Aus dem Magazin

An diesen Orten in Salzburg war noch nie ein Salzburger

Es gibt sie auch in Salzburg. Orte, die direkt vor der Haustüre liegen, die aber keine Menschenseele zu betreten vermag. Das hat meistens zwei Gründe: Entweder, Einheimische kennen diese Plätze nicht oder sie versuchen penetrant, diese zu vermeiden. Wir trauen uns zu behaupten, dass an den folgenden Orten in Salzburg (fast) noch kein*e Salzburger*in war.

Mozarts Geburtshaus

Von außen kennen wir es alle – das eigelbe Haus in der Getreidegasse, in dem Wolferls Mutter im Jahr 1756 eine Hausgeburt durchstehen musste. Familie Mozart wohnte insgesamt 26 Jahre in einer Wohnung im dritten Stock des Gebäudes, bevor ins Mozart-Wohnhaus, einem ebenso dunklen Fleck auf unserer persönlichen Salzburg-Karte, übersiedelt wurde. Heute befindet sich ein Museum im Mozart Geburtshaus, in dem unter anderem seine Kindergeige, Portraits, Möbel und andere Gegenstände, die man damals eben zuhause hatte, ausgestellt sind. Für 11,00 Euro (Erwachsenenpreis) kann man das schon mal machen.

Panorama-Speedboot „Amadeus Salzburg“

Wenn wir schon bei Mozart sind: Eine weitere Aktivität, die den meisten von uns bisher verborgen blieb, ist eine Schifffahrt mit dem „Amadeus Salzburg“. Der ominöse Dampfer legt am Makartsteg an und befördert seine Insassen entlang der Salzach vorbei an Stationen wie Hellbrunn und einem ganz netten Panorama der Salzburger Bergwelt. Je nach Lust und Laune kann zwischen unterschiedlichen Touren ausgewählt werden. Ein stressfreies Sightseeing ist hier garantiert, obwohl das Schiff ziemlich Gas geben kann. 1.000 PS Motorenleistung und bis zu 50 km/h Geschwindigkeit sorgen für eine rasante Fahrt auf der Salzach. Übrigens: Aus der Anlegestelle wird abends eine Cocktailbar!

Sound of Music-Tour

Es gibt zwei Arten von Salzburger*innen: Die einen hassen den Film Sound of Music, die anderen kennen ihn nicht! Wir geben’s zu: Wir gehören zu den Spezies, die sich die Sound of Music-Tour schon mal reingezogen haben – aber nur, damit wir euch nachher davon erzählen können. Schwöre. Wer auf Schnulzen und Musical steht, wird den Film lieben. Singende Nonnen, Familie von Trapp und Edelweiss findet man heute nicht mehr in der Stadt – die Sound of Music-Tour schippert jedoch hunderttausende Touristen und eine Hand voll Einheimische Jahr für Jahr zu den Original-Drehorten der Produktion. Mit dabei sind unter anderem der Mirabellgarten, das Schloss Leopoldskron und Schauplätze wie St. Gilgen und Mondsee.

Museum Wasser.Spiegel

Ziemlich cool, aber von vielen Salzburger*innen wohl noch nicht wahrgenommen, ist das Wassermuseum Mönchsberg. Wasser.Spiegel heißt die Einrichtung im Hochbehälter, die einen umfassenden Einblick in Geschichte, Gegenwart, Wasserversorgung der Stadt bietet. Drinnen kann man Qualität und Technik der Anlage bestaunen oder sich eine Wasserverkostung gönnen. Außerdem heißt es, sich warm anzuziehen, da die ständige Raumtemperatur um die 12°C beträgt. Warum nicht auch mal die Salzburger Wasserwelten kennenlernen? Und damit ihr nicht lange suchen müsst: Der Eingang befindet sich gegenüber der Vogelschautafel in der Nähe der Richterhöhe.

