Das BioLife Plasmazentrum Salzburg sucht Spender*innen – und das eigentlich immer.
Blutplasma ist ein wichtiger Bestandteil vieler Medikamente, kann aber (noch) nicht künstlich hergestellt werden. Grundsätzlich also ein Nobrainer: Wir brauchen es, nur Menschen haben es, spenden wir es einfach. Als wir unseren Bekannten von unseren Plasmaspende-Absichten erzählt haben, waren da sehr viele Fragezeichen und Gerüchte rund ums Plasmaspenden. Ob was dran ist? Besprechen wir mit Elisabeth Maier, der Zentrumsmanagerin vom Plasmazentrum in Salzburg.
Mythos #1: Warum spenden? Es gibt doch genug Plasma.
„Das ist leider ein Mythos, dass es genug Plasma gibt. Das hat mehrere Gründe. Der erste Grund ist, dass man Plasma noch nicht künstlich herstellen kann, das heißt, man ist auf Plasmaspenden von Menschen angewiesen. Außerdem werden die Diagnosemöglichkeiten immer besser, das heißt, immer mehr Personen bekommen Krankheiten diagnostiziert, die Medikamente aus Plasma brauchen und deswegen ist der Bedarf immer höher. Und was auch nicht so unwichtig ist: Aktuell sind wir noch zu 40 Prozent auf US-Plasma angewiesen.“
"Aktuell sind wir noch zu 40 % auf US-Plasma angewiesen."
Mythos #2: Plasma brauchen doch nur Menschen mit seltenen Krankheiten.
„Stimmt so nicht. Wahrscheinlich kennen wir alle jemanden, der bereits Plasma in einem Medikament gebraucht hat – und wissen es einfach nicht. Es ist nämlich nicht so, dass man Plasma nur bei seltenen Krankheiten einsetzt, sondern jeder von uns kann einmal drauf angewiesen sein: z. B. durch eine schwere Verbrennung, durch einen Tierbiss oder durch eine Operation.“
Mythos #3: Wenn ich Plasma spende, darf ich nicht mehr Blut spenden.
„Definitiv ein Mythos. Man muss sich nämlich nicht entscheiden. Das ist nur wichtig, dass zwischen der Blutspende und der Plasmaspende mindestens zwei Wochen liegen. Dann kann man beides machen. In Summe kann man 50 Mal im Jahr Plasma spenden, Blutspenden maximal vier Mal im Jahr.“

Plasma spenden in Salzburg: Und so läuft das ab
Plasmaspenden hatten wir bis jetzt gar nicht am Schirm. Im BioLife Plasmazentrum haben wir kürzlich erfahren, warum Plasmaspenden so wichtig sind.

Wie sicher ist eine Blutplasma-Spende?
Blutplasma braucht man in der Medizin an allen Ecken und Enden. Künstlich erzeugen kann man es immer noch nicht. Aber wie sicher ist eine Spende? Wir haben eine Ärztin gefragt.

5 gute Gründe fürs Plasmaspenden in Salzburg
In Salzburg könnt ihr mithelfen, Leben zu retten. Blutplasma wird für alles Mögliche gebraucht – und lässt sich nicht künstlich herstellen. 5 gute Gründe, euch das anzuschauen.
Mythos #4: Plasmaspenden kann nicht jede*r.
„Diesen Mythos muss ich mit JEIN beantworten. Grundsätzlich gibt es natürlich bestimmte Beschränkungen, das ist z. B. die Altersbeschränkung, das heißt: Jeder gesunde Menchen zwischen 18 und 60 Jahren alt ist, darf grundsätzlich Plasmaspenden. Aber es gibt auch gewisse Krankheiten, Medikamenteneinnahmen oder bestimmte Gruppen von Personen, wie z. B. Schwangere oder Stillende, die trotzdem von der Plasmaspende ausgenommen sind.“
Mythos #5: Plasmaspenden tut weh.
„Was soll ich sagen: Ja und nein ist in dem Fall die richtige Antwort. Weil: Natürlich – es ist eine Nadel im Spiel. Das piekst einmal ganz kurz. Unsere Spender*innen berichten durch die Bank, dass die Plasmaspende als Vorgang nicht schmerzt, höchstens der Nadelstich am Anfang.“
Gewusst: Als Spender*in erhält man für den eigenen Zeitaufwand 40 Euro.
Mythos #6: Plasmaspenden ist anstrengend.
„Ich würde das ganz klar als Mythos einschätzen. Warum? Weil man dabei 50 Minuten auf einer gemütlichen Liege bei uns liegt und einfach Zeit hat, dass man die 50 Minuten für sich etwas tut, wie zum Beispiel ein Buch lesen oder einen Podcast hören.“
Alles klar? So geht’s jetzt weiter:
Wenn ihr darüber nachdenkt, Plasma zu spenden, kommt folgendes auf euch zu. Auf der Webseite vom Plasmazentrum klickt ihr auf Terminvereinbarung – als Erstspender*in gibt’s einen Online-Fragebogen zu beantworten. Dann geht’s zum Termin, der mit der ärztlichen Untersuchung startet und bei dem festgetstellt wird, und ob ihr für die Plasmaspende geeignet seid. Die zweite Spende ist besonders wichtig, die wird benötigt, damit die erste Spende überhaupt verwendet werden kann. Beim zweiten Termin kriegt ihr eure Aufwandsentschädigung ausbezahlt und ihr könnt regelmäßig kommen, wenn ihr wollt.