten Schwan geht. Christina Tassioglou arbeitet nicht, wie sie selbst sagt. Sie gestaltet. Und das tut sie sowohl in ihrem Beruf als Interior Designerin als auch zuhause in ihrem eigenen – Achtung, Spoiler! – wunderschönen Refugium. Wir durften bei ihr vorbeischauen. Und dabei richtig coole Raritäten entdecken …

Die Freude im Ungleichgewicht finden

In Christinas Maisonettewohnung fühlt man sich ab Sekunde eins so richtig wohl. Etwas, das der Interior Designerin wichtig ist. Sie möchte nämlich, dass Menschen, die bei ihr zu Besuch sind, sie selbst sein können. Jap, das klappt. Zumindest bei uns!

Wir folgen ihr rauf ins Wohnzimmer. Rund um den Esstisch stehen sechs komplett unterschiedliche Stühle. Sowohl, was das Material, aber auch, was die einzelnen Stilrichtungen angeht. Und obwohl Christina über ihren individuellen Sessel-Mix sagt, dass den wahrscheinlich nur die wenigsten Menschen wirklich toll finden, spüren wir, wie stolz sie selbst auf diese Zusammenstellung ist. Weil’s für sie so einfach total stimmig ist.

Gefühlt gibt‘s hier keine Ecke, in der sich nicht irgendeine Besonderheit entdecken lässt. Christina lebt eben diese ganz spezielle Wertschätzung für vermeintliche Kleinigkeiten. Und das wundert uns nicht mal im Ansatz – weiß sie schließlich berufsbedingt ganz genau, wieviel Zeit und Energie manch ein:e Designer:in in die Entwicklung und Konzeption eines einzigen Möbelstückes steckt. Manchmal vergehen sogar Jahre von der ersten Idee bis zum fertigen Mobiliar …

"Für mich ist das Gefühl von ‚zuhause sein‘ nicht unbedingt gekoppelt an einen Raum oder eine Wohnung. Es sind einzelne Gegenstände, die was in mir auslösen. Dieses Wohlgefühl."

Christina, was bedeutet ZUHAUSE für dich?

In einem kleinen Dorf in Griechenland geboren und aufgewachsen, ging’s für Christina mit 10 Jahren weiter nach Deutschland. Seit knapp dreißig Jahren lebt sie jetzt in Salzburg. Und sie liebt’s, sagt sie.

Aber was bedeutet „Zuhause“ für jemanden, der nicht nur viel herumgekommen ist und an den unterschiedlichsten Orten gelebt hat, sondern auch für andere Menschen ein Zuhause schafft? „Für mich ist das Gefühl von ‚zuhause sein‘ nicht unbedingt gekoppelt an einen Raum oder eine Wohnung. Es sind einzelne Gegenstände, die was in mir auslösen. Dieses Wohlgefühl. Damit hab ich überall, wo ich gerade wohne und bin, dieses Gefühl, zuhause zu sein“.

Auf die Frage, ob sie einen speziellen Wohnstil verfolgt, antwortet sie nur lachend: „Nein, bei mir darf alles seinen Platz finden. Ich mag den Mix aus dieser collageartigen Zusammenstellung mit ein paar eklektischen Details. Das spiegelt auch meine Persönlichkeit wider“. Eklektisch, ein Wort, das aus dem Griechischen kommt und so viel bedeutet wie „das Beste auswählend“. Und das gelingt Christina. „Ich hab über die Jahre ganz viel experimentiert, weil ich unbedingt herausfinden wollte, welche Farben, Töne und Materialien gut zusammenpassen. Und mittlerweile glaub ich auch, dass dieses Experimentieren nie wirklich aufhören wird“, sagt sie. Intuitives Zusammenmixen also.

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Einmal durch die Wohnung mit Christina

Wohlfühl-Hack: Wie mach ich die Ecken, die mir nicht taugen, schnell schön?

