#23 Von Übersee-Lawinen, Elfenbeintürmen und komplizierten Erikas

SALZBURG – was ging in der KW 45? In unserer lokaljournalistischen Meinungsoffensive aka News-Podcast checken wir vieles gar nicht mehr. Zum Beispiel, wieso wir über Nachhaltigkeit im Skisport reden, über das „like a local-Lebensgefühl“ und gleichzeitig Millionen von Chines*innen und US-Amerikaner*innen zum Skifahren einfliegen wollen. Ist das System Wintertourismus als Ganzes zu hinterfragen? Szenenwechsel nach Strobl: Eine mobile Pflegerin aus dem Flachgau erinnert uns daran, dass von den ganzen Kürzungen im Pflegebereich nicht nur die Krankenhäuser betroffen sind, sondern eben auch mobile Pflegedienste. Dann müssen wir nochmal über das REK reden, das Raum-Entwicklungskonzept oder wie manche es liebevoll nennen: ERIKA. Inhaltlich ist das REK unsere Basis zur Salzburger Flächenentwicklung in den nächsten 25 Jahren. Und schlussendlich beantworten wir die dringend zu beantwortende Frage: Was passiert denn eigentlich mit einem Pfarrer, der – sagen wir mal – in Salzburg auf Dating-Plattformen Frauen catfisht? Die Kirche hat uns geantwortet.

Wir sind Lokaljournalist*innen.

Oh Herr im Himmel oder Frau oder Katze, was war das für eine lange Reise? Nach zehn Jahren (und mehr?) in dieser Branche sind wir mitten im lokaljournalistischen Branchenevent re:think media Anfang Mai draufgekommen: Wir sind Lokaljournalist*innen. Keine Creator, keine Influencer, keine Blogger. Und jetzt tun wir eben das, was der Lokaljournalismus von uns fordert: gemeinsam mit Katja Ilnizki von kokolores.media einen lokaljournalistischen Newspodcast für Salzburg machen. 

Den dieswöchigen SWG-Preis verdient sich der 10-jährige Salzburger, der Popcorn-Mais anbaut. Klassischer Fall von Willstdukannstdu.

TALK OF TOWN: Warum lassen wir jetzt die Chines*innen und US-Amerikaner*innen zum Skifahren einfliegen? 

Kannst nicht erfinden: Die Erderwärmung lässt Gletscher schmelzen, macht Skifahren jährlich teurer oder eigentlich fast unmöglich. Blöd, aber tu felix Austria hat voll die gute Lösung: Wenn sich die Ösis Skifahren nicht mehr leisten können, diese lästigen Geringverdiener*innen, erschließen wir einfach einen neuen Markt – in Übersee. Potenzial sieht die Österreich Werbung bei den Chines*innen, den US-Amerikaner*innen und irgendwie auch bei den Brasilianer*innen, weil die im Jänner gut Zeit zum Skifahren haben. Die Salzburger*innen (und auch wir) freuen uns so mittel über die Lawine aus Übersee. Naja. 

WHAT HAPPENED IN SALZI: Pflege gibt’s auch außerhalb von Krankenhäusern

Na, bitte. Seit Wochen begleiten wir die aktuellen Entwicklungen im Pflege-Bereich. Wir erinnern uns: Unsere Landesregierung sieht Einsparungspotenzial in der Pflege und will den Pflegebonus (ca. 2.000 Euro pro Jahr für ca. 15.000 Pflegepersonen im Bundesland) streichen. Wer an Pflege denkt, denkt (oft) an Krankenhaus. Dass es in Salzburg aber auch ganz viele mobile Pflegepersonen gibt, die täglich schnell mal 17 Hausbesuche verzeichnen, vergessen wir gerne. Wir haben die mobile Pflegerin Heidi Unterkofler aus Strobl gefragt, was sie von der Idee der Kürzungen hält und auch, wie sie das neue Finanz-Paket für mobile Pflege einordnet, das die Landesregierung jetzt topaktuell geschnürt hat. Spoiler: Geht so hoffnungsvoll.

WHAT HAPPENED BESIDES? REK is back. Wir haben Nachhilfe in Sachen Flächenentwicklung der Stadt gekriegt. 

Nur wenige Stunden war die letztwöchige Folge im Äther, hatten wir schon eine Gesprächseinladung von Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) am Handy: „Ich erklär euch gern das REK.“ Der Grund: In der Folge haben wir bissi draufgehaut: Wenn das Raum-Entwicklungskonzept (REK) ja so wichtig wäre, für die Stadtentwicklung der nächsten 25 Jahre, wenn es denn alle Salzburger*innen beträfe, warum macht man das so kompliziert? Turns out: Weil es einfach endlos kompliziert ist. Salzburg hat ein Problem mit Flächen: Grünlandschutz auf der einen Seite, Klimaschutz auf der anderen, Leerstand und massive Probleme beim Wohnen machen es fast unmöglich, zu handeln. Aber: Gehandelt muss werden und damit das möglich wird, schaut man sich im REK (oder ERIKA, wie manche das Konzept liebevoll nennen) an, wie wir denn mit den Flächen der Stadt sinnvoll arbeiten können. Wo man Flächen bebaut, wo man Bauland wieder zu Grünland macht, wo man nachverdichtet. Haben wir wieder was gelernt.

Was ist eigentlich … mit dem katholischen Priester auf Brautschau?

Wir erinnern uns an die Folge 22: Ein Pfarrer der Erzdiözese Salzburg ist auf einer bezahlten Online-Dating-Plattform unterwegs. Und wir haben uns gefragt: Ist das Wasser predigen und Wein saufen? Und: Wenn sogar die eigenen Pfarrer auf Brautschau sind, ist der/die/das Zölibat nicht überholt? Erzbischof Franz Lackner ist in der Causa recht entspannt unterwegs und meint: „Tatsächlich ist der Zölibat eine kirchliche Vorschrift und kein Dogma und könnte daher auch verändert werden.“ Aber Tatsache ist: Die römisch-katholische Kirche hält am Zölibat fest: Man ist „eindeutig und ohne Ausnahme“ zum Zölibat gerufen. Wir schließen wir uns gleich an und rufen auch was aus: Liebe Pfarrer aller Kirchen: Nur daten, wenn ihr auch wirklich verfügbar seid’s. Das ist sonst sehr lästig für die anderen Beteiligten.

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