Aus dem Magazin

Was wir im Homeoffice wirklich machen

Zuhause wollen wir nur schlafen

Heute ist Freitag und irgendwie sind wir alle ziemlich im Oasch. Vielleicht sind es die langen Arbeitstage, vielleicht auch die knackigen Temperaturunterschiede von gefühlten 30 Grad täglich. Wie dem auch sei: Heute wurde entschieden, auf das echte Office zu scheißen und daheim zu bleiben. Wie das bei uns ausschaut, zeigen wir gerne.

#1 Das Aufstehen – na, danke!

Auf einschlägigen Plattformen informieren wir uns regelmäßig, wie man als Blogger*in arbeiten muss. Die meisten Blogger sind ja allein, da würde sich ein Büro nicht auszahlen. Deswegen liest man viel über Homeoffice und wie man das Ganze halbwegs produktiv über die Bühne bringt. Die Tipps: Um 7 Uhr aufstehen, Zähne putzen und raus aus der Jogginghose, weil man dann in den Flow kommt. Dazu sagen wir: Sicher nicht! Wenn wir das Haus nicht verlassen müssen, dann bleibt die Jogginghose an und die Zahnbürste so lange fern, bis wir uns fast vom Kaffeegeschmack und da Möhazn im Mund anspeibn.

#2 Essen am Schreibtisch

Im Büro muss man sich immer wieder ein bissi zusammenreißen. Da kann man zum Beispiel nicht durchgehend essen – wegen der komischen Blicke unserer Kolleg*innen. Zuhause starten wir mit Schokolade zum Frühstück, alle Regeln sind über Bord geworfen. Danke an den Hofer, der uns vor ein paar Tagen im Heißhungerwahn mit Zucker aller Art ausgestattet hat. Durch den arbeiten wir uns nämlich heute durch!

Die Professionalität der Verkabelung ist uns besonders wichtig.

Dinge, die wir lieber machen, als im Homeoffice zu arbeiten

#1 Darüber schreiben, wie es wäre, im Homeoffice zu arbeiten

#2 Krimskrams-Kisten sortieren (muss auch mal sein)

#3 Wäsche aufhängen

#4 unglaublich aufwendigen Kaffee

#5 an Blumen riechen

#6 Pausen

#7 Netflix schauen

#8 keinen BH anziehen


#3 Die tatsächliche Arbeit

Wir wissen auch nicht so recht! Trotz ausreichend Schlaf werden wir nicht so richtig wach. Die Augen druckt’s uns zu, das warme Bett ist so verführerisch. Vielleicht sollte man am Freitag auch unsere Version der Pomodoro-Methode anwenden: Eine halbe Stunde arbeiten (=durch Facebook und Instagram surfen) und dann wieder zwei Stunden Netflix-Pause im Bett. Dann essen (zuhause kann man auschweifend kochen, das passt) und dann kurzes Nickerchen, der Schweinsbraten war zu schwer. Wir haben ja noch den ganzen Nachmittag zum Hackln.

Die Ramsch-Kiste muss endlich mal sortiert werden (also, JETZT) und außerdem wollten wir schon lange den Webrahmen einspannen.

#4 Der Blick aus dem Fenster

Oh nein, es ist schön. Temperatursturz hin oder her: Heute scheint die Sonne und das bedeutet, dass besonders viele Vitamine durch die Luft schwirren. Es wäre gesundheitsschädigend, jetzt drinnen sitzen zu bleiben, wegen Karotin oder wie das heißt. Deswegen kurz die Coffee-to-Go-Mug angefüllt und zur Salzach spaziert. Was muss, das muss!

Wäsche aufhängen ist wichtig und an Blumen riechen auch.

#5 Das Fazit

Irgendwie kommen wir im Laufe des Tages drauf, warum wir uns jeden Tag ins Büro hieven, um uns dort kollektiv vom eigenen Bett fernzuhalten. Wir sind nicht die Homeoffice-Menschen. Aber heute war sehr schön – und immerhin hat dieser Artikel herausgeschaut! Also nicht ganz umsonst, das Ganze!

Ps.: Bis jetzt hat noch niemand Zähne geputzt und die Jogginghose blieb an.

Titelfoto: Photo by Krista Mangulsone on Unsplash

Eva Krallinger-Gruber

Eva ist eine richtige Ex-Exil-Salzburgerin. Frankreich, USA, Schweiz - aber nirgends ist es wie zuhause. Journalismus, Marketing (Kosmetik und dann Bier) und eigentlich redet sie auch ganz gern.