#15 von leeren Kassen, Kirtag-Feelings und der Welt von morgen

SALZBURG – was ging in der KW 38? In unserer lokaljournalistische Meinungsoffensive aka News-Podcast kümmern wir uns ums Börserl der Stadt, da scheint gerade nicht so viel drinnen zu sein. Kein Geld für den Fußball, kein Geld (mehr) für die alten Römer im DomQuartier und der Rest geht gefühlt insolvent. Außerdem: Rupertikirtag ist – eine halbe Bier kostet über sieben Euro, Katja hasst die Musik im Festzelt, Matthias stört sich an der Trachtisierung. Apropos Tradition: „Wir sehen eine rasante Verjüngung der rechtsextremen Gruppierungen in Österreich. Eine neue Generation an Neonazis konnte im vergangenen Jahr in die Szene integriert werden“, sagt Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Ist das auch in Salzburg der Fall? Außerdem: Risiko-Fortbewegungsmittel Fahrrad – Radeln ist in Salzburg sehr gefährlich, die schwierigen Stellen sind den Zuständigen bekannt, was wird dagegen getan? Wer sich jetzt immer noch nach Scifi sehnt: Unser Gemma Gemma ist das Science Meets Fictions Festival, wo wir über kuriose Zukunftsszenarien reden werden.

Wir sind Lokaljournalist*innen.

Oh Herr im Himmel oder Frau oder Katze, was war das für eine lange Reise? Nach zehn Jahren (und mehr?) in dieser Branche sind wir mitten im lokaljournalistischen Branchenevent re:think media Anfang Mai draufgekommen: Wir sind Lokaljournalist*innen. Keine Creator, keine Influencer, keine Blogger. Und jetzt tun wir eben das, was der Lokaljournalismus von uns fordert: gemeinsam mit Katja Ilnizki von kokolores.media einen lokaljournalistischen Newspodcast für Salzburg machen. 

Unser SWG-Preis geht diese Woche ans Team Vielfalt: Dort sind zehn Holländer aufgeschlagen und wollten einen Jodler hören. Tapfer bleiben, liebes Team, wir alle sind der Sound of Music.

TALK OF TOWN: Ruperikirtag-Initiative gegen „gute“ Party-Musik im Festzelt

Da hat sich die Bayerin aufregen müssen. Während auf der Wiesn Après-Ski-Mukke vom Feinsten läuft, gibt der Rainermarsch unserer lieben Katja keinen Anlass, auf Bierbänken zu tanzen. Muss das so sein, haben wir Sepp Promegger gefragt. Er organisiert mit seiner Gastro-Gemeinschaft aus dem Großarltal das Stiegl-Zelt am Kapitelplatz und meint: Ruperti ist Tradition, das soll so bleiben. Außerdem steht’s im Vertrag, den sie mit dem Alstadt-Marketing haben. Auch, wenn wir zwischen den Zeilen verorten, dass dem Sepp ein Sierra Madre von den Zillertaler Schürzenjägern besser gefallen würde, als das zehnte Mal „Unser Tirolerland“: Da ist nix zu machen. Auch besprochen wurde die fragwürdige Trachtisierung (Fußball-Redakteur Matthias sagt klar: Nein, er zieht keine Tracht an während Katja den Reißverschluss vom Dirndl hochzieht), der Betreiber von der Geisterbahn wünscht sich weniger Angsoffene, die auf Geist oder Inventar einprügeln, für ihn haben wir gleich gute Nachrichten: Alkoholfreies Bier und Getränke sind am Vormarsch – auch am Rupertikirtag. 

WHAT HAPPENED IN SALZI? Sind junge Leute merklich nach rechts gerückt? Wie siehts in Salzburg aus?

Puh, harter Tobak: „Neonazi-Kreis in Salzburg im Visier der Polizei“ titelte die SN, es wurden Razzien in ganz Österreich durchgeführt – darunter auch acht Stück im Pinzgau mit dem Ergebnis, dass die Staatsanwaltschaft „nationalsozialistische Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz“ vorwirft. Was ist da los? Werden die Jungen wieder radikaler? Wir haben uns die Wahlergebnisse der letzten Jahren rausgekramt und nochmal angeschaut und siehe da – es wird etwas deutlich. Dann kommt auch noch eine Oma gegen Rechts zu Wort. Elisabeth Wally erzählt uns von politischen Narrativen, die in eine sehr unbehagliche Richtung steuern. 

WHAT HAPPENED BESIDES? Radfahren in Salzburg – warum wird mit den Gefahrstellen nicht aufgeräumt? 

Extrem bedauernswerte Nachricht aus der letzten Woche: Eine 23-jährige Radfahrerin ist bei der Eder-Kreuzung von einem rechtsabbiegenden LKW übersehen worden und an Ort und Stelle verstorben. Diese gefährliche Stelle ist uns allen längst bekannt – und auch in der VCÖ-Map (zur Erhebung von Gefahrenstellen in Salzburg) vielfach genannt worden. Was passiert denn mit den ganzen Infos von z. B. so eine Mitmach-Map, haben wir Stadträtin Anna Schiester und Gemeinderat Lukas Bernitz von der Bürgerliste gefragt.

GEMMA GEMMA: Wie wär’s mit spannenden Future-Dystopien, um von der gruseligen Gegenwart abzulenken?

Nach dem Rupertikirtag kommt das nächste Festival: Science meets Fiction ist der perfekte Rahmen, um über Zukunftsszenarien nachzudenken. Wir erinnern uns alle (außer Katja, die schaut nur Landarzt-Schnulzen) an Black Mirror, dieser Serie auf Netflix, wo man sich immer gedacht hat: Naaa, das wird wohl nie passieren. Und jetzt sind manche Sachen einfach doch passiert. Brrr. Im Rahmen vom Festival beschäftigen wir uns mit der Zukunft – mit Hilfe von Workshops, Kinofilmen, Diskussionen, Lesungen. Das meiste ist gratis – Anmeldung erbeten. 

Links der Josef (vom JOJA) und rechts der Sepp (aus dem Großarltal).

Was ist eigentlich … mit der Schockmeldung, die seit einigen Tagen in Salzburg kursiert: „Salzburg plant weniger Altstadt-Events“

Waren das schon wieder wir? In der einen Folge sagen wir, Salzburg umbenennen in Partyburg, weil so viel los ist. Kurz darauf folgt die Ernüchterung: weniger Events in der Altstadt. Ein Anruf im Bürgermeisterbüro stellt klar: Nein, Events, die uns was bringen bleiben. Bangen muss also niemand um: Rupertikirtag, Christkindlmarkt, Festspiele oder die Residenzplatzkonzerte. Eine Kosten/Aufwand/Nutzen-Rechnung wird nur bei anderen Events durchgeführt. Dann ist ja alles … gut?

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„Wow – ist der schööön!“ Mit diesen Worten starten wir in Homestory Nummer vier. Unsere Faszination gilt dem gefühlt längsten Esstisch, den wir je gesehen haben. Diesmal durften wir Elisabeth Wirth daheim besuchen. Sie ist Mama von zwei Buben, verheiratet mit einem Musiker – den hat sie, Überraschung!, während ihrem Instrumentalstudium kennengelernt. Beruflich ist sie als Lehrbeauftragte am Musikum und am Mozarteum tätig. Und im vergangenen Jahr, da hat sie, gemeinsam mit Anne-Suse Enssle und Franziska Wallner, den Verein Jede*r Frau gegründet. Eine Kulturinitiative, die sich für mehr Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit in der Kulturszene einsetzt.

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