Vor vielen, vielen Jahren, noch bevor die Idee für ein Salzburger Stadtmagazin namens Fräulein Flora entstanden ist, haben wir uns gewünscht:
Irgendwann schreiben wir ein Kinderbuch. Damals hatten wir eine Figur im Kopf, die Philipp hieß. Ein Kind, ganz jung, aber komplett fasziniert vom Altwerden. Ein Kind, das sich auf Friedhöfen wohlfühlt und Freundschaften mit Ü60-Menschen pflegt. Philipp gibt‘s nach wie vor nur in unserer Fantasie, aber …
Das war die Kinderbuch-Präsentation im Tanzmeistersaal.
… ein Kinderbuch haben wir jetzt doch geschrieben. Eines, das uns auch sehr wichtig war.
„Sie setzt sich ans Klavier“ heißt es, gedacht für Kinder ab ca. sechs Jahren (aber jüngere finden sich auch etwas) und für Erwachsene. Das Buch beschreibt das Leben von Maria Anna Mozart. Eine hervorragende Musikerin, eine Klavierspielerin und ein Wunderkind ihrer Zeit. Vier Jahre älter als ihr Bruder Wolfgang war sie ein wichtiger Anker im Leben unseres wohl berühmtesten Salzburgers, eine zentrale Person – Zeit seines Leben, aber auch danach: als so was wie die erste Mozart-Biografien hat sich Maria Anna um den Nachlass des Bruders gekümmert.
Was wir über Maria Anna Mozart wissen, steht oft in Kontext mit ihrem Vater, Leopold.
Der habe ihr verboten, ihre Leidenschaft auszuleben. Sie nach
St. Gilgen verbannt, mit einem Mann verheiratet, den sie nicht liebt. Der Bruder hingegen, wurde gefördert. Und durfte werden, wer er war. Die Geschichte kann aber auch anders erzählt werden. So, dass Maria Anna Mozart eine hervorragende Pianistin war, bis ins hohe Alter ihre Leidenschaft verfolgt und auch als Klavierlehrerin ihr eigenes Geld verdient hat.
So haben wir es versucht. Ein Buch über eine Salzburger Legende, eine Frau mit extremer Begabung und Fleiß, mit großem Verantwortungsgefühl. Ein Kind ihrer Zeit.
Illustriert wurde das Buch von der wunderbaren Hannah Richter. Und begleitet von
Michaela Schachner vom Pustet Verlag. Wir freuen uns sehr darüber, dass das Buch existiert. Und dass wir das außergewöhnliche Talent von Maria Anna Mozart jetzt auch nachlesen können – in einem Kinderbuch. Mit ganz vielen Details und Hintergründen.
Wer nicht lesen mag, sondern zuhören: Am 14. Juni 2026 lesen wir gemeinsam beim Date with Mozart & Nannerl – Kids Special.
Wir lesen, Emeline Pierre Larsen und Emese Wilhelmy vom Residenz-Ensemble spielen auf Geige und Klavier eine Violinsonate von Wolfgang Amadé Mozart mit einem Allegro aus dem „Notenbuch für Nannerl“, jener Klavierschule, die Leopold Mozart für den Unterricht seiner Tochter Maria Anna anfertigte. 1764 berichtete der stolze Vater: „daß mein Mädl eine der geschicktesten Spillerinnen in Europa ist, wenn sie gleich nur 12 Jahre hat“.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenWarum ist uns das denn so wichtig, überhaupt?
Nicht alles, aber das Meiste, das wir wissen, haben wir aus Kinderbüchern gelernt. Wieso es Ebbe gibt, und Flut. Warum wir am Mond höher springen können, als auf der Erde. Wie Feuerwehrleute überhaupt wissen, wo Hydranten versteckt sind und wie man sie zutage fördert. Kinderbücher klären auf (nicht nur Kinder), aber manchmal sagen sie auch die Unwahrheit, ganz ohne es zu wollen.
Dass alle Kinder alles werden können, zum Beispiel. Dass man nur fest an das eigene Ziel glauben muss, um es zu realisieren. Wir haben herausgefunden: Menschen sind Kinder ihrer Zeit. Was für die einen unmöglich scheint, ist ein Jahrzehnt später vielleicht normal. Diese Phänomene müssen wir verstehen lernen, müssen Kinder verstehen lernen. Und Maria Anna Mozart ist ein wunderbares Beispiel. Das, was sie (vielleicht) wollte, war für sie (noch) nicht möglich. Und trotzdem hat sie aus ihrem Leben eines voller Musik gemacht. Uns beeindruckt dieser Lebensweg zutiefst. Und das wollten wir erzählen.