#3 von Lotus-Effekten, Dorfwirtshäusern und bunten Fahnen (KW 26)

SALZBURG – was ging in der KW 26? Unsere lokaljournalistische Meinungsoffensive aka News-Podcast bereitet uns diebische Freude. Dieses Mal wegen einem (un)möglichen Spagat zwischen White Lotus-Effekt und Sound of Music-Effekt, wegen echter Pride im Vergleich zu kapitalistischer Einöde, wegen einer genialen Idee aus dem Senior*innenwohnheim Hellbrunn und dann auch noch wegen dem Wirtshaussterben, das man weder in Mattsee noch in Pischelsdorf einfach so hinnimmt. Kontext gefällig?

Wir sind Lokaljournalist*innen.

Oh Herr im Himmel oder Frau oder Katze, was war das für eine lange Reise? Nach zehn Jahren (und mehr?) in dieser Branche sind wir mitten im lokaljournalistischen Branchenevent re:think media Anfang Mai draufgekommen: Wir sind Lokaljournalist*innen. Keine Creator, keine Influencer, keine Blogger. Und jetzt tun wir eben das, was der Lokaljournalismus von uns fordert: gemeinsam mit Katja Ilnizki von kokolores.media einen lokaljournalistischen Newspodcast für Salzburg machen. 

TALK OF TOWN: Wir haben uns gegen das Stadtfest (da sehen wir uns sowieso) entschieden und reden lieber über Tourismus. Passt auch, oder?

White Lotus-Effekt: Haben wir das verbockt oder war es eh gut?

Alle, die nicht zwanghaft alter Serien immer und immer wieder bingen, wissen: Es gibt da was, das heißt The White Lotus, es ist eine Serie auf Sky und Netflix, es geht um Urlaub an fancygen Orten, um Reich und Schön, aber auf einer Meta-Ebene um Kritik an, naja, der High Society und ihrer Macht. Im echten Leben passiert nach einer Staffel-Ausstrahlung folgendes: Die Übernachtungszahlen schnellen in die Höhe, fast genauso wie die Temperaturen letzte Woche. SO UND JETZT: Staffel 4 ist in Planung und nach Thailand, Sizilien und Hawaii – wie könnte es anders sein – wurden Salzburg oder Wien als Locations angedacht. Das Angebot ist allerdings schon wieder vom Tisch, wahrscheinlich, weil im Filmförderungs-Büro wegen Sommerpause keiner abgehoben hat oder alle beschäftigt waren, auf diversen Amtsschimmeln herumzureiten. Der Förderhahn war jedenfalls zu und jetzt wollen die White Lotus-Produzent*innen nicht mehr zu uns. Egal, wir haben eh schon Sound of Music, man darf nicht gierig sein. Oder?

WHAT HAPPENED? Zwischen Niederösterreich und der Steiermark, 

da gibt’s einen Nah und Frisch, der um 10.30 Uhr schließt und so gut wie kein Wirtshaus mehr, in das man spontan gehen kann, um was zu essen. Was Eva im Urlaub erlebt hat, ist extrem, aber auch in unserem touristisch aktiveren Breitengrad greift das Wirtshaussterben um sich. Totgesagte leben länger und so lassen sich die Mattseer*innen nicht gefallen, dass nach 600 Jahren Schluss sein soll mit dem Kapitelwirt. Mittels Bürgerbeteiligungsmodell wollen Fabian Schmid und seine Mitstreiter*innen das Haus um rund 2 Mio. Euro kaufen. Und weiterleben lassen. Hat uns an den Dokumentarfilm „Fanni oder: Wie rettet man ein Wirtshaus“ erinnert, der zeigt, wie ein bayrisches Dorf einfach selbst ein verfallenes Wirtshaus wieder aufbaut. Spielt’s am 17. Juli 2025 im Trumer Sommerkino

Katja und Conny: Merkt man das Trumpsche "diversity-Verbot" auch in Salzburg?

Pride: War das alles gar nicht echt?

Juni ist Pride Month, heißt: Vielfalt sichtbar machen. Sich zum Thema Queerness zu positionieren, das war für Unternehmen bis vor kurzem totaaaal wichtig, hat man ja auch in der Werbung gesehen. Jetzt hat aber Trump gesagt, diversity als Konzept gibt’s nicht mehr. Merkt man das auch in Salzburg? Ja, speziell im Hinblick auf finanzielle Unterstützung, sagt HOSI-Geschäftsführerin Conny Felice. Symbolisches Herumgetue, ob jetzt einen Regenbogen-Fahne am Chiemseehof hängt, oder nicht, regt sie allerdings nicht auf: Es geht um die Sache und die HOSI arbeitet nicht nur im Pridemonat Juni, sondern hat ja eh 365 Tage Zeit, sich für Teilhabe einzusetzen. 

GEMMA GEMMA: Wer ist Johann? 

Wie genial ist diese Idee bitte? Im Senior*innenwohneim Hellbrunn wird endlich wieder gespielt. Bis Ende August gibt’s einen Escape Room. Aber nicht, um den verrückten Professor vom Weltzerstören abzuhalten, sondern um die Frage zu beantworten: Wer ist Johann? Regisseurin Angelika Bammer-Ebner hat Räume im Stil der 60er, 70er, 80er gestaltet – die Hinweise auf die Lebensrealität von Bewohner*innen in jungen Jahren geben sollen: Briefe, Medien, aber auch damalige gesellschaftliche Regeln. Bürger*innen dürfen mitmachen, gedacht ist der Raum aber eigentlich für die Pfleger*innen, die so spielerisch in die Erinnerungen der Bewohner*innen vom Wohnheim eintauchen können. Kostet nichts, Anmeldung erbeten. Im Juli und August gibt’s viele Termine, Dauer: 1,5 Stunden, der nächste ist am 15. Juli, der Rest steht auf der Webseite

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Wie sicher ist eine Blutplasma-Spende?

Magdalena Janu ist die ärztliche Leitung im BioLife Plasmazentrum Salzburg. Plasma, das ist der flüssige Bestandteil im Blut. In der Medizin wird Plasma in vielen Bereich eingesetzt, ohne es wären zum Beispiel manche Operationen nicht durchführbar. Der Haken: Plasma lässt sich nicht künstlich herstellen, wir sind auf Spenden angewiesen. Wie sicher diese sind? Magdalena Janu erklärt es uns.

Wir haben eine Ärztin gefragt.

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