Jede:r kennt sie. Und ziemlich sicher jede:r hat sie: Diese eine unschöne, „schwierige“ Ecke, die sich einfach nicht so richtig einrichten lassen will. „Es hilft immer, mit Farben zu arbeiten – da kann man nix falsch machen! Dazu schaut man, welche Farbtöne einem ein Wohlgefühl geben und dann wiederholt man die immer und immer wieder“. Vom klassischen Drei-Farben-Prinzip, wie man es sonst aus der Wohnberatung kennt, hält die Wohnexpertin nix. Sie setzt lieber auf nur einen Farbton und spielt mit dessen Intensität. „Das ist so, wie wenn man Licht dimmt. Mal ist der Farbton heller, mal dünkler – und so entstehen dann wunderschöne Harmonien!“

Fische dürfen für das ganz persönliche Home-Feeling der Interior Designerin nicht fehlen. Schon gar nicht auf ihrem Kuschelpolster, dem „Knuffelkissen“. Aber warum eigentlich Fische? „Sie erinnern mich an meine Heimat. An den Ort, wo ich geboren wurde – Griechenland. Dort bin ich bei meiner Oma aufgewachsen. Das ist jetzt 26 Jahre her“, erzählt Christina. Und während sie in Erinnerungen an ihre Kindheit, Griechenland und ihre Oma schwelgt, spüren wir, dass da so eine ganz besondere und emotionale Atmosphäre durch den Raum schwingt.

Und auch die besondere Machart des Vorhangs in ihrem Arbeitszimmer erinnert an ihre griechischen Wurzeln. Ein schwerer, blauer Vorhangstoff in Kombination mit einem Netz. Sehr ungewöhnlich. Und sehr cool!

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Interior-Gretchenfrage: Wie hältst du's mit den Lieblingsstücken?

Natürlich wollen wir von Christina wissen, ob’s da dieses eine Lieblingsmöbelstück oder Wohnaccessoire gibt, das sie niemals zurücklassen würde, sollte sie auf der Stelle ihre Wohnung verlassen müssen.

Und ja, das gibt es. „Den Schwan“, wie sie ihn liebevoll nennt. Eine Sonderedition des „Swan“, der 1958 vom dänischen Architekten und Designer Arne Jacobsen entworfen wurde. „Es war immer ein Traum von mir, ihn irgendwann mal zu haben. Und jetzt hab ich ihn“ erzählt sie mit einem Leuchten in ihren Augen und Stolz in ihrer Stimme. Er hat in ihrem Arbeitszimmer seinen Platz gefunden. Manchmal setzt sie sich rein. Und manchmal, da schaut sie ihn einfach nur an. „Es gibt sie, diese Objekte, die mich so unglaublich inspirieren und mir einfach eine gute Energie geben. Das ist es, was Wohnen eben auch kann“ fügt sie abschließend hinzu.

Über weibliche Inspiration und persönlichen Anspruch

Christina wohnt und gestaltet mit unglaublich viel Gefühl. Und einer schier unendlichen Offenheit gegenüber allem, was ihr dabei so unterkommt. Lieblingsdesignerinnen hat sie auch. Zum einen Patricia Urqiola, die für ihren eklektischen, vielseitigen Stil weltbekannt ist. Oder Elena Salmistraro, die Kunst, Design und Illustration miteinander kombiniert.

Wir haben hier viele echt coole Stücke gesichtet. Selbstverständlich den Schwan. Herausragend tolle Lampen aus Pappmache. Wunderschöne griechische Sprüche gerahmt als Statement-Bild. Kleine Skulpturen mit persönlicher Bedeutung. Und auch ich hab hier mein ganz persönliches Highlight gefunden – den übergroßen Lampenschirm über dem Esstisch in ihrem Wohnzimmer. Und ja, es könnte durchaus passieren, dass ich ihr den ganz frech nachkaufe.

Zu Besuch bei Christina war für uns Magdalena. Und das ist ihr Fazit:

Ich hab mir schon gedacht, dass das ziemlich cool sein wird, weil Interior Designerinnen ja einen guten Geschmack haben. Was mich total geflashed hat, waren diese unglaubliche Wertschätzung, Dankbarkeit und Fröhlichkeit von Christina. Sie spricht jedem Gegenstand ganz viel Persönlichkeit zu und diese Persönlichkeit feiert sie total. Was mich berührt hat, war, wie berührt sie oft war, wenn es um ihre Wurzeln ging oder um ihre Leidenschaften. Dieses Gefühl, das sie vermitteln will, nämlich, dass man bei ihr zuhause der Mensch sein darf, der man ist, das Gefühl hat sie mir ab der ersten Sekunde gegeben. Ich hab mich total wohl gefühlt, obwohl wir eigentlich Fremde waren. Und das ist besonders. Eine echte, authentische, gelebte Herzlichkeit.

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