23.26 von Menschen, die auch Menschen sind, reallaboratorischen Pilotprojekten und runden Geburtstagen

SALZBURG – was ging in der KW 23? Manchmal kommt es anders als erwartet. Letzte Woche machte die Nachricht von zwei Verstorbenen im Fürbergs die Runde. Begriffe sind gefallen, Vermutungen wurden formuliert … bis jemand gekommen ist und gesagt hat: Das stimmt so einfach nicht. Wir haben uns mit Seelsorgerin Bernadette am Kapitelplatz getroffen und gemeinsam überlegt, wieso wir eigentlich derartige Berührungsängste mit Obdachlosen haben. Außerdem: Der Sommer wird autofrei. Durchfahrtsbeschränkungen im Juli und August, aber auch drei Wochen Rot-Kreuz-Parkplatz-Pause und damit Nutzungsmöglichkeiten für Menschen statt Maschinen. „Stadtoase“ heißt das Projekt offiziell, uns gefällt der interne Spitzname „Schiesters Spielwiese“ natürlich besser. Dann: Das `s Fachl wird zehn Jahre alt. Einer unserer ersten Concept Stores hat durchgehalten und dem früher noch sehr konservativen Vibe der Stadt getrotzt. Gemma gemma bald ins Sommerkino: Das gibt’s im ganzen Land und in der Stadt Salzburg, vielerorts kostenlos und ist ein weiterer Grund, Salzburg nie mehr zu verlassen.

Wir sind Lokaljournalist*innen.

Oh Herr im Himmel oder Frau oder Katze, was war das für eine lange Reise? Nach zehn Jahren (und mehr?) in dieser Branche sind wir mitten im lokaljournalistischen Branchenevent re:think media draufgekommen: Wir sind Lokaljournalist*innen. Keine Creator, keine Influencer, keine Blogger. Und jetzt tun wir eben das, was der Lokaljournalismus von uns fordert: gemeinsam mit Katja Ilnizki von kokolores.media einen lokaljournalistischen Newspodcast für Salzburg machen. 

Der dieswöchige SWG-Preis geht an Bernadette, die uns mit ihrem Akt der Zivilcourage wieder daran erinnert, dass alle Menschen Menschen sind.

TALK OF TOWN: Alle Menschen sind Menschen – eine Erinnerung.

Die letzte Woche war medial geprägt von den Erzählungen aus dem Fürbergs, einem Abbruchhaus in Parsch. Darin seien „mumifizierte“ Leichen gefunden worden steht wo, „stark verwest“ stand woanders. Ein Nachtschwärmer hätte es gewesen sein können, der sie gefunden hätte. Stimmt alles so nicht, stellt Bernadette Baumgartner richtig. Sie hat, nach der Medienlektüre, ein Posting auf dem Account der Wohnungslosen-Seelsorge der Erzdiäzose veröffentlicht: einen Nachruf auf die beiden Personen, die weder anonym waren, noch ohne Angehörige. Gemacht hat sie das, um den Verstorbenen ihren Namen und ihre Würde zurückzugeben. Viele Medien haben daraufhin ihre Berichterstattung richtig gestellt und sich bei den Angehörigen entschuldigt. Wir haben Bernadette gefragt, warum wir denn solche Berührungsängste mit Obdachlosen oder Suchtkranken haben, dass Nachrichten wie die aus der letzten Wochen gefühlt niemandem mehr komisch vorkommen. 

WHAT HAPPENED IN SALZI? Platz für Park statt Parkplatz

Der Rot-Kreuz-Parkplatz kriegt eine neue Identität – zumindest für drei Wochen. Bis jetzt kennen wir den Guten als Mini-Parkplatz neben dem Haus der Natur, für gerade mal rund 70 Autos. Vom 4. bis 20. Juli ziehen die Autos aus und die Salzburger*innen ein. Wir machen einen Versuch, ein Real-Labor, erzählt Anna Schiester. Dabei wird ohne großes Tamtam geschaut, ob wir diesen Platz als Aufenthaltsmöglichkeit annehmen oder lieber unsere Autos drauf stehen lassen. Damit wir auch wissen, dass das passieren wird, gibt’s einige Events, mobile Sitzmöglichkeiten, bissi Gastro und diese Sachen. Ein weiterer Mosaik-Stein hin zu einem Salzburg, das unser Herz wirklich verdient hat. 

WHAT HAPPENED BESIDES? Das `s Fachl wird zehn Jahre alt

Sie werden so schnell groß: Das Fachl, bei dem wir nie wissen, wie man es korrekt schreibt, feiert den ersten Zweistelligen. Zehn Jahre residiert der Concept Store bereits im Kaiviertel, das Konzept: Leistbare Fläche für Menschen zur Verfügung stellen, die sich in der Produkt-Unternehmer*innen-Welt ausprobieren wollen – in einer sehr guten Lage. Am Anfang war Betreiber Roland unsicher, ob das konsvervative Salzburg in der Lage sei, so ein Angebot zu schätzen. Haben wir ihm aber gezeigt, wie weltoffen wir sind. Gut gemacht an alle! 

Diese Woche über alle Grenzen hinweg: Katja auf Urlaub, Eva zuhause, Aufzeichnung übers Internet. Schauma mal, was die Tonqualität zu dieser Audio-Globalisierung sagt.

GEMMA GEMMA ins Sommerkino – eigentlich egal wo in Salzburg

Wir lehnen uns weit aus dem Fenster, wenn wir sagen: Das einzig Sinnvolles, das uns die Klimakrise gebracht hat, sind trockene Sommerabende: wegen den Sommerkinos. Seit der Schnürlregen nicht mehr stattfindet, schießen die Sternenkino aus dem Boden. Im ganzen Land Salzburg gibt es unzählige Möglichkeiten, sich den Abend zu vertreiben, im Freien, manchmal sogar unter echten Sternen. Wo, was, wann, wie genau … steht im Sommerkino-Guide

Was ist eigentlich … mit den Residenzplatzkonzerten in Salzburg?

Die Konzerte sind im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne gegangen: An den beiden Abenden gab’s insgesamt 25.000 Besucher*innen. Wir erinnern uns: Freitagabend Headliner VOLBEAT und Samstagabend AVEC, WOLFGANG AMBROS und PIZZERA & JAUS. Alles ist halbwegs nach Plan gelaufen und fest steht: Nächstes Jahr geht’s weiter, vielleicht wissen wir sogar schon im Herbst, wer als nächstes auf der Bühne am Residenzplatz stehen wird. 

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