Aus dem Magazin

Home Story: Im Daheim der Werklehrer*innen in Lehen

Defintiv das Juwel der Wohnung: die riesige Dachterrasse

Wieder was gelernt: Werklehrer*innen sind gute Homemaker

Zuerst mussten wir ein bisschen suchen, das Wohnhaus von Stefanie und Christoph ziert sich, gefunden zu werden. Irgendwie die Straßenseite, auf die man nicht so genau schaut. Wir finden es, gehen rein und sind gleich mal … baff. Um die 80 Quadratmeter auf zwei Ebenen PLUS 40 Quadratmeter Dachterrasse. Das hätten wir uns hier, pixmitten in Lehen, nicht erwartet.

Wie wir herausfinden, wohnt hier ein Werklehrer*innen-Paar, er technisch, sie textil. Die beiden haben einen kleinen Sohn. Vor ungefähr zwei Jahren sind sie aus der Nachbarwohnung in ihre aktuelle Wohnung gezogen. Ein ziemlicher Glücksgriff, vor allem, weil die Miete im angenehmen 3-stelligen-Bereich liegt. Na bumm.

So, wie die Wohnung auf unseren hübschen Fotos aussieht, haben sie Stefanie und Christoph aber nicht übernommen. Küche war keine drinnen, die Wände waren in grellen Farben ausgemalt. Die Dachtterrasse war eher ein Wald und die vielen unscheinbaren Stauräume gab’s auch noch nicht. Den beiden kam zugute, dass Christoph ein absoluter Holztüftler ist und Stefanie Deko und die Arbeit mit Stoffen gefällt. So wurde Raum für Raum durchgedacht und sehr vieles einfach selbst gebaut.

Die Dachtterasse

Da hat uns gleich der Neid gefressen: So eine Dachterrasse hätten wir auch gern. Macht aber auch viel Arbeit, sagt Christoph. Vor allem, weil er in den letzten zwei Jahren schon einmal alles neu machen musste. Zu Beginn hat er einen Holzboden rausgelegt, der musste nach Umbauarbeiten leider weg. Das Holz hat er wieder verwendet, in Form eines Loungemöbels und als Tischplatte vom Terrassentisch. Nice.

Das Wohn- und Esszimmer

Sehr hell und angenehm luftig ist der Ess- und Wohnbereich. Wahrscheinlich auch, weil man den Ausgang zur Terrasse vor der Nase hat. Hier wurde vor allem in der Küche gröber angepackt. Küchenmöbel und -geräte waren keine drinnen, also klapperten die beiden Möbelhäuser ab, Küchenplanungsdings. Ein befreundeter Innenarchitekt hatte die Idee, die Küchenzeile seitenverkehrt aufzustellen – was Christoph und Stefanie schließlich gemacht haben. Dazu wurden Leitungen umgelegt (mit ein bissi Stemmen verbunden) und voilà: ein schön abgerenzter, dennoch offener Küchenraum geschaffen.

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Das Wohnzimmer ist, glauben wir, so schön, weil überall Pflanzen und so kleine Deko-Sachen sind. Bilder, kleine Kisterl, helle Farben. Der alte Heizkörper neben dem Terrassenfenster wurde mit Holz verbaut und ist schnell zum Lieblingsplatzerl von Stefanie geworden. Die Kindersachen haben alle einen eigenen Platz und wir vermuten: Selbst, wenn nicht gerade für unseren Besuch aufgeräumt worden wäre, würde es hier nicht wirklich ausschauen. Ordnungssysteme, die funktionieren.

Das Kinderzimmer und das Vorzimmer

Unglaublich gut gefallen hat uns das Kinderzimmer. Das 1,20 Meter breite Bett hat Christoph selbst für seinen Sohn gebaut, den kleinen Tisch haben die beiden auf Willhaben gefunden und wieder in Schuss gebracht. Das Häuschen-Regal über dem Schreibtisch hat auch Christoph selbst gebaut und einige der Deko-Elemente hat sich Stefanie bei wohnkram gefunden. Die Zeit, sagt Christoph, muss man schon haben, dass man so viele Dinge selber macht. Natürlich schadet es nicht, dass er sich als Werklehrer mit Holz gut auskennt und das ganze Knowhow mitbringt.

Im Vorzimmer ist eine äußerst intelligente Schrankwand, die nicht nur als Stufengeländer dient, sondern auch jede Menge Stauraum bietet. Die war schon vorher drinnen, erklärt Stefanie. Die Garderobe allerdings, hat schon wieder Christoph gezaubert: Weil alles Kaufbare irgendwie zu breit für den Eingangsbereich war, waren hier ein paar Hacks nötig. Funktioniert perfekt!

Wegziehen, da sind sich die beiden sicher, werden sie erstmal nicht. Außer mal kurz in ihren Camper, mit dem sie immer mal wieder einen Monat lang unterwegs sind.

Das Schlafzimmer

Ein kleinen, verstohlenen Blick haben wir auch ins Schlafzimmer werfen dürfen. Da ihr Sohn ein eigenes Zimmer hat, bleibt dieser Raum Christoph und Stefanie ganz allein. Ein Stück Schwemmholz haben die beiden zu einer Garderobe umfunktioniert, Makramee-Blumenhalter hat Stefanie selbst geknüpft. Der Tisch neben dem Bett war eigentlich ein Sessel, auf den Christoph ein Stück Holz gegeben hat (geleimt, gebohrt? Das wissen wir jetzt nicht). Und auch cool: Aus dem Schlafzimmer raus geht eine Tür direkt auf die Terrasse. Für die erste Tschick des Tages oder anderwertiges. Wobei wir nicht glauben, dass die beiden rauchen. Das ist aber eine andere Geschichte.


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Eva ist eine richtige Ex-Exil-Salzburgerin. Frankreich, USA, Schweiz - aber nirgends ist es wie zuhause. Journalismus, Marketing (Kosmetik und dann Bier) und eigentlich redet sie auch ganz gern.