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Wir sind Lokaljournalist*innen.
Oh Herr im Himmel oder Frau oder Katze, was war das für eine lange Reise? Nach zehn Jahren (und mehr?) in dieser Branche sind wir mitten im lokaljournalistischen Branchenevent re:think media draufgekommen: Wir sind Lokaljournalist*innen. Keine Creator, keine Influencer, keine Blogger. Und jetzt tun wir eben das, was der Lokaljournalismus von uns fordert: gemeinsam mit Katja Ilnizki von kokolores.media einen lokaljournalistischen Newspodcast für Salzburg machen.
Der SWG-Preis geht diese Woche an die Stadt Salzburg, weil sie uns dank Durchfahrtsbeschränkung einen Vorgeschmack auf eine autoberuhigte Innenstadt geben. Weniger Autos, mehr Spaß!
TALK OF TOWN: Baba und foi ned, Florian Kreibich!
Personalwechsel in der Stadt-ÖVP. Vizebgm. Flo Kreibich sagt: „Kleinpolitisches, kleinkariertes Geplänkel war nie mein Ding“ und verlässt den Raum. Jünger, soll die ÖVP in Salzburg werden, weiblicher und offener. Das hat zumindest Landeshauptfrau Karoline Edtstadler irgendwann mal gesagt. Da ist es nur naheliegend, dass Christoph Brandstätter nachrückt, bissi älter nur als Florian Kreibich, aber genauso weiblich. Wir haben im Arzt-Wartezimmer seine Vita gelesen, die war schön niedergeschrieben in den SN und bemerkt: Ah, der war als Architekt bei der radwegfreien Neugestalten der Eichstraßenbrücke dabei. Und er ist beim Lions Club engagiert. Die „Bewohner*innen“ vom Schloss Mirabell zeigen sich derweil noch verhalten, aber wir sagen: Fair bleiben, Politiker*innen an ihren Taten messen. Und warten erstmal ab. Idee für die erste Amtshandlung: Radweg bei der Brücke nachreichen und den Tauben ein schönes Zuhause bauen, als Architekt müsste das ja möglich sein.
WHAT HAPPENED IN SALZI? Das wird der Start gewesen sein.
Alle starren auf die Weltmeisterschaft? Alle? Nein, ein kleiner Haufen Salzburger*innen hat die Augen von der FIFA abgewandt und auf die FIPA gelegt. „Fédération Internationale de Pfitschigogerl Association“ betreibt klassisches Pfitschigogerl, so wie es vielleicht unsere Eltern oder Großeltern im Schulhof gespielt haben. Pfitschigogerl ist Münzfußball auf einem Tisch und weil das irgendwie cute ist, hat es nicht nur Katja komplett gepackt, sondern auch den ASKÖ, der die FIPA gleich in die Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur aufgenommen hat. Pfitschigogerl ist also offiziell Teil der ASKÖ, aber noch keine offizielle Sportart. Liegt vielleicht daran, dass es kein Sport ist, aber das sagen jetzt auch nur die offensichtlich Ungläubigen. Wir wollen natürlich, wie ganz Salzburg, dass alle am 11. Juli 2026 zum FIPAern am
ASKÖ-Gelände zuschauen kommen.
WHAT HAPPENED BESIDES? Die Autos werden immer höher und das ist gefährlich.
Es gibt Parteien, die beweinen jedes Auto, das nicht in die Stadt Salzburg fahren darf. Verkehr in Salzburg wird gscheid emotional besprochen, daweil wären verkehrsberuhigte Zonen wichtig für die Sicherheit von z. B. Fußgänger*innen. Wir haben nämlich herausgefunden: Autos werden nicht nur größer, sondern auch höher. Die Fronten sind seit 2014 um fünf Zentimenter „gewachsen“. Warum gigantische Autos in der Stadt? Weil man darin sicherer ist. Draußen hingegen, schaut die Sache anders aus. Je höher die Autos, umso höher das Todesrisiko bei Unfällen mit z. B. Fußgänger*innen. Zum Glück kommen solche Unfälle in Salzburg nicht so oft vor, drei Fußgänger*innen starben 2025 in Verkehrsunfällen. Zwei davon waren über 80 Jahre alt. Und da kommt die Info: Ältere Menschen (+65 Jahre) sind mehr gefährdet. Was wir machen könnten: Tempolimit auf 30 km/h in der Stadt/Gemeinde, Verkehrsberuhigung und bauliche Trenner zwischen Gehweg und Straße (auch z. B. auf Landstraßen). Oder wir schreien einfach weiter laut, dass es ein Wahnsinn ist, dass die Lungauer*innen bei ihren zahlreichen Stadtbesuchen jetzt zum P&R fahren müssen.
GEMMA GEMMA: Menstruationsarmut bekämpfen
Man stelle sich vor: Ein Mann und eine Frau stehen nebeneinander. Vor jeder Person liegt ein Geldberg mit ca. 2.600 Euro. Der Mann nimmt seinen Berg und geht weg damit. Gehört ihm. Den Berg der Frau nimmt jemand mit, tunkt ihn in Blut und wirft ihn in den Mistkübel. Klingt komisch? Ist aber genauso. Ca. 2.600 Euro geben Frauen für Menstruationsprodukte im Laufe ihres blutenden Lebens aus. Für manche ist das ärgerlich, manchen ist es einfach egal und für andere bedeutet das Menstruationsarmut. Deswegen geht die Stadt Salzburg mit 20 Ausgabestellen gegen diese Ungerechtigkeit vor. An diesen Stellen können sich menstruierende Personen ohne Angabe von Gründen oder Erklärung kostenlos Hygieneprodukte holen. Und wenn sie wollen, eine Beratung zu wasauchimmer in Anspruch nehmen. Finden wir gut!