#12 von Armutszeugnissen, Willkommenskultur und Enemies to Lovers

SALZBURG – was ging in der KW 35? Unsere lokaljournalistische Meinungsoffensive aka News-Podcast steht unter sonnigen Zeichen – also nur so halb… In Salzburg ist der Hochsommer diese Woche wohl auf Abschiedstournee gegangen. Aber zumindest bei Eva wars sonnig-wohlig-warm. Die verbringt ihre Tage (verdient) in Kroatien und so ist die Urlaubsvertretung aka Bürokollegin Michi Hessenberger wieder zum Einsatz gekommen. Michi und Katja haben beobachtet, dass sie als klassische „Mittelschicht“ die Teuerung inzwischen auch ganz schön fuchst und sie sich in der Freizeit zunehmend einschränken – Stichwort Restaurantbesuch, Stichwort Friseur, Stichwort Kino. Meinungen dazu kommen auch zahlreich aus der Community, sodass wir überlegen, nächste Woche weiter drüber zu sprechen? Wir haben außerdem auf den 31. August vor zehn Jahren zurückgeschaut und wie es damals war als der erste Zug aus Ungarn mit vielen, vielen Menschen angekommen ist, die gezwungen waren, ihr Zuhause in Syrien zu verlassen. Außerdem haben wir uns gefragt, trendet in Salzburg das Lesen? Achja, vor so viel Aufregung und, weil Eva im Urlaub ist, haben wir ganz vergessen, den SWG-Preis zu vergeben. Katja schlägt vor: Bürokollegin Michi Hessenberger ist eine würdige Preisträgerin, weil sie immer parat steht mit Ideen und einspringt, wenn Not an der Frau ist!

Wir sind Lokaljournalist*innen.

Oh Herr im Himmel oder Frau oder Katze, was war das für eine lange Reise? Nach zehn Jahren (und mehr?) in dieser Branche sind wir mitten im lokaljournalistischen Branchenevent re:think media Anfang Mai draufgekommen: Wir sind Lokaljournalist*innen. Keine Creator, keine Influencer, keine Blogger. Und jetzt tun wir eben das, was der Lokaljournalismus von uns fordert: gemeinsam mit Katja Ilnizki von kokolores.media einen lokaljournalistischen Newspodcast für Salzburg machen. Daaanke Bürokollegin Michi Hessenberger once again für die tolle Sendungsübernahme aufgrund dringender Urlaubsbedürftigkeit seitens Eva. 

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TALK OF TOWN: Wer hat denn in Salzburg das ganze Geld gestapelt?

Da steht’s wirklich schwarz auf weiß geschrieben: „Salzburg ist jetzt offiziell das ungleichste Land in der Euro-Zone“. 5% der reichsten Österreicher*innen besitzen 55% des Gesamtvermögens im Land, soweit die Zahlen der EZB. Die beruhen zwar auf Schätzungen, gelten aber trotzdem, sagt einer, der es wissen muss: Torsten Bichler. Er ist aktuell im Vorstand der Salzburger Armutskonferenz und außerdem Bereichsleiter für Soziale Arbeit bei der Caritas Salzburg. Und überhaupt: In Salzburg könnte es sogar noch ein bisschen mehr sein, weil wir ein paar richtig reiche, harte Brocken im Bundesland haben. Er erzählt uns auch, was es mit uns als Gesellschaft macht, wenn das Vermögen so ungleich verteilt ist und, was sich die richtig Reichen – fernab von Kaviar – so alles kaufen können.

WHAT HAPPENED IN SALZBURG – vor genau zehn Jahren? 

Genau zehn Jahre ist es her, dass der Salzburger Hauptbahnhof quasi über Nacht zur Drehscheibe nach Deutschland geworden ist. Bis zu 1.500 Menschen aus Syrien und dem Nahen Osten sind hier gestrandet und konnten nicht weiter. Gut, dass es Salzburger*innen wie unseren Fußball-Redakteur Matthias gibt. Der hat damals – wie so viele andere auch – sofort angepackt und geholfen. Im Podcast erzählt er uns wie es damals war. Getoppt wird sein Auftritt aber von Omaida Mahmoud, Spitzname Omi. Sie kommt aus Syrien, ist 24 Jahre alt, seit zehn Jahren mit ihrer Familie in Salzburg und einfach der Wahnsinn! Im Interview hat sie uns mit ihrer Lebensfreude, ihrem Witz, ihrer Selbstironie und ihrer Herzlichkeit angesteckt. Wir haben Omi gefragt: Heute, zehn Jahre später, ist Salzburg dein Daheim?

Immer freitags, immer hyperlokal, immer mit viel Meinung. Überall, wo es Podcasts gibt.​

WHAT HAPPENED BESIDES? Ist Lesen auch in Salzburg wieder cool? 

Michi sagt: Unser Urzeit-Medium namens Buch erlebt gerade eine Renaissance. Und das Dank Social Media. Hä? Natürlich hat sie recht! #booktok kurbelt die Buchverkäufe an und weckt die Lust am Lesen. Und das bringt Salzburg einen regelrechten Buchhype mit Event-Charakter. Festivals, Buch Café und Buch-Clubs boomen. Raphaela Behounek ist Gründerin von inzwischen zwei solcher Clubs und lässt uns reinschnuppern, wie es da so läuft.

GEMMA GEMMA: Der Ruf des Bergdoktors tönt durch die Alpen

Während Michi überlegt, welchen Schmöker sie als nächstes aus dem Regal zieht, ist Katjas Herz schon beim Bergdoktor. Als ausgewiesene Expertin fürs Fernsehschauen mit Schwerpunkt Liebesschnulzen und Arztserien hat sie natürlich längst mitgekriegt, dass der Bergdoktor Martin Gruber für den Dreh in den nächsten Monaten Kompars*innen sucht. Wir sind froh, das Katja den Podcast zu Ende aufgenommen hat und nicht schon auf dem Weg zum Casting-Ort, 20min von Lofer entfernt, ist. Wer gesucht wird und wie ihr eure Kompars*innen-Chancen erhöht (falls ihr das so hart wollt, wie Katja) erzählen wir euch. 

WAS IST EIGENTLICH …mit den Frauenköpfen auf dem Residenzplatz passiert?

Bis 29. August haben sie versprochen! Schluss war tatsächlich schon ein paar Tage früher und so sind wir Frauen mal wieder um unsere Sichtbarkeit umgefallen (auch, wenns nur ein paar Tage sind). Die Kunst, die wir am liebsten für immer in Salzburg gehabt hätten und sogar gegen den Christkindlmarkt tauschen würden, ziehen jetzt nach Hawaii. Schluss ist mit großen Frauen auf großen historischen Plätzen. Sie sind jetzt in Privatbesitz. Bissi komisch trotzdem. 

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Wie sicher ist eine Blutplasma-Spende?

Magdalena Janu ist die ärztliche Leitung im BioLife Plasmazentrum Salzburg. Plasma, das ist der flüssige Bestandteil im Blut. In der Medizin wird Plasma in vielen Bereich eingesetzt, ohne es wären zum Beispiel manche Operationen nicht durchführbar. Der Haken: Plasma lässt sich nicht künstlich herstellen, wir sind auf Spenden angewiesen. Wie sicher diese sind? Magdalena Janu erklärt es uns.

Wir haben eine Ärztin gefragt.

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