Podcast (salzburg-was-geht): Play in new window | Download
Abonnieren Spotify | Email | RSS
Wir sind Lokaljournalist*innen.
Oh Herr im Himmel oder Frau oder Katze, was war das für eine lange Reise? Nach zehn Jahren (und mehr?) in dieser Branche sind wir mitten im lokaljournalistischen Branchenevent re:think media Anfang Mai draufgekommen: Wir sind Lokaljournalist*innen. Keine Creator, keine Influencer, keine Blogger. Und jetzt tun wir eben das, was der Lokaljournalismus von uns fordert: gemeinsam mit Katja Ilnizki von kokolores.media einen lokaljournalistischen Newspodcast für Salzburg machen.
Der dieswöchige SWG-Preis geht an die Frau, die auf einer Dating-Plattform nach einem Partner gesucht hat, auf einen Pfarrer gestoßen ist, ihm die Zeitvergeudung nicht durchgehen hat lassen und uns die Geschichte geschickt hat.
TALK OF TOWN: Was wird denn da für Schindluder in der Pflege getrieben?
Seit Wochen regen sich Salzburgs Pflegekräften auf. Grund ist immer noch die Kürzung von den Pflegeboni, die rund 2000 Euro pro Jahr, die Pflegekräfte seit Corona ausbezahlt kriegen und mit denen 2026 Schluss ist. Lange haben wir gebraucht, aber jetzt haben wir endlich was kapiert, nämlich: Diese Geld, das da ausbezahlt wird – das kommt gar nicht aus dem Budget vom Land Salzburg. Es ist Geld, das der Bund an Salzburg überweist – zum Weitergeben an die Pflegekräfte. Das schwarz-blaue Salzburg nimmt das Geld in Empfang und sagt: Das behalten wir uns für was anderes, das geben wir nicht weiter. Erinnert bissi an die böse Schwiegermutter in einem Märchen. Und der Bund? Kann irgendwie nichts tun, weil das Geld nicht zweckgebunden ist. Was wir schade finden: Alle anderen Bundesländer in Österreich schaffen es, sich an die gemeinsame Abmachung (Bund überweist Geld, Land zahlt aus) zu halten. Nur Salzburg bockt. Naja, irgendwas ist immer, oder?
WHAT HAPPENED IN SALZI? Wer hat Angst vom REK? Niemand. Und wenn es aber kommt? Dann wissen wir weiterhin nichts darüber, weil wir ja jetzt auch nicht checken, was es sein soll.
Drei Buchstaben, die uns seit kurzem verfolgen: REK. Steht für RAUM-ENTWICKLUNGS-KONZEPT. Ein recht wichtiges Konzept für alle Salzburger*innen, denn es geht darum, wie wir unsere Stadt in den nächsten 25 Jahren weiterentwickeln: Arbeit, Leben, Natur, Ökonomie etc, alles mit dabei. Seit 2020 wird an dem Entwurf des REK getüftelt, ganz viele gescheite Menschen haben mitgedacht, aus Politik, Expert*innen, aber auch ausgewählte Menschen aus der Bevölkerung. Jetzt ist der Moment gekommen, der Entwurf ist fertig und in vielen hundert Seiten ausgearbeitet. Bis Mitte Dezember haben wir Zeit, diesen Entwurf einzusehen und Einwände abzuliefern. Wir haben uns die Ausstellung zum REK im Schloss Mirabell angeschaut, die jetzt vielleicht nicht ganz alle Menschen aus der Stadt abholt und haben es uns zur Aufgabe gemacht: Dieses REK lesen wir, erklären wir, bereiten wir so auf, dass wir bis zum Ende der Einwands-Frist wissen, worum es da geht und was in den nächsten 25 Jahren mit Salzburg passieren wird. Zum Glück sind wir nicht alt, sehen noch gut, sprechen Deutsch als Muttersprache und unsere höchste Ausbildungsrad ist ein Universitätsabschluss, sonst könnte es schwierig werden.
WHAT HAPPENED BESIDES? Der Zölibat auf Brautschau im Internet
Wir haben schon viele kuriose Dating-Stories gehört. Speziell diejenigen, die via Plattformen in Erstkontakt getreten sind, haben das Potenzial zu unhappy endings. Aber die Geschichte einer Hörerin hat alles bis jetzt Gehörte übertroffen. Eine ältere Frau sucht die Liebe auf einer bezahlten Dating-Plattform, findet einen netten Gesprächspartner, spürt die Schmetterlinge, ratscht über ein Monat mit dem Salzburger, fragt nach einem Foto, kriegt es aber nicht. Er sei in einer gesellschaftlichen Position und da müsse man sensibel damit umgehen. Gesellschaftliche Position ist gut, finden wir, der Mann ist ein Salzburger Pfarrer. Wenn sogar die Pfarrer jetzt auf den Zölibat pfeifen, wieso hält man denn von Seiten der Kirche daran so fest, haben wir uns gefragt. Und herausgefunden: Zölibat heißt nur Ehelosigkeit und nichts weiter.
Was ist eigentlich ... mit der Begegnungszone Nonntal?
Viele haben es schon mitbekommen, auch wir haben in Folge 21 darüber gesprochen:
Die vielbefahrene und (unserer Meinung auch recht ungemütliche) alte Nonntaler Hauptstraße sollte in eine Begegnungszone verwandelt werden. Irgendwas ist da wohl in der Kommunikation schief gelaufen, plötzlich waren sogar die Anrainer*innen und Geschäftsleute gegen eine Beruhigung. Der ÖVP hat eine solche Beruhigung auch nicht so getaugt und eine Petition gegen den vorgelegten Vorschlag der Begegnungszone unterstützt. Die wurde brav gefüllt (mit mehr als 500 Namen) und wir checken jetzt zwei Sachen einfach gar nicht mehr. Nämlich: Warum will man den lästigen Durchzugsverkehr auf einer eh schon sehr schmalen Straße schützen? Und warum war das Projekt cool, als es ihrerseits ÖVP-Stadträtin Barbara Unterkofler vorgeschlagen hat und jetzt, wo eine grüne Stadträtin das Konzept aus der Schublade holt, ist es plötzlich schlecht? Wir haben jedenfalls versucht, diese Fragen an die ÖVP zu stellen, aber da mag uns jemand nicht oder einfach nicht antworten. Schade, weil wir finden schon, dass wir, die wir da mitlesen, wichtig genug für eine Antwort wären. Ihr seid’s es jedenfalls für uns und vielleicht gibt’s nächste Woche ein Update.