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Wir sind Lokaljournalist*innen.
Oh Herr im Himmel oder Frau oder Katze, was war das für eine lange Reise? Nach zehn Jahren (und mehr?) in dieser Branche sind wir mitten im lokaljournalistischen Branchenevent re:think media Anfang Mai draufgekommen: Wir sind Lokaljournalist*innen. Keine Creator, keine Influencer, keine Blogger. Und jetzt tun wir eben das, was der Lokaljournalismus von uns fordert: gemeinsam mit Katja Ilnizki von kokolores.media einen lokaljournalistischen Newspodcast für Salzburg machen.
Unser SWG-Preis geht diese Woche ans Team Vielfalt: Dort sind zehn Holländer aufgeschlagen und wollten einen Jodler hören. Tapfer bleiben, liebes Team, wir alle sind der Sound of Music.
TALK OF TOWN: Ruperikirtag-Initiative gegen „gute“ Party-Musik im Festzelt
Da hat sich die Bayerin aufregen müssen. Während auf der Wiesn Après-Ski-Mukke vom Feinsten läuft, gibt der Rainermarsch unserer lieben Katja keinen Anlass, auf Bierbänken zu tanzen. Muss das so sein, haben wir Sepp Promegger gefragt. Er organisiert mit seiner Gastro-Gemeinschaft aus dem Großarltal das Stiegl-Zelt am Kapitelplatz und meint: Ruperti ist Tradition, das soll so bleiben. Außerdem steht’s im Vertrag, den sie mit dem Alstadt-Marketing haben. Auch, wenn wir zwischen den Zeilen verorten, dass dem Sepp ein Sierra Madre von den Zillertaler Schürzenjägern besser gefallen würde, als das zehnte Mal „Unser Tirolerland“: Da ist nix zu machen. Auch besprochen wurde die fragwürdige Trachtisierung (Fußball-Redakteur Matthias sagt klar: Nein, er zieht keine Tracht an während Katja den Reißverschluss vom Dirndl hochzieht), der Betreiber von der Geisterbahn wünscht sich weniger Angsoffene, die auf Geist oder Inventar einprügeln, für ihn haben wir gleich gute Nachrichten: Alkoholfreies Bier und Getränke sind am Vormarsch – auch am Rupertikirtag.
WHAT HAPPENED IN SALZI? Sind junge Leute merklich nach rechts gerückt? Wie siehts in Salzburg aus?
Puh, harter Tobak: „Neonazi-Kreis in Salzburg im Visier der Polizei“ titelte die SN, es wurden Razzien in ganz Österreich durchgeführt – darunter auch acht Stück im Pinzgau mit dem Ergebnis, dass die Staatsanwaltschaft „nationalsozialistische Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz“ vorwirft. Was ist da los? Werden die Jungen wieder radikaler? Wir haben uns die Wahlergebnisse der letzten Jahren rausgekramt und nochmal angeschaut und siehe da – es wird etwas deutlich. Dann kommt auch noch eine Oma gegen Rechts zu Wort. Elisabeth Wally erzählt uns von politischen Narrativen, die in eine sehr unbehagliche Richtung steuern.
WHAT HAPPENED BESIDES? Radfahren in Salzburg – warum wird mit den Gefahrstellen nicht aufgeräumt?
Extrem bedauernswerte Nachricht aus der letzten Woche: Eine 23-jährige Radfahrerin ist bei der Eder-Kreuzung von einem rechtsabbiegenden LKW übersehen worden und an Ort und Stelle verstorben. Diese gefährliche Stelle ist uns allen längst bekannt – und auch in der VCÖ-Map (zur Erhebung von Gefahrenstellen in Salzburg) vielfach genannt worden. Was passiert denn mit den ganzen Infos von z. B. so eine Mitmach-Map, haben wir Stadträtin Anna Schiester und Gemeinderat Lukas Bernitz von der Bürgerliste gefragt.
GEMMA GEMMA: Wie wär’s mit spannenden Future-Dystopien, um von der gruseligen Gegenwart abzulenken?
Nach dem Rupertikirtag kommt das nächste Festival: Science meets Fiction ist der perfekte Rahmen, um über Zukunftsszenarien nachzudenken. Wir erinnern uns alle (außer Katja, die schaut nur Landarzt-Schnulzen) an Black Mirror, dieser Serie auf Netflix, wo man sich immer gedacht hat: Naaa, das wird wohl nie passieren. Und jetzt sind manche Sachen einfach doch passiert. Brrr. Im Rahmen vom Festival beschäftigen wir uns mit der Zukunft – mit Hilfe von Workshops, Kinofilmen, Diskussionen, Lesungen. Das meiste ist gratis – Anmeldung erbeten.
Links der Josef (vom JOJA) und rechts der Sepp (aus dem Großarltal).
Was ist eigentlich … mit der Schockmeldung, die seit einigen Tagen in Salzburg kursiert: „Salzburg plant weniger Altstadt-Events“
Waren das schon wieder wir? In der einen Folge sagen wir, Salzburg umbenennen in Partyburg, weil so viel los ist. Kurz darauf folgt die Ernüchterung: weniger Events in der Altstadt. Ein Anruf im Bürgermeisterbüro stellt klar: Nein, Events, die uns was bringen bleiben. Bangen muss also niemand um: Rupertikirtag, Christkindlmarkt, Festspiele oder die Residenzplatzkonzerte. Eine Kosten/Aufwand/Nutzen-Rechnung wird nur bei anderen Events durchgeführt. Dann ist ja alles … gut?