Stiftsarmstollen

Wer Angst im Dunklen, Platzangst oder Spinnenphobie hat, war und wird nie an diesem Ort sein – dem Rest unter uns könnte hier ein spannender Besuch bevorstehen: die Rede ist vom Stiftsarmstollen. Jedes Jahr während der Almabkehr sinkt der Wasserspiegel im Salzburger Almkanal auf ein Minimum – und macht den Stiftsarmstollen im Inneren des Mönchsberges zugänglich. Während einer rund 30-minütigen Tour kann der Stollen, der übrigens das vermutlich älteste noch existierende unterirdische Wasserleitungssystem Europas ist, besichtigt werden. An manchen Stellen sind die Durchgänge jedoch nicht höher als 1,4 Meter – Kopf einziehen! Für Abenteurer und Adrenalinjunkies ist der Besuch des Stiftsarmstollens mit Sicherheit empfehlenswert!

Aganigi Naganigi Boxclub

Ein Kebap von Aganigi Naganigi haben wir uns alle schon mal um drei Uhr morgens gegönnt – den dazugehörigen Boxclub ein paar Türen weiter kennt jedoch fast niemand von Innen. Dabei könnte man sich hier das zuvor verspeiste Dürum ganz einfach wegtrainieren. Unsere Redakteurin hat sich in die heiligen Hallen des Boxstudios gewagt und die Boxhandschuhe übergezogen. Mehmet, der Besitzer vom Aganigi Naganigi, und sein Freund Mustafa steigen hier regelmäßig in den Ring und Letzterer gibt auch Box-Stunden für Interessierte. Ganz à la Fight Club kann man hier auch gegen Gleichgesinnte kämpfen. Seife nicht vergessen!

Steintheater Hellbrunn

Wer eine besondere Alternative zu Festspielhaus, Schauspielhaus und Co. sucht, der sollte mal beim Steintheater vorbei schauen. Es befindet sich ein bisschen versteckt in Hellbrunn und ist entweder aus Richtung Schloss Hellbrunn kommend oder über den südlichen Eingang erreichbar. Im Steintheater fand 1617 die erste Freiluft-Opernaufführung Mitteleuropas statt. Die geschichtsträchtige Freiluftbühne war ursprünglich ein Steinbruch, der zum Bau der Anlage Hellbrunn verwendet wurde. Heute finden hier ab und zu Konzerte oder Lesungen statt, da die Akustik ziemlich gut ist.

Kühberg

Der Kühberg ist Gnigls wilder Hausberg und eine Besteigung des 711 Meter hohen Buckels erweist sich als wirklich lohnende Unternehmung. Aufgrund seiner Steilheit wachsen hier zahlreiche seltene und geschützte Alpenpflanzen und eine Wanderung hat fast ein bisschen alpines Flair. Ein idealer Ausgangspunkt ist die Buskehre in Gingl. Gegenüber der Kirche führt der Weg über Stiegen, zwischen Gärten in ein Waldstück. Festes Schuhwerk, Trittsicherheit und vielleicht auch ein wenig Schwindelfreiheit sind hier sicher nicht fehl am Platz. Auf der Südseite des Kühbergs gibt es übrigens sogar ein kleines Klettergebiet hoch über den Dächern von Parsch.

Hexenloch in Aigen

Wenn man sich tief hinein in den Wald des Aigner Parks vorwagt und den Bach entlang aufsteigt, entdeckt man den Eingang zu einer Höhle, um die sich zahlreiche Sagen und Legenden ranken: das sogenannte Hexenloch. Wie der Name schon andeutet, ist das Hexenloch der Legende zufolge der Eingang zu einer magischen Grotte – um 1800 sollen hier außerdem die geheimen Treffen der Illuminati stattgefunden haben – das Ambiente würde jedenfalls passen. Das Hexenloch gilt Esoterikern als Kraftplatz und hat seit jeher alle möglichen okkulten Machenschaften rund um die Walpurgisnacht angezogen.

Miriam Kreiseder

Miriam hat ihre Zelte in Wien, Kufstein und Porto aufgeschlagen, bevor es sie wieder nach Salzburg gezogen hat. Am liebsten schreibt sie über Musik und Alltagsgeschichten.