Aus dem Magazin Monatshighlights

Flavourama: „We’ve put Salzburg on the map“

Das Streetdance Battle geht in die zehnte Runde.

Mit nur 18 Jahren haben die Salzburgerinnen Olivia Mitterhuemer und Farah Deen das Event Flavourama gegründet, seit 2013 ist auch Elena Rainer aktiv dabei und zu dritt haben sie dafür gesorgt, dass das Format dieses Jahr in die zehnte Runde geht. Worum es bei Flavourama geht und warum Salzburg für die Mädels so eine wichtige Rolle spielt, haben sie uns erzählt.

Ihr wohnt ja alle (zumindest immer wieder mal) in Salzburg. Mit welchen drei Worten würdet ihr Salzburg beschreiben?

Elena: spießig, konservativ und wunderschön – auf jeden Fall aber sehr idyllisch.

Urban und Salzburg geht nicht immer Hand in Hand. In welchen Szenen seid ihr unterwegs?

Olivia: In den urbanen Tänzerkreisen, aber auch in der Musikszene. Das ist zwar relativ, weil die sehr vielfältig ist, aber sie überschneiden sich in vielen Punkten. Ansonsten sind wir auch immer wieder mal in einem netten Café und schauen, was sonst in puncto Kultur in Salzburg abgeht.

Wenn ihr nicht tanzt, organisiert ihr Tanzevents. Eines davon ist Flavourama. Was ist das genau?

Farah: Flavourama ist ein Streetdance Battle und reiht sich mittlerweile unter den fünf größten in Europa ein. In der Szene ist es sogar schon weltweit bekannt. Wir haben um die 200 Tänzer von überall her und es werden jährlich mehr, die sich im Hip Hop und House Dance in Salzburg messen. Uns ist wichtig, dass Flavourama für alle etwas ist, nicht nur für Tänzer: Zusehen, Party machen, etwas trinken oder eben mittanzen – es gibt genügend Programmpunkte und eine Menge Inspiration.

Welche Rolle spielt Salzburg für eure Eventplanung?

E: Dass wir aus Salzburg sind, macht es uns einfacher ein Event in „unserer Stadt“ aufzubauen. Wir haben hier ein jahrelang gewachsenes Netzwerk und viele Dienstleister sind mittlerweile Freunde geworden. Wir versuchen auch immer Salzburg als „liebe, kleine, schöne Stadt“ in das Programm einzubinden, mit Fokus auf die Stadt und das Land Salzburg. Damit bieten wir unseren internationalen Gästen richtig viel und liefern ein rundes Bild von Salzburg.

Wie beeinflusst eure Arbeit das Leben in der Stadt Salzburg?

F: Ich denke man kann schon behaupten, dass Flavourama Salzburg in einer gewissen Szene komplett verändert hat. Vor allem natürlich in der Streetdance Szene, weil man dadurch auch aus ganz Österreich auf Salzburg blickt. Die ausländischen Tänzer sagen immer „We’ve put Austria on a map“ und das trifft es ganz gut, weil an sich die Szene in Österreich recht klein und überschaubar ist.

FLAVOURAMA 2018
11.-14. Oktober
Locations: Kraftwerk Bad Gastein, Stieglkeller Salzburg, Dance Base, republic

Wenn man in Salzburg lebt, glaub man, alles über die Stadt zu wissen. Was findet ihr dennoch überraschend?

O: Dass man immer neue Szenen und Spots entdeckt. Wie zum Beispiel das Jetlag, wo es kleine Wohnzimmer-Partys gibt und ich mich echt gefragt hab „Warum lern ich das erst mit 26 kennen?“. Ich interessiere mich doch schon seit Ewigkeiten für diese Art von Musik und Kultur. Das find ich extrem überraschend.

E: Es überrascht, dass in Salzburg doch etwas Neues kommt und auch das Interesse der Jungen da ist, so dass sich sowas entwickeln kann. Es gibt viele Leute in unserem Alter, die nach dem Studium wieder zurückkommen und die dann Cooles schaffen.

Wo geht ihr eigentlich auf einen Kaffee oder ein Mittagessen?

O: In das neue 220°. Wunderschön mit dem Innenhof und das Gebäude ist einfach schön. Ansonsten sind das Favorite Kamer in der Paris-Lodron-Straße oder das Kaffee Alchemie am Rudolfskai sehr cool. Für eine Mehlspeise gehen wir auch gerne mal ins Bazar, am Abend, wenn die Touristen weg sind. Zum Essen lieben wir den neue Ramen Place Ichi Go Ichi e.

Was ratet ihr einem Neuankömmling, der das Gefühl von Salzburg in kurzer Zeit inhalieren möchte?

E: Geh zur Dämmerung durch Salzburg, lass dich inspirieren! Wenn man wirklich eine große Runde dreht bekommt man einen guten Einblick, ob jetzt die Fancy-Festspielseite oder Richtung Republic, wo die jungen Leute sitzen. Zum Abschluss sollte man im Kaiviertel oder in der Steingasse etwas Essen oder Trinken gehen.

Illustration: Ari Ban

Elena Rainer: Elena arbeitet für einen großen Energydrink-Produzenten – im Dance Marketing. Gemeinsam mit Olivia und Farah feilt sie seit vielen Jahren an der Entwicklung des Hip Hop Events Flavourama. Unter der Woche in Salzburg, am Wochenende in München. Elenas Lifestyle zeigt uns: You can have your cake and eat it!

Farah Deen: Wien, New York und dann die ganze Welt: Farah ist als selbstständige Tänzerin permanent unterwegs und bei spannenden Projekten dabei. Außerdem ist sie Mitgründerin von Flavourama und organisiert seit zehn Jahren, was das Zeug hält. Mit Erfolg: Flavourama zählt mittlerweile zu den Top-5-Streetdance Battles Europas. Und das im kleinen Salzburg. Wow!

Olivia Mitterhuemer: Olivia tanzt durchs Leben, gibt Kurse und arbeitet ein paar Stunden in einer Eventagentur, die – eh klar – im urbanen Tanzbereich unterwegs ist. Mal in Salzburg, dann wieder auf Tour: Im Leben von Olivia gibt es selten einen Alltag. Und das findet sie gut so.


Dieser Text ist zuerst im QWANT. Magazin (Ausgabe 3/2018) erschienen. Das QWANT. könnt ihr kostenlos abonnieren.

Elisabeth Höck

Unsere Schüler-Redakteurin Elisabeth ist jetzt schon so cool, wie wir nie sein werden. Gefühlt ewig ist sie in der urbanen Tanzszene und auf internationalen Events unterwegs. Uns gibt sie Einblicke in die Szene.